Whoyou: Galerie am Grünten

Ein angesagter Künstler zeigt in Sonthofen Bilder, die im Dunklen glühen

Peter Becker

Gemälde im UV-Licht: Peter Becker aus München zeigt in der Ausstellung „Satellite of Love“ bei „Whoyou“ in der Sonthofer „Galerie am Grünten“, Zainschmiedeweg 19, poppige Bilder.

Bild: Markus Noichl

Gemälde im UV-Licht: Peter Becker aus München zeigt in der Ausstellung „Satellite of Love“ bei „Whoyou“ in der Sonthofer „Galerie am Grünten“, Zainschmiedeweg 19, poppige Bilder.

Bild: Markus Noichl

Maler Peter Becker präsentiert poppige Kreationen in der Sonthofer Galerie am Grünten. Um den Werken Tiefe zu verleihen, nutzt er eine spezielle Technik.
04.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

UV-Licht oder „Schwarzlicht“ – das war doch mal in der Disco der letzte Schrei. Textilien oder Gegenstände beginnen zu glühen. Dass dieser Effekt auch für richtige Kunst eingesetzt werden kann, zeigt eine Ausstellung in der „Galerie am Grünten“ in Sonthofen.

Frech und farbenfroh

Erst mal: Peter Beckers Bilder können sich bereits ohne UV-Licht sehen lassen. Es sind poppige Kreationen der „Urban Art“. Frech, farbenfroh und offensiv. Großformatig gesprayt, gekleckst, getupft ... manchmal auf Plakaten als durchschimmernder Hintergrund. Öfters Frauen in Disco-Pose. Daneben auch Serien mit bis zu 16 Bildern, ein Motiv variierend. Das reicht von Frieda Kahlo bis Mickey Mouse.

Kunst-Projekte in Münchner Clubs

Richtig Leben in diese Welt kommt allerdings, wenn man verdunkelt und das UV-Licht anschaltet (so heißt die sogenannte ultraviolette Frequenz knapp über der energiereichsten, kurzwelligsten Farbe, die unsere Augen noch wahrnehmen können, nämlich violett). Dann beginnen die Bilder feurig, wie von innen, zu glühen, bekommen Tiefe und räumliche Staffelung. Dann wird auch klar, warum Peter Beckers „Art Projekts“ in Münchener Clubs so angesagt sind. Die Kunst sei es, normale und UV-Farbe zu mischen, erklärt Becker, so dass die Arbeiten in beiden „Aggregatszuständen“ wirken. Die reinen UV-Farben hätten nur drei bis vier Töne, allein mit ihnen würde man sich schnell wiederholen in billigen Goa-Effekten.

Die Welt wird magisch

So aber betritt man eine Welt, die bereits in Normalzustand wirkt. Witzige Idee, diese angemalte Schallplatte auf dem Plattenspieler, der an der Wand hängt, denkt man sich. Aber wenn sich diese dann nach dem Switch (UV an) zu drehen beginnt, Musik einsetzt – und dann noch, wie bei der Vernissage, Fabienne und Stefan aus Kempten dazu tanzen? Dann wird die Welt magisch und mehrdimensional. Bekommt Trance und Tiefe.

Schön, dass sich das bereits durch gute Kunst erreichen lässt, auch ohne Ecstasy oder sonstige zweifelhaften Hilfsmittel ...

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Öffnungszeiten: „Satellite of Love“, bis Ende August, montags bis mittwochs von 17 bis 20 Uhr.

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