Kunstschau

Der Stolz der Allgäuer Berge - Ausstellung in Bad Hindelang

Hochalpe

Hochalpe, so heißt dieses Exponat von Beate Schmid in der aktuellen Ausstellung am Nordpol in Bad Hindelang.

Bild: Thomas Niehörster

Hochalpe, so heißt dieses Exponat von Beate Schmid in der aktuellen Ausstellung am Nordpol in Bad Hindelang.

Bild: Thomas Niehörster

Beate Fink und Sepp Schmid zeigen noch bis 19. September neue Werke in Bad Hindelang in der alten Fabrik.
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Von Thomas Niehörster
11.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Selten eignet sich ein Ort so ideal für eine Kunstausstellung wie die ehemalige Bosch-Fabrik am Nordpol in Bad Hindelang. Der große Raum mit rundum laufenden Fenstern, in dem früher gewebt wurde, stellt die ausgestellten Bilder im gesamten Tageslauf in ein sanftes Licht. Bei der aktuellen Ausstellung sind Werke von Beate Fink und Sepp Schmid zu sehen.

Künstlerin und Künstler – Cousine und Cousin – stammen aus einer Hindelanger Künstlerfamilie, die einen bedeutenden Namen in der Allgäuer Kunstszene hat. Fragt man die beiden, was sie zu dieser gemeinsamen Ausstellung bewogen hat, gehen sie zurück auf ihren Anfang, als sie „vor gut 45 Jahren“ der damalige Kurdirektor Erich Günther bewogen hatte, eine Ausstellung im Hindelanger Rathaus zu wagen. Das habe ihnen zu jener Zeit als Mal-Eleven viel Mut abverlangt.

Kunst-Ausstellung in Bad Hindelang von Beate Fink und Sepp Schmid

Heute, um einige Hundert Bilder sowie viele Ausstellungen und etliche Erfahrungen in der Kunstszene reicher, brauchen sie nicht mehr um den Erfolg einer Ausstellung zu bangen. Die 54 überwiegend neuen Bilder, die sie in der aktuellen Ausstellung zeigen, skizzieren einen Weg, der bei beiden Künstlern durch ihr Leben hautnah mit der Natur geprägt ist: bei Beate Fink durch 16 Jahre als Käserin auf der Alpe Laufbichl, bei Sepp Schmid durch die Arbeit im Bergwald und nicht zuletzt als Wirt auf der Horn-Alpe.

Sepp Schmid, der seine Lebenserfahrungen auch in kernigen Texten und Gedichten ausdrückt, beweist in seinen Bildern Mut zur Kantigkeit und wie bei den in blau oder grün in Szene gesetzten Kühen eine Abweichung von der „normalen Sichtweise“, die nicht jeder Betrachter auf Anhieb nachvollziehen mag. Sepp Schmid ist ein Künstler, der sich davon nicht beirren lässt. Anders arbeitet Beate Fink, bei der jeder noch so feine Pinselstrich „sitzt“. In warmen, ruhigen Farben hat sie die vielfältigsten Situationen auf der Alpe eindrucksvoll eingefangen. Ihre Kuhmodelle kennt sie alle beim Namen. Und so gelingt es ihr, den sanftmütigen Blick, das Wiederkäuen in Ruhe oder die in Würde gealterte Kuh spannungsvoll auf die Leinwand zu bannen.

Wasserkraft und Stolz der Allgäuer Berge: nach 45 Jahren wieder zu zweit ausstellen

Titel wie „Tobelwasserfall“, „Wildes Wasser“, „Höfatslicht“ oder „Im Firn“ zeugen von der Wasserkraft und dem Stolz der Allgäuer Berge, die beide Künstler in ihren Bildern äußerst beeindruckend wiedergeben. Nach „gut 45 Jahren“ wieder nur zu zweit in einer Ausstellung vertreten zu sein, behagt Beate Fink und Sepp Schmid. Der Ausstellungszeitpunkt sei der Corona-Pandemie „abgetrotzt“. Im vergangenen Jahr habe sie nicht realisiert werden können.

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