Oberstdorfer Musiksommer

Die Faszinationskraft des „Erlkönigs“: Balladen mit Heiko Ruprecht in Oberstdorf

Schauspieler Heiko Ruprecht gestaltet zusammen mit Harfenistin Veronika Ponzer einen Balladenabend beim Oberstdorfer Musiksommer.

Schauspieler Heiko Ruprecht gestaltet zusammen mit Harfenistin Veronika Ponzer einen Balladenabend beim Oberstdorfer Musiksommer.

Bild: Christian Hertmann

Schauspieler Heiko Ruprecht gestaltet zusammen mit Harfenistin Veronika Ponzer einen Balladenabend beim Oberstdorfer Musiksommer.

Bild: Christian Hertmann

Der vom Fernsehen bekannte Schauspieler Heiko Ruprecht ist fasziniert von Balladen. Eine Auswahl präsentiert er mit Harfenistin Veronika Ponzer in Oberstdorf.
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Von Veronika Krull
30.07.2022 | Stand: 17:00 Uhr

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ...“ – die ergreifende Geschichte des „Erlkönigs“ von Johann Wolfgang von Goethe dürfte kaum einem unbekannt sein. In voller Länge wird Heiko Ruprecht, vor allem bekannt aus der Fernsehserie „Der Bergdoktor“, am Samstag, 30. Juli, die Ballade rezitieren. Aber nicht nur: Auf dem Programm stehen auch „Der Taucher“ oder „Die Bürgschaft“ von Friedrich Schiller. Gemeinsam mit der Harfenistin Veronika Ponzer gestaltet der Schauspieler einen Balladenabend für den Oberstdorfer Musiksommer. Mit Ruprecht sprach Veronika Krull.

Woher rührt Ihr Interesse für Balladen? Haben Sie früher auch welche auswendig lernen müssen?

Heiko Ruprecht: Mich haben diese Geschichten in Versform schon immer tief berührt – und seit meiner ersten intensiven Beschäftigung damit in der Schauspielschule am Salzburger Mozarteum nicht mehr losgelassen. Schon damals in den 1990er-Jahren habe ich die ersten auswendig gelernt, zum Beispiel früh schon „Die Bürgschaft“ und den „Erlkönig“ – und das freiwillig! Das Faszinierende an großen Texten wie diesen ist ja, dass man bei jeder Beschäftigung damit neue Schichten freilegen kann. Und deshalb mache ich das immer wieder mit großer Freude und Leidenschaft.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Balladen ausgesucht?

Ruprecht: Nur nach der literarischen Qualität und emotionalen Tiefe der Texte. Und da sind Goethe und Schiller einfach unerreicht – auch in ihrer Verdichtung und sprachlichen Präzision. Und die berühmtesten gehören nicht ganz zufällig auch zu den Hervorragendsten. Aber dann ist es sicherlich auch ein wenig mein persönlicher Geschmack, warum mich zum Beispiel der „Ritter Toggenburg“, der vielleicht nicht so bekannt ist, mit seiner bedingungslosen, aber aussichtslosen Liebe zur Klosterschwester so anrührt.

Neben Goethe und Schiller ist als einzige Ausnahme Gustav Schwab vertreten. Warum?

Ruprecht: Sicherlich auch, weil ich vom Bodensee komme – und ich seit meiner Kindheit einen Bezug habe zum winterlich zugefrorenen See, um den es hier geht. Darum hat mich „Der Reiter und der Bodensee“ besonders fasziniert. Und diese Ballade von Gustav Schwab ist eine wahre Entdeckung und kann es mit den Großmeistern Goethe und Schiller wirklich aufnehmen.

Sie haben das Programm zusammen mit Frau Ponzer erarbeitet? Wie gut kennen Sie sich?

Ruprecht: Wir sind mit diesem Programm seit vielen Jahren zusammen unterwegs und dabei künstlerisch immer weiter zusammengewachsen. Veronika ist eine großartige und hochsensible Musikerin, die ein tolles Gespür für die Balladen hat, weil sie sie genauso liebt wie ich. Es macht große Freude, mit ihr zu konzertieren – mit Musik und Sprache. Deshalb haben wir inzwischen auch ein zweites spannendes Programm entwickelt – mit den unvergleichlichen Sonetten von William Shakespeare.

Sie sind häufig im Fernsehen zu sehen. Wo ist man aufgeregter: vor der anonymen Kamera oder live vor Publikum?

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Ruprecht: Live vor Publikum – denn da hat man immer nur „einen Schuss frei“! Es ist jedes Mal ein Wagnis. Jeder Abend ist einzigartig und entsteht erst durch das Zusammenspiel mit dem Publikum. Das ist immer wieder faszinierend.

Der Balladenabend findet am Samstag, 30. Juli, um 20 Uhr im Oberstdorf-Haus statt. Karten im Festivalbüro, Telefon 08322/959200-5, oder online www.oberstdorfer-musiksommer.de

Zur Person: Heiko Ruprecht, 1972 in Friedrichshafen geboren, ist als Schauspieler durch das Fernsehen bekannt geworden, etwa durch den „Bergdoktor“. Er ist aber auch dem Theater treu geblieben, seinem „Mutterschiff“.

Der Schauspieler Heiko Ruprecht.

Die Harfenistin Veronika Ponzer.

Der Balladenabend "Die Geister, die ich rief":

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