Jubiläum

DAV-Sektion Oberstaufen-Lindenberg feiert ihr 125-jähriges Bestehen

Das Staufner Haus wurde 1907 vom Alpenverein Oberstaufen erbaut. Seitdem wurde es regelmäßig modernisiert.

Das Staufner Haus wurde 1907 vom Alpenverein Oberstaufen erbaut. Seitdem wurde es regelmäßig modernisiert.

Bild: Edgar Demmel

Das Staufner Haus wurde 1907 vom Alpenverein Oberstaufen erbaut. Seitdem wurde es regelmäßig modernisiert.

Bild: Edgar Demmel

Die DAV-Sektion Oberstaufen-Lindenberg wird heuer 125 Jahre alt. Ein großes Festprogramm und eine Baumpflanzaktion sind geplant.
07.05.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Angefangen hat es mit 23 Männern und Frauen. Nun feiert die DAV (Deutscher Alpenverein)-Sektion Oberstaufen-Lindenberg ihr 125-jähriges Bestehen mit 4000 Mitgliedern.

„Darauf können wir stolz sein“, sagt Vorsitzender Jürgen Vogler. Doch die DAV-Sektion dürfe sich darauf nicht ausruhen, sondern müsse sich auf die künftigen Herausforderungen vorbereiten. „Damals gab es noch keinen so ausgeprägten Schnee- und Wandertourismus, die Berge waren wenig frequentiert“, blickt Vogler zurück: „Heute stehen wir vor der Aufgabe, den stetig zunehmenden Bergtourismus mit unserem festgelegten Vereinszweck, dem Naturschutz, in Einklang zu bringen, um auch nachfolgenden Generationen eine intakte Natur zu hinterlassen.“

DAV-Sektion Oberstaufen-Lindenberg betreut 35 Kilometer Bergwege

Etwa 35 Kilometer Bergwege werden an der Nagelfluhkette von der DAV-Sektion betreut. Die Beschilderung der Wegabschnitte, Markieren, Sanieren, Renaturieren sowie die regelmäßige Kontrolle und Erneuerung der Drahtseilsicherungen und Leitern zählen zu ihren Aufgaben. Die Arbeiten werden zum größten Teil vom Wegewart und seinen Helfern durchgeführt. Umfangreichere Wegebaumaßnahmen übernehmen dann Fachfirmen. (Lesen Sie auch: Wandern im Frühjahr: Tipps für die richtige Ausrüstung)

Jährlich veranstaltet die Sektion die Skitourenrallye am Hochgrat.
Jährlich veranstaltet die Sektion die Skitourenrallye am Hochgrat.
Bild: DAV Oberstaufen-Lindenberg

Begonnen hatte alles am 1. Juli 1897. 30 Staufner trafen sich im Gasthaus „Zum Adler“, um eine Alpenvereinssektion zu gründen. Fünf Tage später fand die Gründungsversammlung in der „Krone“ mit 23 Teilnehmern statt. Zum Vorsitzenden wählten sie Dr. J. Büdel. Neben der Erschließung des Wegenetzes folgte schon bald der Bau des Staufner Hauses – das Prunkstück der Sektion. Im 1. Weltkrieg beschränkte sich die Sektionstätigkeit auf die Erhaltung der Hütten und Wege. Von 75 Mitgliedern, die als Soldaten in den Krieg gezogen waren, kehrten sechs nicht mehr zurück. Nach Ende des Kriegs trat die Sektion der Bergwacht bei und wurde 1927 in „Oberstaufen-Lindenberg“ umbenannt.

Nach dem Krieg aufgelöst

Im Zweiten Weltkrieg kam die Arbeit der Sektion nahezu komplett zum Erliegen und danach wurde der DAV aufgelöst. Erst auf Bemühungen von Hermann Wucherer wurde die DAV-Sektion Oberstaufen-Lindenberg 1948 wieder gegründet – diesmal mit 173 Mitgliedern. In den Folgejahren beschäftigte vor allem der Bau der Hochgratbahn die Mitglieder, von dem sie einen finanziellen Nachteil für das Staufner Haus fürchteten. Doch auch dieses musste immer wieder saniert werden.

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DAV Sektion Oberstaufen-Lindenberg präsentiert neuen Imagefilm

1992 folgte der Bau einer Kletterwand durch die Jungmannschaft Oberstaufen in der Oberstaufner Turnhalle. Danach fand der Allgäuer Klettercup zum ersten Mal in Oberstaufen/Kalzhofen statt. Zum 100-jährigen Bestehen zählte die Sektion 1632 Mitglieder. 2006 richtete sie die erste Skitourenrallye am Hochgrat aus, die seitdem nicht mehr aus dem Programm des DAV wegzudenken ist. 2013 knackte die Sektion bei den Mitgliederzahlen die 3000er-Marke und Vogler wurde zum Vorsitzenden gewählt. Heute hat der Verein 4000 Mitglieder. 55 Tourenleiter und zwölf Gruppen bieten für die diesjährige Saison bis Ende Februar des nächsten Jahres 13 Kurse und rund 140 Touren und Bergsportaktivitäten an.

Klettertouren an der Trettachspitze sind sehr beliebt.
Klettertouren an der Trettachspitze sind sehr beliebt.
Bild: DAV Oberstaufen-Lindenberg

In den vergangenen Jahren wurde die Gruppe wie viele andere hart von der Corona-Pandemie getroffen. Dennoch blieb die Sektion nicht untätig: Der Gastraum des Staufner Hauses wurde renoviert und der Weg von der Brunnenauscharte zum Hochgratgipfel saniert.

„In einer Zeit, in der es der Gemeinsinn schwer hat, sind Menschen unverzichtbar, die sich im Ehrenamt engagieren und ihre Kraft und Zeit dafür aufwenden“, sagt Oberstaufens Bürgermeister Martin Beckel über die DAV-Sektion. Zum Jubiläum wurde ein Imagefilm für die Sektion erstellt, der im Rahmen eines Fests im Eventstadel Malas in Oberstaufen am Samstag, 14. Mai, erstmals öffentlich präsentiert werden soll. Außerdem stehen Spiele sowie eine Party am Abend auf dem Programm. Weitere Höhepunkte des Jubiläumsjahres sind ein Festabend auf dem Staufner Haus, eine Baumpflanzaktion bei Oberstdorf sowie ein Kletternachmittag in der Kletterhalle Seltmans.

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