Jugendfeuerwehr

Die Oberallgäuer Feuerwehr sorgt sich um den Nachwuchs

Die Oberallgäuer Kreisjugendfeuerwehr verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Nun sollen neue Strategien, unter anderem ein Werbekonzept und gemeinsame Aktionstage, den Nachwuchs sichern.

Die Oberallgäuer Kreisjugendfeuerwehr verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Nun sollen neue Strategien, unter anderem ein Werbekonzept und gemeinsame Aktionstage, den Nachwuchs sichern.

Bild: Leitenstorfer (Symbolfoto)

Die Oberallgäuer Kreisjugendfeuerwehr verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Nun sollen neue Strategien, unter anderem ein Werbekonzept und gemeinsame Aktionstage, den Nachwuchs sichern.

Bild: Leitenstorfer (Symbolfoto)

404 Mädchen und Buben sind Mitglied im Oberallgäuer Verband, 13 weniger als im Vorjahr. Der Kreisjugendwart fordert mehr Gleichbehandlung in der Corona-Krise.
Die Oberallgäuer Kreisjugendfeuerwehr verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Nun sollen neue Strategien, unter anderem ein Werbekonzept und gemeinsame Aktionstage, den Nachwuchs sichern.
Von Redaktion Allgäuer Anzeigeblatt
28.03.2021 | Stand: 13:53 Uhr

Das erste Mal in der Geschichte fand die Frühjahrsversammlung der 54 Oberallgäuer Jugendfeuerwehren als Online-Meeting statt. Wegen der Corona-Pandemie mussten aus dem Feuerwehrhaus in Altusried Live-Bilder zu den 41 Jugendwarten, Ausbildern und Jugendsprechern gesendet werden.

Über einen wenn auch geringen Aderlass beim Nachwuchs berichtete Kreisjugendwart Florian Speigl: 13 Mitglieder traten aus, 404 Mädchen und Buben waren im vergangenen Jahr noch in der Kreis-Jugendfeuerwehr. In den vergangenen fünf Jahren beziffert sich der Rückgang auf 40 Mädchen und Buben. Damit sind aktuell 3,2 Prozent der Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren aus dem Landkreis Oberallgäu in der Jugendfeuerwehr aktiv. Obwohl ab Ende März 2020 durch den Lockdown der Übungsbetrieb eingestellt wurde, gab es 102 Neuzugänge, zehn kommen bereits aus den Kinderfeuerwehren. Es gab 291 feuerwehrtechnische Übungen und 116 Dienste zu allgemeiner Jugendarbeit mit zusammen 678 Stunden. Zusätzlich zum normalen Feuerwehrdienst wendeten die 149 Jugendwarte und Ausbilder über 2000 Stunden für Vor- und Nachbereitung als auch Fortbildung auf.

Laut einer Bevölkerungsstudie werde die Zielgruppe bis 2039 um 21 Prozent anwachsen. „Wir müssen uns in der Pandemie intensiv um den Nachwuchs kümmern, damit wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagt der Kreis-Jugendfeuerwehrwart Florian Speigl.

Auf Unverständnis trifft die Ungleichbehandlung der Jugendorganisationen in Bayern bei der Jugendfeuerwehr Oberallgäu. „Nachwuchssportler unter 14 Jahren aus dem ganzen Allgäu können am Söllereck und am Oberjoch in ihren Vereinen auf Alpin-Ski trainieren, aber unsere Jugendfeuerwehren dürfen keine Übung im Freien abhalten“, klag Speigl. Er macht sich stark für eine Wiederaufnahme des Übungs- und Ausbildungsbetriebes mit entsprechenden Schutz- und Hygienekonzepten, um den Fortbestand der Nachwuchsabteilungen der Feuerwehr zu sichern. Seit Wochen stimmen sich der Landesfeuerwehrverband Bayern, die Kommunale Unfallversicherung und das bayerische Innenministerium ab, bislang ohne ein Ergebnis.

Neues Werbekonzept geplant

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen beschäftigt sich der Kreis-Jugendfeuerwehrausschuss mit der Entwicklung eines Nachwuchswerbekonzeptes für die Oberallgäuer Feuerwehren. Dabei sollen Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr neue Jugendliche werben. Mit einer externen Agentur werden im Laufe des Jahres Filmspots zur Nachwuchsgewinnung entstehen. In einer Steckbriefaktion werden bereits Oberallgäuer Jugendfeuerwehren in sozialen Medien und auf der Homepage nach und nach präsentiert.

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Fachbereichsleiterin Laura Previderio stellte den Jugendwarten die vier Kinderfeuerwehren des Kreises vor. „Es wäre schön, wenn sich in den nächsten Jahren weitere Kinderfeuerwehren gründen“, hofft sie. Zudem soll ein Oberallgäuer Kinderfeuerwehrtag organisiert werden.

Eigener Sprecher für die Jugendfeuerwehr

Mit einem klaren „Ja“ wird die Frage nach einem Jugendsprecher durch Kreis-Jugendsprecher Sebastian Hobmeier (JF Durach) beantwortet. Er warb dafür, in allen Jugendfeuerwehren das Amt des Jugendsprechers zu besetzen und so die Stimme des Feuerwehrnachwuchses ein Gesicht zu geben. Jugendsprecher zu sein, bedeute Verantwortung zu übernehmen, demokratisch aktiv zu sein, mitzubestimmen und die Interessen der Jugendlichen zu vertreten. Hobmeier arbeitet derzeit an der Entwicklung neuer Werbemittel.

In weiteren Projektgruppen kümmert sich die Feuerwehrnachwuchsorganisation darum, attraktiv für Kinder und Jugendliche zu bleiben. Das Programm und der Ablauf des Jugendfeuerwehrtages wird überarbeitet, ein gemeinsamer Aktionstag mit den Jugendfeuerwehren nach der Krise ist geplant.