Benefiz-Lauf

Ein Euro pro Kilometer - Start zum Adventstrail in Rettenberg

Noch liegt rund um den Falkenstein nicht ganz so viel Schnee wie bei der vierten Auflage des Adventstrails in Rettenberg 2017. Doch die Ausdauersportler aus der Region dürfen auch heuer mit ihrem Lauf in der Adventszeit für die Kartei der Not spenden – wenn auch in diesem Jahr nicht in der Gruppe.

Noch liegt rund um den Falkenstein nicht ganz so viel Schnee wie bei der vierten Auflage des Adventstrails in Rettenberg 2017. Doch die Ausdauersportler aus der Region dürfen auch heuer mit ihrem Lauf in der Adventszeit für die Kartei der Not spenden – wenn auch in diesem Jahr nicht in der Gruppe.

Bild: Dominik Berchtold

Noch liegt rund um den Falkenstein nicht ganz so viel Schnee wie bei der vierten Auflage des Adventstrails in Rettenberg 2017. Doch die Ausdauersportler aus der Region dürfen auch heuer mit ihrem Lauf in der Adventszeit für die Kartei der Not spenden – wenn auch in diesem Jahr nicht in der Gruppe.

Bild: Dominik Berchtold

Für die siebte Auflage des Benefizlaufs muss Organisatorin Gitti Stork improvisieren: Teilnehmer laufen individuell, jeder spendet an die Kartei der Not.
06.12.2020 | Stand: 12:27 Uhr

Es scheint, als wäre es das verflixte siebte Jahr. Doch ist es nicht der Aberglaube, der verhindert, dass der Adventstrail in Rettenberg 2020 so ablaufen kann, wie er es in seinen ersten sechs Ausgaben konnte: kein Start im Kollektiv, keine Guides für die unterschiedlichen Gruppen, keine Verpflegungsstationen – kein geselliges Pizzaessen im Anschluss. Wegen der dynamischen Entwicklung in der Corona-Pandemie fällt heuer viel flach, das Entscheidende aber bleibt. Ausdauersportler können in der Adventszeit Gutes tun – für sich und für andere. Deshalb hat Organisatorin Gitti Stork für die siebte Auflage des Sturms auf den Falkenstein improvisiert. „Jeder kann laufen, egal wie viel und wann – Hauptsache, in der Adventszeit“, sagt Stork. „Meine Idee ist, dass jeder Läufer einen Euro pro Kilometer für die Kartei der Not spendet.“

Seit den Anfängen der Aktion erlöste der Adventstrail in den vergangenen Ausgaben jährlich zwischen 500 Euro und dem letztjährigen Rekord von 1000 Euro für das Leserhilfswerk unserer Zeitung. „Ich habe mit Hannes Nägele Ende Oktober diskutiert, wie wir es in diesem Jahr machen können. Ein Gruppen-Event, wie in den vergangenen Jahren hatte keinen Sinn, aber ich wollte den Trail auch nicht ganz ins Wasser fallen lassen“, erzählt Stork, die im vergangenen Jahr wegen einer hartnäckigen Fußblessur selbst nicht mitlaufen konnte. „Ich fand es schade, nach sechs Jahren nun gar nichts zu machen.“

Axel Reusch, Jojo Klein und Gerhard Honold sind dabei

Mitte November startete sie erste Anfragen in der trail-internen Whatsapp-Orga-Gruppe – die Resonanz war durchweg positiv. „Laufladen“-Besitzer und Triathlet Axel Reusch sagte ebenso zu, wie Fotograf Dominik Berchtold, der ehemalige Guide Manuel Heller aus Rettenberg sowie Hans Köberle vom Skiclub Rettenberg, der sich zudem auf die Suche nach Sponsoren machte. Auch Lauf-Ass Johannes Klein aus Oberstdorf und Gerhard Honold vom Triathlon-Team des TV Immenstadt wollen sich in der Adventszeit engagieren. Da auch die gewohnte Preisvergabe 2020 ausfällt, werden Startplätze für Reusch’ Ausdauer-Events 2021 sowie für die Walser Trail Challenge verlost – zudem gibt es Sachpreise und Führungen der Rettenberger Brauereien zu gewinnen.

Über die sozialen Netzwerke haben sich bereits über 50 Sportler angemeldet. „Ich würde mich freuen, wenn der Trail in der Szene publik wird und der ein oder andere, der vielleicht bisher noch nichts mit dem Lauf zu tun hatte, sich gerade in diesem Jahr motivieren kann“, sagt Stork. „Jeder Sportler notiert, wie viel er läuft, spendet den Betrag seiner Wahl an die Kartei der Not und übergibt mir die Information. Die Hauptsache ist, es läuft.“ Und so können die Ausdauersportler aus der Region dank der Idee der Rettenbergerin den Adventstrail trotz aller aktueller Einschränkungen auch in diesem Jahr als traditionellen Saisonausklang nutzen.

Sponsoren können Sportlern helfen

Vorbildlich geht die 44-jährige Stork, die von 2007 bis 2012 beim Transalpine-Run einmal siegte und zweimal Zweite wurde, beispielhaft voran. „Ich habe für mich beschlossen, dass ich für jeden Kilometer, den ich bis Weihnachten laufe, einen Euro an die Kartei der Not spende“, sagt die Rettenbergerin. Das Metallbau-Unternehmen ihres Mannes, in dem Stork angestellt ist, fungiert indirekt als Sponsor – ein Modell, das sich die passionierte Läuferin auch für andere Mitstreiter vorstellen kann.

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„Es muss nicht sein, dass sich da Leute finanziell verheben, dafür, dass sie etwas Gutes tun wollen. Vielleicht findet sich ja noch die ein oder andere Firma, die die Sportler bei dem Vorhaben unterstützen möchte“, hofft Stork und ergänzt lachend. „Immerhin gibt es ja kaum Weihnachtsfeiern in diesem Jahr. Da kann man sicher eine Kleinigkeit für etwas Gutes weglegen – oder einem Mitarbeiter schenken.“

Die dreimalige Siegerin des Allgäu Panorama-Marathons in Sonthofen (2013, 2014 und 2016) läuft aktuell etwa 60 Kilometer pro Woche – bis Weihnachten will sie im besten Fall bei 250 Kilometer und damit bei 250 Euro landen. „2020 war für alle – auch für Hilfsorganisationen – schwierig, weil auch sie weniger Einkünfte hatten. Deshalb können sie es sicher mehr brauchen als sonst“, sagt Stork. „Nun können wir mit dem Lauf nicht alles ersetzen – aber wir haben damit das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.“

Anfragen und Spendensummen per Mail an Organisatorin Gitti Stork unter adventstrail@gmx.de