Mittelschule

Erfolgreich gekämpft: Wieder eine 7. Klasse in Oberstaufen

In der Mittelschule Oberstaufen sind ab dem kommenden Schuljahr wieder alle Jahrgangsstufen besetzt. Ab September gibt es auch wieder eine siebte Klasse.

In der Mittelschule Oberstaufen sind ab dem kommenden Schuljahr wieder alle Jahrgangsstufen besetzt. Ab September gibt es auch wieder eine siebte Klasse.

Bild: Benjamin Liss

In der Mittelschule Oberstaufen sind ab dem kommenden Schuljahr wieder alle Jahrgangsstufen besetzt. Ab September gibt es auch wieder eine siebte Klasse.

Bild: Benjamin Liss

In der Oberstaufner Mittelschule sind ab September wieder alle Jahrgangsstufen besetzt. Eltern, Lehrer und Gemeinderat hatten sich dafür eingesetzt.

20.08.2020 | Stand: 15:31 Uhr

Das beharrliche Nachfragen und ein großes Engagement waren erfolgreich. Elternbeiratsvorsitzende Yvonne Vögel hat es mit ihren Mitstreitern geschafft, dass es im kommenden Schuljahr wieder eine siebte Klasse in der Mittelschule Oberstaufen gibt.

„Wir sind total happy und freuen uns, dass es doch noch geklappt hat“, berichtet Vögel. Ab September können elf Schüler aus Oberstaufen und Stiefenhofen wieder die Schulbank drücken und sich auf den Mittelschulabschluss vorbereiten.

Schon vor zwei Jahren hatten sich Arno Sippel, Schulleiter der Mittelschule Oberstaufen, sowie Lokalpolitiker dafür eingesetzt, dass in Oberstaufen eine fünfte Klasse zusammenkommt. Der Versuch scheiterte. 15 Schüler wären dafür nötig gewesen, aber nur zehn meldeten sich. Dieses Mal sorgte die Aktion, an der sich erneut Bürgermeister Martin Beckel und einige Gemeinderäte beteiligten, dann doch noch für ein gutes Ende.

In die siebte Klasse gehen im kommenden Schuljahr Jugendliche aus Oberstaufen und Stiefenhofen, die bisher unter anderem in Immenstadt und Weiler den Unterricht besuchten. Manche seien aufgrund schlechter Busverbindungen bis zu einer Stunde zur Mittelschule nach Immenstadt unterwegs gewesen, berichtet Vögel.

Brief an den Kultusminister

Sie hatte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo einen Brief geschrieben, in dem sie darum bat, eine siebte Klasse im Schrothkurort bilden zu dürfen. „Von den Kindern würde eine riesige Belastung genommen werden, wenn sie die Chance erhalten, wieder zurück auf die Mittelschule Oberstaufen wechseln zu dürfen“, schrieb die Elternbeiratsvorsitzende. Sie erinnerte Piazolo daran, dass die Freien Wähler vor den Landtagswahlen für mehr kleinere Klassen in den Gemeinden geworben hätten, um das Wegziehen in die Städte zu verhindern. „Geben Sie Ihren Wählern nicht das Gefühl, dass Sie wieder einmal nur große Versprechungen gemacht haben, sondern auch Taten folgen lassen“, forderte Vögel den Kultusminister auf. „Der Brief war einer der Bausteine, der zur Gründung der siebten Klasse führte“, vermutet Vögel.

Unterstützung unterhielten Vögel und deren Mitstreiter auch von Schulleiter Arno Sippel. „Auch wir als Mittelschule und die gesamte Gemeinde Oberstaufen haben jetzt die Möglichkeit, den Kindern aus unserem Schulsprengel einen Abschluss vor Ort zu bieten“, sagt Sippel.

Schulverbund kooperiert

Die Staufner Initiative war auch deshalb erfolgreich, weil der Schulverbund, der sich aus den Mittelschulen Immenstadt, Blaichach und Oberstaufen zusammensetzt, bei der Verteilung der Unterrichtsstunden kooperierte.

„Wir freuen uns, dass es uns mit vereinten Kräften gelungen ist, die Schüler, die wir in der fünften Jahrgangsstufe verloren haben, nun als siebte Klasse wieder nach Oberstaufen zurückzuholen“, sagt Bürgermeister Martin Beckel.

Für den Schulstandort, für die Marktgemeinde Oberstaufen, Gemeinde Stiefenhofen und vor allem für die heimischen Betriebe sei es äußerst wichtig, „dauerhaft einen Mittelschulabschluss für die Schüler aus unserem Schulverbandsgebiet anbieten zu können“. Dem Abschluss an der Mittelschule werde von den Unternehmern vor Ort hohe Qualität attestiert.

„Ich habe fest damit gerechnet, dass wir die siebte Klasse zurückholen können. Zumal sich Eltern, Elternbeirat und unser Schulleiter sehr stark dafür engagierten, und mein früherer Kollege aus Stiefenhofen, Anton Wolf, und ich uns auch politisch sehr dafür ins Zeug legten“, erklärt Beckel. „Insofern wäre es für mich nicht nachvollziehbar gewesen, wenn es anders gekommen wäre.“