Kunst im Oberallgäu

Die Malerin Aida Maulid führt in Sonthofen in ihre heile farbige Welt

Hoffnungsvolle Blicke zum Abschied: „Zug des Lebens“, ein Acrylgemälde von Aida Maulid. Die Kemptenerin stellt in der Sonthofer Galerie „Whoyou“ im Zainschmiedeweg 19 aus.

Hoffnungsvolle Blicke zum Abschied: „Zug des Lebens“, ein Acrylgemälde von Aida Maulid. Die Kemptenerin stellt in der Sonthofer Galerie „Whoyou“ im Zainschmiedeweg 19 aus.

Bild: Günter Jansen

Hoffnungsvolle Blicke zum Abschied: „Zug des Lebens“, ein Acrylgemälde von Aida Maulid. Die Kemptenerin stellt in der Sonthofer Galerie „Whoyou“ im Zainschmiedeweg 19 aus.

Bild: Günter Jansen

Die Malerin Aida Maulid zeigt in Sonthofen erstmals ihre Bilder. Gemeinsam ist ihnen die starke emotionale Ausdruckskraft. Das offenbart die farbenfrohe Schau.
11.05.2022 | Stand: 17:00 Uhr

Die Welt ist bunt, oder besser ausgedrückt, farbenfroh. So zumindest zeigt Aida Maulid „My Coloured World“, ihre farbige Welt. Es ist eine kontrastreiche, aber vor allem Unbeschwertheit verbreitende Sinfonie der Formen und Farben, aus der sich in Schwarz und Weiß die Konturen eines Gesichtes herausschälen. Ihres Gesichtes. Nur zur Hälfte nimmt es Gestalt an, setzt sich von der Flut der Emotionen ab, für die der Rausch der Farben steht.

Goldschmiedelehre in Kempten und München

Ihre Welt sei eine heile Welt, betont die 57-Jährige, die in Kempten lebt und dort und in München eine Goldschmiedelehre absolviert hat. Aida Maulid findet diese heile Welt für sich vor allem im Malen. Eine Auswahl ihrer Bilder zeigt sie jetzt erstmals, und zwar in der Sonthofer Galerie „Whoyou“. Dort staunt der Betrachter über die Vielgestaltigkeit der Arbeiten. Sie reichen von der schnell hingeworfenen Skizze bis zur penibel ausgeführten, fast fotorealistisch durchgeformten Darstellung. Sie reichen vom Portrait bis zum Traumbild.

Das breite Lächeln

Gemeinsam ist allen eine spontane, aus der momentanen Emotion geborene Malweise. Und diese kann viele verschiedene Erscheinungsformen annehmen. Sie beschränkt sich manchmal auf eine nur schmale Farbpalette wie beim Portrait von Louis Armstrong, in dem Braun- und Grautöne vorherrschen - und natürlich das glänzende Weiß seiner Zähne, die das breite Lächeln im Gesicht des Jazzmusikers offenbart.

Ein Herrscher, dem sein Land viel verrdankt

Sie lässt sich auch gänzlich auf Schwarz und Weiß reduzieren wie im „Sound of Soul“, in dem das Interesse der Malerin vor allem auf der Ausgestaltung des Gesichtes liegt, während alles andere an der Figur der Sängerin nur skizzenhaft angedeutet wird. Fast akribisch wiedergegeben wirkt dagegen der „Sultan von Oman“, ein Herrscher, dem sein Land viel zu verdanken habe, wie Aida Maulid erklärt.

In surrealen Welten

Andere Arbeiten führen in surreale Welten wie etwa „Gregory im All“: Ein Mann im Astronautenanzug düst dort in einem roten Cabrio im Orbit um die Erde. Gänzlich real wirken dagegen Steine, die in dem Gemälde „Balance“ übereinandergetürmt eine hoch aufgerichtete Figur ergeben, die die Sonne in den unterschiedlichsten Schattierungen leuchten lässt, während der Landschaftshintergrund impressionistisch verschwimmt.

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Solchen fast meditativen Bildern stehen wiederum andere entgegen, die bewegende Geschichten erzählen wie etwa der „Zug des Lebens“: Eine Fensterscheibe trennt den Mann von Frau und Kind. Er steht draußen am Bahnsteig, die anderen sitzen im Abteil. Sein Blick konzentriert sich ganz auf das Baby. In ihm liegt die Hoffnung in dieser Szene des Abschieds. Sie ist vor dem Ukrainekrieg entstanden und steht doch als Symbol für so viele erzwungene Trennungen von Familien - durch welche Gründe auch immer. Mann und Frau zeigen in diesem Bild unterschiedliche Hautfarben - doch die sind vermutlich nicht der Grund für diesen Abschied.

Öffnungszeiten: bis 29. Mai in der Sonthofer Galerie "Whoyou", Zainschmiedeweg 19,, montags bis mittwochs 17 bis 19 Uhr.

Aida Maulid beim Künstlernetzwerk "Whoyou".

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