Oberallgäu

Eine neue Nummer für die Pflege im Oberallgäu

Kommt ein älterer Patient ins Krankenhaus, benötigt er anschließend oft schnell eine Kurzzeitpflege oder einen Pflegedienst. Damit Angehörige nicht mehr alle Anbieter einzeln abtelefonieren müssen, fordern die Grünen, im Oberallgäu einen Pflegestützpunkt einzurichten.

Kommt ein älterer Patient ins Krankenhaus, benötigt er anschließend oft schnell eine Kurzzeitpflege oder einen Pflegedienst. Damit Angehörige nicht mehr alle Anbieter einzeln abtelefonieren müssen, fordern die Grünen, im Oberallgäu einen Pflegestützpunkt einzurichten.

Bild: Alexander Kaya

Kommt ein älterer Patient ins Krankenhaus, benötigt er anschließend oft schnell eine Kurzzeitpflege oder einen Pflegedienst. Damit Angehörige nicht mehr alle Anbieter einzeln abtelefonieren müssen, fordern die Grünen, im Oberallgäu einen Pflegestützpunkt einzurichten.

Bild: Alexander Kaya

Die Oberallgäuer Grünen wollen, dass der Landkreis einen Pflegestützpunkt bekommt. Das würde den Angehörigen im Notfall die Suche nach Hilfe  stark erleichtern.
17.07.2020 | Stand: 15:47 Uhr

Ein Schwächeanfall: Ein Senior stürzt und kommt ins Krankenhaus. Schnell wird klar, dass er zuhause allein nicht mehr zurechtkommt – aber bald aus dem Krankenhaus entlassen wird. Für die Angehörigen beginnt in solch einem Fall das große Herumtelefonieren. Wo bekommt man einen Kurzzeitpflegeplatz? Soll ein ambulanter Pflegedienst nach Hause kommen? Wer bietet was an und hat welche Kapazitäten? Oder muss man die Seniorin vielleicht doch schon fürs Heim anmelden? In sechs Städten und Landkreises in Schwaben gibt es in solchen Situationen künftig eine zentrale Anlaufstelle. Sie richten sogenannte Pflegestützpunkte ein. Auch der Sozialausschuss des Landkreises hat sich auf Antrag der Grünen mit diesem Thema befasst. Im Herbst will er es noch einmal intensiver beraten, berichtet Pressesprecherin Brigitte Klöpf.

Die Grünen fordern, dass auch das Oberallgäu einen Pflegestützpunkt bekommt. „Dann gäbe es eine Telefonnummer für alle Fragen zur Pflege“, sagt stellvertretende Landrätin und Bezirksrätin Christine Rietzler. Pflegeberatung gibt es im Oberallgäu zwar bereits seit Jahren. Dabei handelt es sich aber um Angebote der einzelnen privaten Träger wie Allgäupflege oder Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). „Das Thema Beratung explodiert“, sagt Markus Dinnebier vom Leitungsteam der häuslichen Pflege des ASB im Landkreis. Er verweist auf den zunehmenden Mangel an Pflegekräften. „Man kann gar nicht alle Anfragen bedienen. Umso wichtiger ist es, dass pflegende Angehörige zumindest fachliche Beratung bekommen“, betont er. Auch die Beratung der Allgäupflege werde intensiv angenommen, schildert Pressesprecherin Verena Fedtke. Für Politikerin Rietzler hätte ein Pflegestützpunkt zudem den Vorteil, dass er anbieterübergreifend neutral sei.

60 solcher Stützpunkte in Bayern

Solche Einrichtungen fußen in einer Allgemeinverfügung des bayerischen Sozialministeriums aus dem vergangenen Jahr. Darin wurde bestimmt, dass in Bayern bis zu 60 Pflegestützpunkte eingerichtet werden. Träger der Einrichtungen sind Landkreise und kreisfreie Städte, Pflege- und Krankenkassen sowie die Bezirke. Schwaben veranschlagt im Haushalt 2021 für die Errichtung von Pflegestützpunkten Mittel von 280000 Euro, teilt der Bezirk mit.

Oberallgäuer Wohlfahrtsverbände befürworten solch ein Angebot. Die Allgäupflege fordert aber, dass darauf geachtet wird, alle Kümmerer auf örtlicher Ebene einzubeziehen – die Träger der freien Wohlfahrtsverbände wie die kommunal nahen Einrichtungen. Und Dinnebier vom ASB betont: „Es ist wichtig, dass wir Praktiker haben.“

Die Oberallgäuer Grünen wollen, dass beim Pflegestützpunkt zugleich eine Pflegebörse für Fachkräfte und für Kurzzeitpflegeplätze installiert wird. Man müsse darauf achten, Doppelstrukturen zu vermeiden und alle bisher tätigen Akteure einzubeziehen. Dann hätten Pflegebedürftige und deren Angehörige im Landkreis alles gebündelt – und müssten nicht mehr alle Anbieter einzeln abtelefonieren, um zu erfahren, wer Kapazitäten hat, so Rietzler.

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