Hohes Defizit in der Corona-Krise

Das Immenstädter Hallenbad kann jetzt öffnen - und diese Regeln gelten dort

Das Hallenbad Immenstadt wird gerade umgestaltet, damit der Betrieb in Corona-Zeiten auch den Abstands- und Hygienevorschriften genügt. So wurden in den Duschen Trennwände eingebaut.

Das Hallenbad Immenstadt wird gerade umgestaltet, damit der Betrieb in Corona-Zeiten auch den Abstands- und Hygienevorschriften genügt. So wurden in den Duschen Trennwände eingebaut.

Bild: Stephanie Kühl

Das Hallenbad Immenstadt wird gerade umgestaltet, damit der Betrieb in Corona-Zeiten auch den Abstands- und Hygienevorschriften genügt. So wurden in den Duschen Trennwände eingebaut.

Bild: Stephanie Kühl

Für das Lüftungsproblem ist eine Lösung gefunden. Vereine und Schulen dürfen in einer Woche ins Bad, alle anderen in zwei Wochen. Aber es gibt Beschränkungen.
08.10.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Die Corona-Pandemie stellt Kommunen und Bürger immer wieder vor neue Aufgaben, weil es in manchen Bereichen noch keine gesicherten Erkenntnisse und nur wenig Erfahrungen gibt. Deshalb ging es beim Hallenbad Immenstadt einige Male hin und her, bis jetzt der Hauptausschuss des Stadtrats seine abschließende Zustimmung zur Öffnung gab. In einer Woche sollen Vereine und Schulen wieder ihre Runden im Hallenbad schwimmen.

Und in zwei Wochen soll das Bad samt Sauna für die Allgemeinheit geöffnet werden. Allerdings werden die Besucherzahlen eingeschränkt. Am Ende waren alle zufrieden. Auch die Vertreter der Abteilungen Schwimmen und Triathlon des TV Immenstadt zeigten sich erleichtert über die Öffnung des Bads.

Das Problem war die Lüftung, wie Bürgermeister Nico Sentner sowie Marion Burkert und Christoph Stark von den Stadtwerken den Stadträten erläuterten. Einen ständigen kompletten Luftaustausch – wie das Virologen fordern – „kann keine Lüftung leisten“, erläuterte Stark von der technischen Leitung. Normal sei, dass etwa 20 Prozent an Außenluft angesaugt und dann mit der Luft im Gebäudeinneren umgewälzt werde. Und eine Dauerbelüftung durch geöffnete Fenster sei in der kalten Jahreszeit nicht praktikabel. „Da hätten auch unsere Schulen nicht mitgemacht“, sagte Sentner.

Zweimal stoßlüften am Tag

Deshalb habe man sich nach Testläufen und in Absprache mit Experten, Schulen und Schwimm-Vereinen auf folgendes Konzept geeinigt: Die Lüftungsanlage läuft während der Schwimmzeiten im Dauerbetrieb, gleichzeitig werden zweimal am Tag – einmal vormittags, einmal nachmittags – die Fenster geöffnet und die Schwimmhallen für eine halbe Stunde stoßgelüftet. Diesem Konzept habe laut Bürgermeister auch das Gesundheitsamt zugestimmt.

Für die Badegäste gibt es – außer den üblichen Registrierungs-, Masken- und Abstands-Vorschriften – folgende Einschränkungen:

  • Besucherzahl: Im Hallenbad dürfen nur maximal 70 Badegäste gleichzeitig anwesend sein; in der Sauna maximal 27 Personen. Deshalb empfiehlt sich eine vorherige Anmeldung – an der Kasse, per Telefon oder im Internet (Buchungs-Seite wird noch eingerichtet).
  • Badezeiten: Die Bade- und Saunazeit wird für die Besucher auf drei Stunden beschränkt. In der halbe Stunde Lüften sollte kein Badegast in der Halle sein. Wenn die Schulen und Vereine im Hallenbad sind, gibt es keinen öffentlichen Betrieb. Deshalb ist Montag und Dienstag ganz sowie Mittwochvormittag teilweise für die Öffentlichkeit geschlossen.
  • Einbahnschwimmen: Im Schwimmerbecken soll es keinen „Begegnungsverkehr“ geben. Deshalb sind nur drei Bahnen – mit verschiedenen Geschwindigkeiten – vorgesehen, in denen jeweils im Kreis geschwommen wird.
  • Tarife: Die Eintrittspreise werden wie gehabt beibehalten. Wobei die TVI-Schwimmabteilungen von sich aus anboten, einen zusätzlichen Beitrag zu leisten: Die erwachsenen Sportler zahlen für eine Jahreskarte 120 Euro.

Defizit um 100.000 Euro höher

Trotzdem rechnet der Bürgermeister wegen der reduzierten Besucherzahl und des höheren Energieverbrauchs mit einem höheren Defizit des Bads von 100.000 Euro. Schon jetzt mache das Bad im Schnitt 840.000 Euro Minus pro Saison. Aber auch wenn das Hallenbad komplett schließen würde, fielen Kosten an, rechnete Marion Burkert vor: Für das erhöhte Kurzarbeitergeld und Materialaufwand würden vermutlich 665.000 Euro anfallen.

Dennoch: Wie Hannes Blaschke (Freie Wähler) bekannte, wäre er gegen eine Badöffnung nur für die Vereine gewesen – wofür er bei den Sportlern wenige Begeisterung erntete. Florian Hierl (Aktive) freute sich über die erreichte Lösung: „Viele Bürger in Immenstadt warten schon sehnlichst auf das Bad.“