Garten-Tipps

Immer mehr Oberallgäuer entdecken die neue Lust am Gärtnern

Mit viel Elan bauen Linus (fünf Jahre) und seine Schwester Klara (acht Jahre) eine Kräuterschnecke im Garten.

Mit viel Elan bauen Linus (fünf Jahre) und seine Schwester Klara (acht Jahre) eine Kräuterschnecke im Garten.

Bild: Martina Diemand

Mit viel Elan bauen Linus (fünf Jahre) und seine Schwester Klara (acht Jahre) eine Kräuterschnecke im Garten.

Bild: Martina Diemand

Im Corona-Lockdown wollen viele in das beißen, was sie eigenhändig in die Erde gesetzt haben. Gärtner erklären, was gut wächst.

14.05.2021 | Stand: 14:12 Uhr

„Man ist viel mehr daheim wie früher. Da will man’s natürlich schön haben“, sagt Gärtnermeister Christian Herb aus Kempten. Er spricht aus, was auch andere Gärtner im Oberallgäu und in Kempten festgestellt haben. Sich die Hände mit Erde schmutzig zu machen und zur Belohnung frisches Gemüse zu ernten, ist wieder „in“.

„Die Selbstversorgung nimmt zu“, stellt auch Gärtnerin Stefanie Frank fest. In ihrer Gärtnerei in Fischen würden zurzeit viel mehr Gemüsepflanzen als sonst gekauft. Die Kundschaft reiche von Jung bis Alt. Es gebe Eltern, die ihren Kindern zeigen wollen, wie Gemüse wächst. Viele treibe der Wunsch an, ihren Garten umzuwandeln. Und es gäbe junge Kunden, die Gemüse in Balkonkästen kultivieren. Frank hat sich darauf eingestellt und in diesem Jahr mehr Gemüsepflanzen produziert – von Tomaten über Zucchini bis zu Kräutern. Ihr Tipp für Anfänger: „Cocktailtomaten sind sehr dankbar.“ Wer solch eine Pflanze in einen ausreichend großen Topf steckt und ihn an eine sonnige, geschützte Stelle stellt, könne sich später über leckere Tomaten freuen. „Da ist der Erfolg garantiert“, sagt Frank. Aber auch Blumen seien stark gefragt: von der klassischen Geranie bis zur neuen zweifarbigen Fächerblume.

Hochbeete liegen im Trend

Die neue Lust am Gärtnern spürt auch Dominik Elgaß im V-Baumarkt Immenstadt. Der Gartenlandschaftsbauer stellt fest: „Der Bedarf an Erde ist stark gestiegen.“ Besonders im Trend lägen Hochbeete. „Da ist gut was weggegangen“, sagt Elgaß. Er selbst hält viel von Hochbeeten, da sie ergonomisches Arbeiten ermöglichen und Schnecken weniger Ärger machen. Sein Tipp: Gemüse-und Sommerblumen im Hochbeet mischen. Das mache die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge.

Auch wer nur wenig Platz hat, kann laut Bio-Gärtner Herb Gemüse und Salate ernten. Anfängern empfiehlt er, Pflücksalate in Balkonkästen großzuziehen. „Das gelingt ganz leicht“, sagt Herb. Außer gießen müsse man nichts machen, könne aber über Wochen hinweg ernten. Für wenig Platz geeignet sei Brokkoli. Der wachse an der Seite immer wieder nach. Auch Stangensellerie und Stielmangold könne man ständig ernten, wenn man nur die äußeren Stiele hernimmt. Wichtig sei, die Pflanzen nach etwa vier Wochen zu düngen, wenn unten die ersten Blätter gelb werden.

Salat wächst auch in der Mülltonne

Dabei muss die Pflanze nicht immer im Blumentopf stecken, wie Herb erklärt. „Bei uns im Hof steht eine alte rote Mülltonne, in der Salat wächst. Auch einen alten Einkaufswagen hat der Bio-Gärtner schon bepflanzt.

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Der Fantasie sei da keine Grenze gesetzt. Gärtnermeister Herb empfiehlt, solche Behältnisse an der Seite mit Stroh auszukleiden, damit die Erde nicht durchfällt. Unten müsse der Boden wasserdurchlässig sein. „Wichtig ist nur, dass das Gefäß ein gewisses Volumen hat“, sagt der Bio-Gärtner. Sonst würden die Pflanzen verhungern und verdursten.

Tipps für Einsteiger: Das wächst garantiert

Für Ungeduldige: Sofort Frühlingszwiebeln ernten

  • Das braucht man: Ein bis zwei Bündel Frühlingszwiebeln aus dem Supermarkt, etwas Gartenerde, ein Pflanzgefäß.
  • So geht’s: Frühlingszwiebeln werden normalerweise als fertige Pflanze mit Wurzeln verkauft. Diese einfach einige Zentimeter tief in die Erde stecken und losernten. Nur die äußeren Halme nehmen, dann treibt die Pflanze in der Mitte sehr schnell immer wieder nach.

Für Feinschmecker: Salate aus dem Tetrapack

  • Das braucht man: Mehrere leere Getränkekartons, etwas Erde, Samen von Eichblattsalat, asiatischem Salat oder anderen Pflücksalaten. Schneller geht es mit Salatpflanzen vom Gärtner.
  • So geht’s: Eine Seite des Getränkekartons mit einem Messer entfernen. In das offene Gefäß dann Erde einfüllen. Entweder die fertigen Pflanzen einsetzen oder Saatkörner aufstreuen und mit etwas Erde bedecken. Sind mehrere Blätter gewachsen, kann man sie ernten.

Für Faule: Rucola wächst immer wieder

  • Das braucht man: Erde, ein Pflanzgefäß und Rucola als Setzling oder Samen.
  • So geht’s: Die Pflanze sät sich jedes Jahr wieder selbst aus. Sind die Blätter so groß wie die im Supermarkt, kann man sie ernten. Die Mitte der Pflanze stehen lassen.

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