Kirche

Ein neuer Pfarrer für Immenstadt

Micha Steinbrück

Der neue evangelische Pfarrer von Immenstadt vor der Erlöserkirche: Micha Steinbrück trat seine Stelle am 1. Oktober an.

Bild: Franz Summerer

Der neue evangelische Pfarrer von Immenstadt vor der Erlöserkirche: Micha Steinbrück trat seine Stelle am 1. Oktober an.

Bild: Franz Summerer

Micha Steinbrück übernimmt die Stelle in der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Warum er im Internet Chancen sieht und die Stelle im Oberallgäu sein Wunsch war.
10.10.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Micha Steinbrück heißt er, ist in Bielefeld geboren, war zuletzt in Niedersachsen und liebt die Berge. Deshalb zog es ihn und seine Frau vom Flachland zu den Alpen und jetzt sind die beiden „an unserem Wunsch-Ort angekommen“: Der 38-jährige ist der neue Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Immenstadt. Er folgt damit seinen Vorgängern, dem Ehepaar Marlies und Ulrich Gampert, die im Sommer vergangenen Jahres in den Ruhestand gingen.

Steinbrück ist schon ziemlich herumgekommen in Deutschland. Geboren in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) hat er in Münster und München studiert. In München absolvierte er auch sein zweieinhalbjähriges Vikariat, die Vorbereitung auf den Beruf des evangelischen Pfarrers. 2013 trat er seine erste eigene Pfarrstelle in Wolfsburg (Niedersachsen) an. Nach drei Jahren in der Autostadt übernahm er eine Stelle bei der Landeskirche Hannover. Dort war er zuständig für Internetarbeit, stellte fünf Jahre lang kirchliche Homepages zusammen und beriet Gemeinden bei ihrem Internetauftritt.

"Nicht mehr selbstverständlich, dass die Menschen zur Kirche kommen"

Das Internet will er auch nutzen, um sich und die evangelische Kirchengemeinde den Gläubigen in Immenstadt näher zu bringen. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass die Menschen zur Kirche oder zum Pfarrer kommen. Wir müssen auf die Menschen zugehen“, sagt der 38-Jährige. So will er genauso an Festen in der Stadt teilnehmen, wie die Kirchengemeinde über das Internet leicht erreichbar sein soll.

Als Beispiel nennt er ein Ehepaar, das sein Kind taufen lassen will und sich auf der Homepage der Kirche darüber informiert. „Wir müssen allen Menschen, die Fragen an uns haben, auf unserer Homepage Antworten geben.“ Aber natürlich sei er auch jederzeit im Pfarrbüro persönlich erreichbar.

Guten Kontakt zu anderen Religionen pflegen

Neben seiner Arbeit als Seelsorger liegt ihm die Ökumene am Herzen. So hat er sich darüber gefreut, dass ihn sein katholischer Kollege bereits im Pfarrbrief begrüßt hat. Aber auch zu allen anderen Religionen will er einen guten Kontakt pflegen. „Es bereichert einen immer, seine eigene Position zu überdenken“, erklärt Steinbrück.

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Nachdem er erst am 1. Oktober die Stelle angetreten hat, „müssen meine Frau und ich erstmal hier ankommen“, sagt der 38-Jährige. „Beide sind wir sehr glücklich“ in Immenstadt zu sein. Nachdem sie in der Münchner Zeit die Berge schätzen gelernt hatten, „wollten wir wieder so nah wie möglich zu den Alpen“. Als er dann noch über den Kampf der Kirchengemeinde für einen Asylbewerber gelesen hatte, „war Immenstadt mein erster Wunsch-Ort. Ich glaube, hier wird Menschlichkeit gelebt“.

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