Fotografie als Abenteuer

Ein Hindelanger Fotograf kämpft mit den Wellen für das perfekte Bild

Ritt auf den Wellen: Atemberaubende Aufnahme von Christian Gollhofer. Der in Bad Hindelang aufgewachsene Fotograf arbeitet mit der Kamera auch im Wasser.

Ritt auf den Wellen: Atemberaubende Aufnahme von Christian Gollhofer. Der in Bad Hindelang aufgewachsene Fotograf arbeitet mit der Kamera auch im Wasser.

Bild: Christian Gollhofer

Ritt auf den Wellen: Atemberaubende Aufnahme von Christian Gollhofer. Der in Bad Hindelang aufgewachsene Fotograf arbeitet mit der Kamera auch im Wasser.

Bild: Christian Gollhofer

Christian Gollhofer aus Bad Hindelang hat das Fotografien mit seiner sportlichen Leidenschaft verbunden. Warum das jedes Mal ein Abenteuer ist.
Ritt auf den Wellen: Atemberaubende Aufnahme von Christian Gollhofer. Der in Bad Hindelang aufgewachsene Fotograf arbeitet mit der Kamera auch im Wasser.
Von Marion Bässler
11.08.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Beim Blick auf die Homepage von Christian Gollhofer wird man von actiongeladenen Surf-, Skate- und Bike-Fotos empfangen. Der 33-jährige Allgäuer sieht sich jedoch „nicht als reinen Sportfotograf“, denn er möchte in seinen Bildern vielmehr „den Lifestyle hinter dem Sport einfangen“. Die beste Perspektive dafür zu finden, fällt ihm nicht schwer, denn er ist selbst seit seiner Kindheit sportlich aktiv.

Gerne erinnert er sich an seine Bad Hindelanger Heimat zurück, wo er vom Elternhaus bis zum Skilift nur knapp zehn Minuten zurücklegen musste. Nachdem er auf Ski und Snowboard quasi „groß geworden ist“, widmete er sich im Sommer dem Skateboarden, bis er als Jugendlicher das Surfen für sich entdeckte. Eben diese Leidenschaft, ließ ihn nicht mehr los und legte quasi auch den Grundstein zu seiner selbstständigen Tätigkeit als Fotograf. Christian Gollhofer fand es nicht nur schön, selbst auf dem Brett zu stehen, sondern er beobachtete auch immer schon gerne den Ritt anderer auf den Wellen. Von seiner damaligen Freundin animiert, griff Christian Gollhofer 2016 selbst das erste Mal bewusst mit der Intention zur Kamera, dies bildlich festzuhalten. Von da an widmete sich der BMW-Logistiker in seiner Freizeit der Fotografie.

Abgesehen von einem Kurs an einer Online-Hochschule hat er sich sein gesamtes Handwerkszeug „durch Bilder anschauen und rumprobieren“ selber angeeignet. Gelegenheiten mit den Einstellungen „zu spielen“, fand er beispielsweise im Surf-Urlaub, wo er nicht nur an Land, sondern auch im Wasser zur Kamera griff. Nach und nach hatte er immer häufiger Gelegenheit, sein Können in Fotoaufträgen unter Beweis zu stellen.

Im vergangenen Jahr war Gollhofer beispielsweise in Portugal als Fotograf in einem Surf-Camp tätig. Noch gut erinnert er sich an den Anruf eines Kumpels, den er kurz nach seiner Rückkehr erhielt: Hymer Wohnmobile war für ein Projekt übers Surfen auf der Suche nach einem Fotografen, der auch Aufnahmen aus dem Wasser heraus macht.

Dieser Anruf war für Gollhofer der Auftakt zu einem dreiwöchigen Wohnmobil-Trip quer durch Frankreich und Spanien. Trotz der „wahnsinnig langen Tage“, die nicht selten von 6.30 bis 23 Uhr gingen, hatte der Auftrag für den Allgäuer „einen Urlaubs-Touch“ und brachte ihm zudem noch eine grundlegende Erkenntnis: „Danach habe ich gewusst, dass ich mein Geld genauso verdienen will“, betont der 33-Jährige, der sich daraufhin 2019 als Fotograf in München selbstständig machte. Vor allem als Neueinsteiger sei es zwar „nicht easy“, laufend Aufträge zu finden, bereut hat Christian Gollhofer seinen Entschluss jedoch keineswegs. Dafür liebt es der Allgäuer viel zu sehr, in wechselnden Situationen komplett neue Motive vor der Linse zu haben. Man könnte auch sagen, Christian Gollhofer ist ein Abenteurer.

Auf die Frage, worin für ihn der Reiz der Fotografie liegt, schwärmt er von der Herausforderung, aus dem Wasser heraus zu fotografieren. Mit Wassergehäuse und Flossen muss er dabei schwimmen, um das ultimative Foto zu schießen. Das bedeutet auch, gegen Strömungen anzuschwimmen und dem Wellengang zu trotzen. Doch genau das bereitet ihm unheimlichen „Spaß“. Einen Spaß, den er nicht mehr missen möchte. Zudem sind es Erlebnisse wie das Treffen der Snowboard-Weltelite bei einem Auftrag für einen Contest, ein Shooting auf einem Gletscher oder zu dokumentieren, wie ein Sportler mit dem Rennrad in drei Tagen von Flensburg nach Oberstdorf fährt, die die Besonderheit seines Jobs ausmachen.

Christian Gollhofer im Internet