Klimawandel

Eine Prämie für die Oberallgäuer zum Umbau des Waldes

Zur Verjüngung des Waldes rät die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu, um dem Klimawandel zu begegnen.

Zur Verjüngung des Waldes rät die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu, um dem Klimawandel zu begegnen.

Bild: Foto: Roman Prestele/FBG (Archivbild)

Zur Verjüngung des Waldes rät die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu, um dem Klimawandel zu begegnen.

Bild: Foto: Roman Prestele/FBG (Archivbild)

Die Bundesregierung will den Waldumbau beschleunigen und fördert Privatwaldbesitzer. Die Forstbetriebsgemeinschaft ruft dazu auf, einen Antrag zu stellen
Zur Verjüngung des Waldes rät die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu, um dem Klimawandel zu begegnen.
Von Franz Summerer
09.01.2021 | Stand: 18:03 Uhr

Waldumbau“ ist derzeit das Zauberwort, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Denn die sind mittlerweile im Forst unübersehbar. „Die vergangenen drei Jahre waren für den deutschen Wald eine Katastrophe: Dürre, Sturm und Borkenkäfer setzen den Wäldern extrem zu“, sagt Roman Prestele, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Oberallgäu. Die Bundesregierung hat deshalb eine Bundeswaldprämie aufgelegt, von der auch Privatbesitzer profitieren – mit 100 Euro pro Hektar. Prestele wirbt dafür, diese Förderung jetzt zu beantragen.

Der Holzmarkt sei 2020 „komplett zusammengebrochen, was im Frühjahr durch Corona noch verstärkt wurde“, erläutert Prestele. Waldbesitzer mussten hohe Verluste hinnehmen, „die in manchen Teilen Deutschlands existenzbedrohend sind“. Jetzt soll die Bundeswaldprämie Forstbesitzer motivieren, die Wälder zu erneuern und auf den Klimawandel vorzubereiten.

Zwar sei es im Oberallgäu bei Weitem noch nicht so schlimm wie in Franken oder Mitteldeutschland. Doch es gelte laut Prestele vorausschauend zu wirtschaften, da der Umbau des Walds eine Frage von Generationen ist: „Wer jetzt nach einem Windwurf seine Flächen brach liegen lässt, der schadet der nachfolgenden Generation.“ So rate die FBG ihren Mitgliedern den Wald zu verjüngen. „Wir haben hier im Oberallgäu einen hohen Anteil bei den Bäumen an Altbestand.“ Dabei seien jüngere Bäume weniger anfällig gegen Dürre, Stürme oder Borkenkäfer. Und wer seinen Wald verjüngt, sollte gleich neben der Fichte auch andere Baumarten pflanzen – Weißtanne, Buche, Lärche, Douglasie oder Ahorn.

Die FBG Oberallgäu, die private Waldbesitzer im südlichen Oberallgäu betreut, hat aktuell 3000 Mitglieder. Laut Prestele könnten etwa 2400 Waldbesitzer von der Prämie profitieren, weil sie mehr als einen Hektar Forst besitzen. Das ist die Untergrenze dafür, einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Wichtig ist zudem, dass beim jeweiligen Waldbesitzer die Nachhaltigkeit seiner Bewirtschaftung von einer unabhängigen Organisation zertifiziert ist. Das ist für Mitglieder der FBG Oberallgäu kein Problem, „weil sie über ihre Mitgliederschaft an der PEFC-Zertifizierung teilnehmen und somit zertifiziert sind“, sagt der Geschäftsführer. PEFC bedeutet „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Bei dem bundesweiten Investitionsprogramm sind für Waldbesitzer 500 Millionen Euro vorgesehen. Damit können fünf Millionen Hektar Privat- und Kommunalwald gefördert werden. Trotz der hohen Summe rät die FBG „mit der Antragstellung nicht zu lange zu warten“. Allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein:

- Der Waldbesitz muss insgesamt größer als ein Hektar sein, da es eine Bagatellgrenze von 100 Euro gibt.

- Der Eigentümer muss nachweisen, dass sein Wald nach PEFC oder FSC zertifiziert ist und somit nachhaltig bewirtschaftet wird. FBG-Mitglieder benötigen dafür einen Bestätigung ihrer Mitgliedschaft.

- Die Konjunkturbeihilfe muss fristgerecht bis spätestens 31. Oktober über das Online-Portal der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragt sein. Die erforderlichen Nachweise können dann nachgereicht werden.

- Im Antrag müssen Angaben aus dem Beitragsbescheid der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau übernommen werden.

Wem das zu schwierig ist, kann sich Hilfe bei der Forstbetriebsgemeinschaft holen – gegen eine Servicegebühr von 50 Euro. Dazu sollte der Waldbesitzer den Anforderungsbogen ausfüllen und bis spätestens 28. Februar an die FBG schicken (waldpraemie@fbg-oa.de). Dann erhält er einen Termin für eine Beratung.