Umbau

Das erste Kino Immenstadts wird jetzt ein Hotel

„Wir haben ständig mehr Anfragen, als wir bedienen können“, sagt Albert Seitz, Inhaber des Hotels „Drei König“ in Immenstadt.

„Wir haben ständig mehr Anfragen, als wir bedienen können“, sagt Albert Seitz, Inhaber des Hotels „Drei König“ in Immenstadt.

Bild: Franz Summerer

„Wir haben ständig mehr Anfragen, als wir bedienen können“, sagt Albert Seitz, Inhaber des Hotels „Drei König“ in Immenstadt.

Bild: Franz Summerer

Albert Seitz vergrößert das Hotel „Drei König“ am Immenstädter Marienplatz. Die Erweiterung offenbart auch ein Stück seiner Familiengeschichte.
08.03.2022 | Stand: 15:03 Uhr

Vor über 100 Jahren wurde dort das erste Kino in Immenstadt aus der Taufe gehoben. Jetzt werden in dem Gebäude Hotelzimmer und Ferienwohnungen eingerichtet. Anne und Albert Seitz erweitern ihr Hotel „Drei König“ am Marienplatz und gliedern das dahinterliegende Gebäude mit ein. Probleme mit der Auslastung sieht Albert Seitz nicht: „Wir haben ständig mehr Anfragen, als wir bedienen können.“ Das Haus, das derzeit in die Erweiterung miteinbezogen wird, hat eine wechselvolle Historie – und spiegelt einen Teil der Geschichte der Familie Seitz wider.

Die Nachfrage von Urlaubern in Immenstadt steigt ständig und die Gästezimmer werden weniger“, hat Albert Seitz festgestellt: „Die Gäste kommen sehr gerne in unsere Stadt.“ Deshalb sei die Erweiterung seiner Hotelkapazität nur konsequent. Außerdem habe sich der Anspruch der Touristen nach mehr Platz und mehr Komfort erhöht. Um dem nachzukommen, bietet er künftig die größeren Ferienwohnungen an. Dass das Hotel eine direkte Verbindung zum Gasthof hat, erleichtere zudem die Verpflegung der Gäste. „Schon ganz lange“ wollte er das hintere Gebäude, das ebenfalls im Besitz seiner Familie ist, ins Hotel Drei König einbinden. Nachdem der Mietvertrag mit dem Textildiscounter NKD vergangenes Jahr auslief, wird die Erweiterung jetzt möglich. Wobei auch in der Umbauzeit Hotel und Gasthof weiterhin geöffnet bleiben, sagt Seitz.

Das Gebäude Marienplatz 11a zieht noch weit nach hinten und soll deshalb Platz bieten für eine Parkgarage im Erdgeschoss mit elf Stellplätzen, sechs Ferienwohnungen und elf Doppel- und Einzelzimmern. Laut Planung sollen die Ferienwohnungen ab diesem Dezember und die anderen Hotelzimmer ab Mai 2023 fertig sein. Damit wird die Kapazität des Hotels mit derzeit elf Zimmern mehr als verdoppelt.

Der Steigbach fließt unter Immenstadt hindurch

Die elf Parkplätze im Erdgeschoss samt weiterer drei im Hof braucht Seitz für den geforderten Stellplatznachweis wegen der zusätzlichen Gäste. Eine Tiefgarage kommt nicht infrage, weil unter dem Gebäude – wie auch unter einem Teil des benachbarten Schlosses – der verrohrte Steigbach fließt. Es kommt ihm zugute, dass das Erdgeschoss zuvor von Geschäften gemietet war. Störende Wände muss er dort nicht abreißen lassen.

Zuletzt befand sich dort ab dem Jahr 2000 NKD und davor ab 1969 eine Filiale von Feneberg. Vor 1969 war im Erdgeschoss ein Kinosaal mit über 400 Plätzen, erzählt Seitz. Und damit ist er mitten in seiner Familiengeschichte: Sein Großvater Heinrich Seitz, ein gelernter Braumeister, hatte 1913 den Gasthof Drei König übernommen. Weil er an den Aufstieg der laufenden Bilder glaubte, schuf er 1920 die „Drei-König-Lichtspiele“, das erste feste Kino in Immenstadt.

Die Kino-Begeisterung der Familie Seitz

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Der Vater von Albert Seitz mit gleichem Namen hatte die Begeisterung des Großvaters fürs Kino geerbt. So baute er 1940 das „Union Filmtheater“ in der Immenstädter Rothenfelsstraße, das es auch heute noch gibt. Und aus dem „Drei-König-Lichtspiele“ machte er 1958 das „Schloss-Filmtheater“ mit mehr Platz im Kinosaal und mehr Komfort für die Besucher. „Das war damals die Hochzeit des Kinos“, weiß Albert Seitz: „Erst als das Farbfernsehen aufkam, ging das Interesse zurück.“ Deshalb habe sich auch das zweite Kino nicht mehr rentiert.

Gasthof und Hotel betrieb zunächst die Tante von Albert Seitz, danach wurde das Drei König verpachtet. Dann kam die dritte Generation: Als gelernter Koch übernahm Albert Seitz ab 1985 wieder Wirtschaft und Hotel. Überdies machte er sich als Organisator des Immenstädter Sommers einen Namen. Sein Bruder Karl trat in die Fußstapfen des Vaters und führt seither das Kino.

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