Immenstadt

Die Konstanzer Aach soll natürlicher werden

Der „Autobahn-Abschnitt“ der Konstanzer Aach westlich des Großen Alpsees: Dort will der Verein der Fliegenfischerfreunde Allgäu Verbesserungsmaßnahmen in dem Bach verwirklichen, um künftig Erosionen zu vermeiden und für die Fische Rückzugsorte zu schaffen.

Der „Autobahn-Abschnitt“ der Konstanzer Aach westlich des Großen Alpsees: Dort will der Verein der Fliegenfischerfreunde Allgäu Verbesserungsmaßnahmen in dem Bach verwirklichen, um künftig Erosionen zu vermeiden und für die Fische Rückzugsorte zu schaffen.

Bild: Benjamin Liss

Der „Autobahn-Abschnitt“ der Konstanzer Aach westlich des Großen Alpsees: Dort will der Verein der Fliegenfischerfreunde Allgäu Verbesserungsmaßnahmen in dem Bach verwirklichen, um künftig Erosionen zu vermeiden und für die Fische Rückzugsorte zu schaffen.

Bild: Benjamin Liss

Die Fliegenfischerfreunde Allgäu wollen an dem Bach zwischen Immenstadt und Oberstaufen ökologische Maßnahmen umsetzen. Aber nicht alle Bauern sind im Boot.
22.09.2022 | Stand: 12:16 Uhr

Früher zog sich die Konstanzer Aach in zahlreichen Schleifen und Kurven von Oberstaufen zum Großen Alpsee. Heute ist der Bach an fast allen Stellen begradigt. Gar wie eine Autobahn verläuft er nördlich des Immenstädter Ortsteils Ratholz. Der Verein der Fliegenfischerfreunde Allgäu will der Aach wenigstens etwas von ihrer Natürlichkeit zurückgeben. Er plant dort Maßnahmen, um der Erosion des Ufers zu begegnen, den Bach zu beschatten und für die Fische Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Die Immenstädter Stadträte im Bauausschuss waren angetan vom Engagement der Fischer und stimmten einhellig zu.

Zuständig für das Gewässer dritter Ordnung sind die Kommunen Oberstaufen und Immenstadt. Und es gab immer wieder Versuche, den Bach zu renaturierenmit kleinen Erfolgen auf Staufner Gebiet. Denn der ökologische Zustand der Aach ist – von den Behörden nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft – „unbefriedigend“. „Bei uns war eine Renaturierung leider nicht möglich, weil die Grundstücke dafür nicht zu bekommen waren“, erläuterte Robert Kennerknecht vom Immenstädter Bauamt den Stadträten.

Seit mehr als zwei Jahren haben die Fliegenfischer westlich des Großen Alpsees viereinhalb Kilometer des insgesamt 21 Kilometer langen Bachs gepachtet. Die rund 20 Mitglieder wollen aber keine große Renaturierungs-Aktion starten, sondern mit kleinen Maßnahmen ausschließlich innerhalb des Flussbetts und im Bereich der Böschungen die Lebensbedingungen der Tier- und Pflanzenwelt verbessern. In der Aach finden sich Bach- und Seeforelle, Äschen, Elritze oder Hasel.

Baumstämme, Weidengeflecht, Kiesbänke

Für drei Bereiche gibt es eine Planung (siehe Grafik). Einige Vorhaben, die auf dem 500 Meter langen „Autobahnstück“ bei Ratholz vorgesehen sind, erläuterte der Vorsitzende Antonio Hernandez aus Lindenberg. „Der Bach liegt uns echt am Herzen“, sagte Hernandez. Sein Verein wolle ihn nachhaltig ökologisch verbessern. So sollen Baumstämme, Weidengeflechte und Wasserbausteine eingesetzt werden, um die Strömung zu lenken und die Ufer zu sichern. Kleine Kiesbänke sind für die Fische als Laichplätze vorgesehen. Heimische, kleinwüchsige Gehölze sollen dem Ufer Halt geben und den Bach beschatten, damit sich der im Sommer nicht zu stark erwärmt. Auch später wollen sich die Fischer um die Pflege der gepflanzten Sträucher kümmern.

Die Planung der Maßnahmen erfolgte laut Hernandez von Fachleuten des Ingenieurbüros IBF Umwelt. Dafür hat der Verein 2000 Euro ausgegeben. Die Kosten für die Umsetzung schätzt er auf 25.000 bis 30.000 Euro. Damit soll ein Wasserbauunternehmen beauftragt werden, wobei die Vereinsmitglieder tatkräftig mithelfen wollen. Finanziert würde das Projekt zu 90 Prozent durch die Fischereiabgabe, die die frisch geprüften Angler an den Landesfischereiverband zahlen. Allerdings muss die Maßnahme dann an allen Standorten abgeschlossen sein. Zehn Prozent muss der Verein tragen, wobei laut Hernandez Sponsoren ihre Hilfe zugesagt hätten.

Es geht nur mit den Landwirten

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Der Vereinsvorsitzende betonte, dass die Anlieger, also Grundeigentümer und Pächter, bei dem Projekt beteiligt und von allen Vorhaben unterrichtet werden sollen. Denn ohne deren Einverständnis könnten die Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Und einige Landwirte seien noch skeptisch.

Florian Hierl (Aktive) und Bernhard Baldauf (CSU), beide Landwirte und Anlieger der Konstanzer Aach, begrüßten die Maßnahmen: „Das starke Steilufer an manchen Stellen bricht immer wieder ein“, bestätigte Hierl. „Wie sieht es mit den Drainagen aus?“, wollte Baldauf wissen. Darauf werde „größte Rücksicht“ genommen, sagte Hernandez. Einmündungen von Drainagen aus den Wiesen würden von Maßnahmen frei bleiben, um den Einfluss nicht zu gefährden.

Jetzt hofft der Vorsitzende darauf, dass die Gespräche mit den Landwirten Erfolg haben, und das Vorhaben bald umgesetzt werden kann.

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