Immenstädter Schwimmfest

"Durchbrechen eine Barriere": So organisiert der TVI das Event mit 300 Athleten

Schwimmfest Immenstadt

So bunt wie in den vergangenen Jahren wird es am kommenden Wochenende beim Internationalen Immenstädter Schwimmfest sicher nicht zugehen – die Verantwortlichen vom TV Immenstadt freuen sich aber über 300 Starter.

Bild: Günter Jansen

So bunt wie in den vergangenen Jahren wird es am kommenden Wochenende beim Internationalen Immenstädter Schwimmfest sicher nicht zugehen – die Verantwortlichen vom TV Immenstadt freuen sich aber über 300 Starter.

Bild: Günter Jansen

Der TVI richtet am Wochenende das Traditions-Event mit 300 Startern aus. Birgit Joas und Christine Zähringer über Sorgen, Kompromisse und Hoffnungen.
08.10.2021 | Stand: 11:33 Uhr

36 Jahre Schwimmfest – und heuer wird alles anders. Es gibt keine Staffeln, keine Teamwertung, keine Siegerehrung, kein Fest im klassischen Sinn. Und doch soll das Internationale Immenstädter Schwimmfest in der 34. Auflage am kommenden Wochenende – geht es nach dem ausrichtenden TV Immenstadt – eine besondere Rolle einnehmen.

Es ist extrem wichtig. Für uns als Abteilung und vor allem für die Sportler“, sagt TVI-Trainerin Christine Zähringer, die gemeinsam mit der Sportlichen Leiterin Birgit Joas die Organisation des Events federführend leitet. „Die Athleten haben im Training wieder Ziele und freuen sich auf etwas, worauf sie hinarbeiten können.“ Wie zum Beispiel das Fest im „Städtle“.

Internationale Klasse am Start

Samstag und Sonntag gehen jeweils ab 8 Uhr insgesamt 22 Vereine und 300 Sportler – darunter alleine 24 Lokalmatadore vom TVI – ab den Jahrgängen 2013 bis zu den Aktiven im Immenstädter Hallenbad ins Becken. Die Traditionsveranstaltung trägt zwar nach dem Ausfall 2020 heuer aus gegebenem Anlass den Untertitel „Schwimmfest light“ – die gemeldeten Teams versprechen dennoch sportliche Klasse: Allen voran sind die Seriensieger vom SSV Bozen dabei, gemeldet haben auch der TS Dornbirn, der SSV Leifers, der TV Kempten, das Team Buron Kaufbeuren sowie die Mannschaften aus Straubing, Nürnberg und Ravensburg.

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Dabei wird die Veranstaltung in diesem Jahr in jeder Hinsicht anders ablaufen, als es Sportler und Betreuer vom „ISS“ gewohnt sind, das machen Joas und Zähringer deutlich. „Wir haben morgens eine Einlasskontrolle für die 3-G-Regelung. Die Vereine haben im Vorfeld Listen mit einer Selbstauskunft bekommen“, erklärt Birgit Joas. „Jeder Teilnehmer, Athlet, Betreuer und Trainer muss sich vorstellen.“ Im Bad bekommen Vereine separate Slots zum Einschwimmen zugewiesen. Eine feste Vorgabe für die Regelung der Personenanzahl im Bad besteht behördlich nicht – diese gilt nur für den regulären Badebetrieb.

Zwei Tage à 150 Athleten im Immenstädter Hallenbad

Doch Zähringer und Joas haben sich und ihrem Orga-Team selbst die Grenze von 150 Aktiven auferlegt, die „sich zwar gleichzeitig auf der Anlage, aber im gesamten Gebäude verteilt aufhalten dürfen“, erklärt die 42-jährige Zähringer. Zudem gibt es einzelne, den Club zugewiesene Plätze im Schwimmbad – die Umsetzung dieser Abstände haben die Verantwortlichen im Trainingsbetrieb bereits simuliert. „Die Hauptfrage für uns war, wie all die Personen in der Halle sinnvoll zu verteilen sind. Und dadurch, dass keine Zuschauer dabei sind, ist es in der Handhabung der Personenzahl etwas lockerer“, sagt Zähringer. „Trotzdem haben wir die Strecken umverteilen müssen, weil wir das identische Programm im Wettkampf nun auf zwei Tage strecken.“ So soll vermieden werden, dass sich 300 Athleten zeitgleich im Bad tummeln – die Hälfte ist am Samstag dran, die zweite Hälfte geht Sonntag für das identische Wettkampfprogramm ins Becken.

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Insgesamt 35 Helfer aus dem Umfeld des TVI sollen den möglichst reibungslosen Ablauf der Traditionsveranstaltung sicherstellen – auch wenn die Ausrichtung unter diesen Bedingungen für alle Beteiligten Neuland ist. Immerhin ist das „Immenstädter Schwimmfest“ 2021 eine der ersten Indoor-Schwimm-Veranstaltungen überhaupt, die bayernweit und in dieser Größenordnung stattfindet. „Wir trauen uns wieder, das ist ein wichtiges Signal für den Sport“, sagt Birgit Joas, deren Mann das Fest einst ins Leben gerufen hatte. „Wir durchbrechen damit eine Barriere – auch andere Vereine werden sehen, dass wir uns als Erste wieder rangetraut haben.“

Birgit Joas: Keine Sorge um den Charme des Events

Und auch wenn es in diesem Jahr keine Mannschaftswertung um den Hermann-Joas-Gedächtnispokal geben wird, die Startprozeduren heuer von Ordnern begleitet werden und sich alle Athleten möglichst in zugewiesenen Arealen aufhalten sollen: Beim TV Immenstadt sorgt man sich angesichts der Einschränkungen nicht um den Charme der 36 Jahre alten Veranstaltung. „Wir sprechen auf der einen Seite von den Sportlern, die begeistert sind – aber auch für die Eltern und Helfer ist es unheimlich wichtig, dass das ganze Team endlich wieder beisammen ist“, sagt Zähringer. „Viel zu lange haben wir uns zwischen Tür und Angel ausgetauscht. Es kann nun wieder ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen.“

In die gleiche Kerbe schlägt die zweite treibende Kraft im OK-Team. „Alle Beteiligten sind euphorisch, dass überhaupt etwas stattfinden kann nach dieser langen Zeit. Der Charme der Veranstaltung lebt auch von der Internationalität und das zeigen die Reaktionen der Clubs“, sagt Birgit Joas. „Uns war wichtig, dass wir das Wochenende mit einem guten Gefühl verantworten können. Es ist ein richtiger Schritt, es darf in Zukunft aber bald auch gerne wieder anders werden.“