Kultur in Immenstadt geht neue Wege

Mit einer App soll die Imme bald auch im Museum fahren

Die Imme R 100 wurde in den 50er Jahren in Immenstadt hergestellt. Über eine App soll sie auch im Museum zum Laufen gebracht werden.

Die Imme R 100 wurde in den 50er Jahren in Immenstadt hergestellt. Über eine App soll sie auch im Museum zum Laufen gebracht werden.

Bild: Martina Repsch

Die Imme R 100 wurde in den 50er Jahren in Immenstadt hergestellt. Über eine App soll sie auch im Museum zum Laufen gebracht werden.

Bild: Martina Repsch

Die Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH, das Allgäuer Bergbauernmuseum und das Museum Hofmühle wollen ihr Kultur-Angebot mit einer App zum Leben erwecken.
08.04.2021 | Stand: 17:10 Uhr

Das historische Motorrad Imme R 100 fahren sehen, dabei sein, wenn die Bauern das Heu auf den Huinzen hängen oder erfahren, wie die Immenstädter Stadttore wirklich ausgesehen haben: Das alles soll in Immenstadt bald über eine App erlebbar werden. Die Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH, das Allgäuer Bergbauernmuseum und das Museum Hofmühle haben sich für ein digitales Projekt zusammengeschlossen, um Kulturerlebnisse attraktiver zu gestalten.

Besucher und Einheimische sollen bei den Museumsbesuchen und den Stadtführungen nur eine einzige App benötigen. Das historische Kulturgut wiederbeleben sollen vor allem die Inhalte der sogenannten „augmented reality“ (erweiterte Realität). Über ein Smartphone oder ein Tablet erfassen die Benutzer ihre Umgebung. An bestimmten Punkten erscheinen dann auf dem Display zusätzliche, digitale Inhalte wie Bilder, Animationen oder Videos.

Die App für Museumsbesuche und Stadtführungen in Immenstadt soll das Angebot digital erweitern

Auf diese Weise sollen die Museen und die alte Residenzstadt zum Leben erwachen. „Wir werden hier neue Wege beschreiten“, sagt Alfred Becker, städtischer Wirtschaftsförderer und Koordinator des Projekts. Zum Einsatz kommen sollen außerdem Texte, Audiodateien und Dialoge mit Zeitzeugen. Dabei handelt es sich jeweils um einen Zusatz zu bereits bestehenden Ausstellungen. Ziel ist, „unsere Museen langfristig ins digitale Zeitalter zu befördern“, sagt Becker.

Die beiden Museen und die Tourismus GmbH erhalten für das Projekt jeweils rund 100 000 Euro. Gefördert wird die App zu 90 Prozent durch das Bundesprogramm für Medien und Kultur „Neustart Kultur“. Die restlichen zehn Prozent, etwa 11 000 Euro, steuern die Museen und die Tourismus GmbH jeweils aus der eigenen Kasse bei.

Die Augmented-Reality-App soll am 1. Oktober starten

An den Start gehen soll das Projekt zum 1. Oktober. „Ein straffer Zeitplan, das ist uns bewusst“, sagt Bürgermeister Nico Sentner. Falls der Termin nicht eingehalten wird, könnten die Fördermittel wegfallen – aber das wollen alle Beteiligten verhindern. Die Software soll entwickelt werden von dem Stuttgarter Startup-Unternehmen „Deepr“ in Zusammenarbeit mit „Museopic“ aus Lyon. Um die Realisierung der Inhalte kümmert sich der Untereinharzer Franz Walter mit seiner Firma für Medienproduktion.

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