Klettern

DAV öffnet gesamte Anlage im Kletterzentrum Sonthofen

Sport Oberallgäu, Klettern, DAV am Zentrum in Sonthofen, Baumit Arena

Seit Mitte Mai ist das Klettern an den Außenwänden im Kletterzentrum Sonthofen wieder erlaubt – am Montag öffnete der Deutsche Alpenverein auch wieder die Kletterhalle für die Sportler.

Bild: Björn Ahrndt

Seit Mitte Mai ist das Klettern an den Außenwänden im Kletterzentrum Sonthofen wieder erlaubt – am Montag öffnete der Deutsche Alpenverein auch wieder die Kletterhalle für die Sportler.

Bild: Björn Ahrndt

Kletterer dürfen in Sonthofen die Außenwände und auch die Halle benutzen. Welche Auflagen gelten und wie Geschäftsführer Michael Fracaro die Corona-Krise erlebt hat.

09.06.2020 | Stand: 11:45 Uhr

Sie greifen wieder an – im wahrsten Sinn. Seit Montag dürfen Kletterer auch in der Halle am Kletterzentrum Sonthofen wieder „die Wände hochgehen“. Das dürfte die „Kraxler“ in der Region gerade angesichts der aktuell trüben Wetterlage besonders freuen. „Wir sind glücklich, dass wir durch diese weitere Lockerung ein Stück Normalität zurückbekommen“, sagt der Geschäftsführer der DAV-Sektion Allgäu-Immenstadt, Michael Fracaro. Und der 33-Jährige fügt an: „Auch wenn es sich ein bisschen so anfühlt, als würde man das Freibad im Dezember öffnen. Denn der große Ansturm in der Kletterhalle ist im Frühsommer nicht zu erwarten – unabhängig von der Krise.“

Bereits Mitte Mai hatte der Verein, der Halle und Außenbereich betreibt, die Wände im Freien wieder für die Sportler geöffnet. Und so macht Fracaro auch keinen Hehl daraus, dass der zweite Schritt der kompletten Öffnung „für Sportler und für unseren Verein unheimlich wichtig ist.“ Immerhin habe die Krise den Deutschen Alpenverein, der 18 500 Mitglieder führt, „zu dieser Zeit sehr stark getroffen, weil wir in der Übergangssaison im Frühling auch in der Halle sehr gut gefüllt sind – und das ist ein interessantes Terrain, so lange draußen noch nicht geklettert werden kann“, sagt Fracaro. „Diese Phase hat uns stark runtergezogen – gerade mit Blick auf die Beschäftigten im Kletterzentrum. Wie viele anderen mussten auch wir sehr kämpfen.“

Nun aber ist das Kletterzentrum wieder griffbereit – unter strengen Auflagen. Mund- und Spuckschutz beim Eingang sowie auf den Gängen innerhalb der Halle und beim Umziehen sind ebenso Pflicht, wie das Desinfizieren der Hände beim Betreten des Geländes sowie das Einhalten der Abstandsregeln. Das Kletterzentrum hatte sich bereits für die Öffnung des Außenbereichs eine Woche mehr Zeit gelassen, weil „wir die Anordnungen nicht so schnell umsetzen konnten“, erzählt Fracaro. „Für den Innenraum empfehlen wir den Gästen sogar, dass sie im besten Fall schon umgezogen hier ankommen, um den Aufenthalt in der Halle zu minimieren.“

Kein Zeit-Limit für Sportler

Im Übrigen soll das Auslassen jeweils einer Sicherungslinie zwischen den Kletterrouten zusätzlichen Abstand zwischen den Sportlern sicherstellen. Das bereits installierte technische Lüftungssystem ist in Betrieb, die Kinderecke ist nach wie vor geschlossen. Eine zeitliche Beschränkung für die Kletterpaare gebe es allerdings nicht – „wir legen den Sportlern aber einen Aufenthalt von etwa zwei Stunden ans Herz“, sagt Michael Fracaro, der seit zwei Jahren die Geschichte als hauptamtlicher Geschäftsführer der Sektion Allgäu-Immenstadt führt.

Anfänglich war die Nutzung des Außenbereichs noch auf 20 Personen beschränkt. Mit der Öffnung der Halle dürften sich theoretisch bis zu 70 Menschen zeitgleich auf dem Gelände aufhalten. So weit wolle man aber nicht gehen: „Wir glauben, das ist aktuell zu viel. Wir möchten uns bei 40 einpendeln“, sagt der 33-Jährige. Die Reglementierung gleicht der Einkaufswagen-Methode in Supermärkten: Es liegen nur so viele Exen für die Kletterer am Eingang bereit, wie Sportler in die Halle dürfen.

Und das Konzept scheint anzukommen. Bereits nach der Öffnung der Außenkletterwände für den regulären Betrieb sei das Feedback sehr gut gewesen, wie Fracaro erzählt: „Man hat das Gefühl, dass die Leute sich danach sehen, wieder etwas zu machen. Allein die Optik ist eine andere, wenn man künftig die Halle betritt“, ergänzt der Geschäftsführer: „Denn Klettern ist auch Geselligkeit – das ist im Moment alles etwas anders. Aber wir wollen, dass sich der Aufenthalt der Gäste derzeit möglichst auf das Klettern beschränkt. Es ist uns allen wichtig, dass wir den Sportlern eine Chance geben, sich wieder mehr zu bewegen und sich sportlich mehr betätigen zu können, als nur zu laufen. Das tut allen gut.“

DAV-Öffnungszeiten in Sonthofen Das Kletterzentrum Sonthofen ist mit dem regulären Kartenverkauf Dienstag und Donnerstag von 17 bis 21.30 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Nebenöffnungszeiten für Chipkartenbesitzer sind Montag bis Samstag ab 8 bis 21.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.

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