Etat in Wertach

"Corona hat vieles verändert": Einnahmen in Wertach brechen ein

Kirche Wertach groß

Der Gehsteig vor der Kirche ist nach außen gebaut, steht heraus wie ein Balkon. Doch darin sind bereits manche Löcher, sodass man bis auf die darunterliegende Wiese schauen kann. Nicht mehr lange: Im Haushalt sind für eine Verbesserung der Situation dort und für neue Wasserleitungen in diesem Bereich 170.000 Euro vorgesehen.

Bild: Silvia Reich-Recla

Der Gehsteig vor der Kirche ist nach außen gebaut, steht heraus wie ein Balkon. Doch darin sind bereits manche Löcher, sodass man bis auf die darunterliegende Wiese schauen kann. Nicht mehr lange: Im Haushalt sind für eine Verbesserung der Situation dort und für neue Wasserleitungen in diesem Bereich 170.000 Euro vorgesehen.

Bild: Silvia Reich-Recla

Um Vorhaben zu realisieren, holt sich Wertach drei Millionen Euro aus der Rücklage. Die Kreisumlage ist „so hoch wie nie“, sagt Bürgermeisterin Gertrud Knoll
03.05.2021 | Stand: 14:40 Uhr

10,4 Millionen Euro, so hoch ist der Etat der Gemeinde Wertach – etwas mehr als 2020. Und doch ganz anders. Bürgermeisterin Gertrud Knoll sagte: „Corona hat vieles verändert.“ 2019 habe „das gute Schaffen unserer Gewerbetreibenden mit über 2 Millionen Euro“ so viel Gewerbesteuer wie noch nie in die Gemeindekasse gebracht. Jetzt wird nur noch mit 580 000 Euro gerechnet. Dazu komme 2021 eine „so hohe Kreisumlage wie noch nie und so wenig Schlüsselzuweisung wie noch nie“. Kurzum die Einnahmen fehlen in Wertach. Der Gemeinderat stimmte dem Haushaltsplan dennoch einstimmig zu.

Die geforderte Mindestzuführung für Investitionen kann im Plan nicht erreicht werden. „Die liegt bei 340 000 Euro“, sagte Kämmerer Stefan Weinpel auf Nachfrage tags darauf am Telefon. 340 .000 Euro, so viel bringt die Gemeinde im Jahr 2021 für die Tilgung von Krediten auf und so hoch ist deshalb laut Gesetz die Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt (für laufende Ausgaben) in den für Investitionen vorgesehenen Vermögenshaushalt.

Auch 2019 und 2020 kam in Wertach mehr Gewerbesteuer als geplant

Kämmerer Weinpel ist zuversichtlich, dass der Haushaltsplan dennoch von der Rechtsaufsichtsbehörde am Landratsamt genehmigt wird. Hintergrund: Auch 2020 und bereits 2019 konnte die Mindestzuführung (damals wegen des Kaufs von Grundstücken im Baugebiet Linzenleiten) laut Plan nicht erreicht werden – am Ende des Jahres aber schon – weil die Gewerbesteuer doch höher ausfiel, als ursprünglich erwartet. Wie dem auch sei, einen Kredit will die Gemeinde nicht aufnehmen.

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Wofür Städte und Gemeinden ihr Geld ausgeben

Stattdessen wird der Sparstrumpf ausgepackt: Knapp drei Millionen will die Gemeinde aus der Rücklage entnehmen. Der Rest (1,14 Mio.) soll 2022 in den Haushalt fließen. Zusätzlich sind in den folgenden Jahren laut Finanzplan Kredite von knapp 5 Millionen Euro vorgesehen – größtenteils für die Gestaltung der Ortsmitte und den Anbau an den Kindergarten.

Wertach investiert 2021 900.000 Euro für Grundstücke

Was sind denn 2021 die großen Brocken? Der Grunderwerb schlägt mit 900.000 Euro zu Buche. Einzelheiten dazu gab es nicht. Aber dass der Gehweg auf der östlichen Seite vor der Kirche nun saniert werden soll, das scheint schon fast überfällig zu sein.

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Dieser Gehweg ist ungewöhnlich gestaltet: wie ein asphaltierter Stahlbeton-Balkon. Der „Balkon“ hat mittlerweile Löcher. Durch manche lässt sich die Wiese weiter unten betrachten. Da muss also dringend etwas gemacht werden. 100 000 Euro sind eingeplant. Ob die Straße daneben auch mitgestaltet wird? 153 000 Euro sind im Haushalt eingestellt. Für welche Straße ist aber noch nicht fix, sagte Weinpel auf Anfrage.

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Woher Städte und Gemeinden ihr Geld bekommen

So sehen voraussichtlich die Eckdaten des Haushalts 2021 von Wertach aus

  • Etathöhe: 10,4 Mio. Euro (davon 6,46 Mio. im Verwaltungshaushalt).
  • Verwaltungshaushalt: größte Einnahmen: Einkommenssteuer 1,36 Mio., Gewerbesteuer, 580.000, Grundsteuer 433.000 Euro. Schlüsselzuweisung: 274.000 Euro, größte Ausgaben: Kreisumlage 1,57 Mio. Euro, Personal: 1,2 Mio. Euro,
  • Vermögenshaushalt: größte Einnahmen: Kredit 3 Mio. Euro, Zuweisungen 673.000 Euro, größte Ausgaben: Planung für Kindergartenanbau 200.000 Euro und für die neue Ortsmitte 250.000 Euro; Kapitalstiftung: Einzahlung der Gemeinde für Tagespflege 250.000 Euro, Grunderwerb: 906.000 Euro, Sanierung der Kläranlage: 300.000 Euro; Sanierung Gehweg und Wasserleitung "An der Kirche:" 170.000 Euro, Wasserversorgung: Metzquelle und Im Haag 350.000 Euro.

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