Andreas-Brandl-Rennen

„Das Flair gehört dazu“: Startschuss zum Rennrad-Event in Sonthofen

Start-Ziel-Atmosphäre wird es auch am Sonntag beim Andreas-Brandl-Rennen geben – wenn auch mit Masken bis kurz vor dem Start.

Start-Ziel-Atmosphäre wird es auch am Sonntag beim Andreas-Brandl-Rennen geben – wenn auch mit Masken bis kurz vor dem Start.

Bild: Günter Jansen

Start-Ziel-Atmosphäre wird es auch am Sonntag beim Andreas-Brandl-Rennen geben – wenn auch mit Masken bis kurz vor dem Start.

Bild: Günter Jansen

Das Andreas-Brandl-Gedächtnisrennen in Sonthofen findet in diesem Jahr in verändertem Rahmen statt. Organisator Richard Wolf erklärt, wie das Event ablaufen kann.
18.09.2020 | Stand: 17:05 Uhr

Die Radstadt wird für wenige Stunden zum Allgäuer Rad-Mekka. Am Sonntag verwandelt das Andreas-Brandl-Gedächtnisrennen Sonthofen zum Zentrum des regionalen Rennradsports. Dass ab 11.30 Uhr der Startschuss zur achten Auflage des Rundkurs-Events an der Eissporthalle in Sonthofen erklingen darf, freut angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie die Verantwortlichen vom ausrichtenden RSV Allgäu Outlet Sonthofen. Vor den Amateuren gehen ab 9.30 Uhr die Schülerklassen U 11, U 13, U 15 an den Start. Vor dem Auftakt zum Sturm auf die Burg, der das Feld 15 Mal über die 3,6 Kilometer führt, blicken wir mit dem RSV-Vorsitzenden Richard Wolf (35) auf das Rennen und die Favoriten.

Herr Wolf, so lange wie 2020 haben Sie vermutlich noch nie um die Ausrichtung des Brandl-Rennens gezittert …
Richard Wolf: Das ist richtig. Das Rennen war für Juni angedacht. Durch veränderte Verordnungen mussten wir absagen, dann bis August offenlassen und hoffen, dass wir einen Herbsttermin ins Auge fassen können. Mit den letzten Richtlinien vom Bayerischen Radverband wurde der neue Termin nun möglich.

Was hat den Ausschlag gegeben?
Wolf: Seit der Entwicklung mit der zweiten Septemberwoche und in Kombination mit den Vorbereitungen, die wir treffen, ist es möglich. Auch wenn alles etwas anders ist.

Inwiefern ist es das?
Wolf: Wir mussten uns lange mit Verordnungen auseinandersetzen, dann ein Konzept ausarbeiten, alles kurzfristig – das hat den Umfang immens erweitert. Die Gastronomie fällt weg, Duschen gibt es nicht, dafür brauchen wir viel mehr Absperrungen und wachsame Augen, um all die Regeln einzuhalten.

Was ist beim Rennen heuer anders?
Wolf: Die Daten der Sportler werden erfasst, der Start-Ziel-Bereich ist abgesperrt und nur die Teilnehmer dürfen rein. Zuschauer dürfen sich hier leider nicht aufhalten. Aber die Runde ist entspannt verteilt, dass sicher jeder einen Platz findet – und doch an seine Gesundheit denkt.

Und für die Radler?
Wolf: Sie haben im Zielbereich Masken auf, müssen Desinfektionsmaßnahmen beachten. Aber wir werden eine Siegerehrung machen. Klein, mit Abstand, aber es gehört dazu – es wäre nicht mehr unser Event, wenn jeder heimlich nach Hause geht. Ein bisschen Flair gehört dazu.

Rein sportlich – was ist 2020 neu?
Wolf: Wir haben erstmals das „Erste-Schritt-Rennen“ im Programm, ein Einsteigerrennen. Für jeden, der gerne radelt und sich auf dem Rennrad messen möchte. Die Runde führt das Feld auch nicht über den Berg, sondern ab 10.45 Uhr entlang der Hindelanger Straße.

Sie selbst sind sechs Mal im Hauptrennen gestartet. Warum setzen Sie aus?
Wolf: Ich werde als Sprecher fungieren und nicht mehr fahren. So habe ich einen besseren Überblick, wenn es Probleme gibt. Und ich arbeite zur Zeit stärker für den Nachwuchs.

Das schlägt sich auch in der Arbeit des RSV nieder. Warum erleben Sie einen solchen Zuwachs in der Jugend?
Wolf: Ja, allein bei der U 11 haben wir Sonntag sechs Nachwuchsfahrer am Start. Ehrlich gesagt, hat uns Corona da in die Karten gespielt. Die Kinder haben Auslauf gebraucht und der Radsport durfte ja auch recht bald wieder ran. Seit Juni haben wir zehn neue Jugendfahrer.

Höhepunkt am Sonntag wird das Hauptrennen. Wer könnte das Rennen aus Ihrer Sicht machen?
Wolf: Insgesamt haben wir 150 Meldungen, beschränken uns auf maximal 60 pro Feld. Aber es hat heuer nicht viele Rennen gegeben, von daher weiß man nicht recht, wie die Form der Fahrer ist. Für gewöhnlich schicken der RV Phönix Augsburg und RSC Kempten sehr gute Fahrer.

Und die Lokalmatadore – wie ist der RSV Sonthofen aufgestellt?
Wolf: Wir haben sechs Amateure am Start. Ich denke, dass Matthias Baldauf und Christoph Kirchbihler Chancen auf die Top Ten haben.