Heimauftakt 3. Liga Volleyball

Es knistert wieder: Sonthofer Volleys bezwingen Ansbach im ersten Heimspiel

Die junge Mannschaft der Allgäu-Strom Volleys bezwang den TSV Ansbach im ersten Heimspiel der 3. Liga mit 3:1.

Die junge Mannschaft der Allgäu-Strom Volleys bezwang den TSV Ansbach im ersten Heimspiel der 3. Liga mit 3:1.

Bild: Dominik Berchtold

Die junge Mannschaft der Allgäu-Strom Volleys bezwang den TSV Ansbach im ersten Heimspiel der 3. Liga mit 3:1.

Bild: Dominik Berchtold

Allgäu-Strom Volleys bezwingen Ansbach im ersten Heimspiel mit 3:1 – und begeistern 320 Zuschauer. Schwere Verletzung einer Leistungsträgerin trübt das Bild.
10.10.2021 | Stand: 17:53 Uhr

Der Anfang ist gemacht. Dank einer bemerkenswerten Kollektiv-Leistung haben die Allgäu-Strom Volleys Sonthofen das erste Heimspiel in der 3. Liga gewonnen. Die Oberallgäuerinnen besiegten den TSV Ansbach vor 320 Zuschauern in der Allgäu-Sporthalle nach 1:50 Stunden mit 3:1 und feierten damit den zweiten Saisonsieg der noch jungen Spielzeit. „Wir haben von Anfang an in dieser Saison gezeigt, dass wir mit starken Gegnern mithalten können. Es fühlt sich richtig gut an, dass wir mit sechs Punkten aus drei Spielen gestartet sind“, sagte Spielertrainerin Veronika Kettenbach. „Klar, wir alle waren wahnsinnig nervös - aber die Mannschaft hat es wieder geil gemacht.“

Vanessa Müller schwer verletzt

Dabei hatten die Volleys die schlimmste Pille schon in der Vorbereitung auf das erste Heimspiel schlucken müssen. Spielertrainerin Vanessa Müller fehlt den Sonthoferinnen auf unbestimmte Zeit. Die 29-Jährige war im Training am vergangenen Dienstag mit dem linken Knie weggeknickt - es besteht Verdacht auf Riss des vorderen Kreuzbandes. Ein MRT am Montagnachmittag soll Klarheit liefern. „Es ist furchtbar, ich könnte ununterbrochen weinen“, sagte die 29-Jährige am Rande des Ansbach-Spiels. „Im besten Fall ist es angerissen, dann sind es „nur“ ein paar Monate. Über den schlimmsten Fall möchte ich gar nicht nachdenken.“

Talent Alena Pauker fehlte zudem mit doppeltem Außenbandanriss im Sprunggelenk und Routinier Eva Schilf, die jüngst mit der Ü40-Nationalmannschaft in Spanien den EM-Titel gewann, verpasste den Auftakt ebenso. Zumindest Müller konnte sich wegen ihrer Blessur vollends auf das Coaching ihrer jungen Mannschaft konzentrieren.

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Und sie sah einen unheimlich nervösen Auftakt beider Teams - vier der ersten fünf Aufschläge landeten allesamt nicht im gegnerischen Feld. Doch Sonthofen fing sich zügig - durch zwei Punkte von Nora Harner und starke Aktionen von Routinier Caro Strobl im Block setzten sich die Volleys auf 8:5 ab. Die gerade 16 Jahre alt gewordene Libera Alina Scherzl machte ihre Sache anfangs noch gut - auch bei den restlichen Teenagern schien die anfängliche Nervosität mit der knappen Führung im Rücken verflogen.

Das Spiel kippte im ersten Satz zum 13:16 nur deshalb kurzzeitig, weil Ansbach die Fehler nach und nach abstellte, Sonthofen wiederum die Aufschlagschwäche (noch) nicht ablegte. Angeführt von der frech aufspielenden 16-jährigen Nora Harner kämpften sich die Volleys zurück, hielten den Satz über 18:18, 21:21 und 23:23 offen und entschieden ihn dank der Nervenstärke der bärenstarken Harner mit dem ersten Satzball zum 26:24 für sich.

Bärenstarke Nora Harner, Kapitänin Schöll glänzt

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Auch im zweiten Durchgang setzte sich das allmählich verbesserte Niveau fort, es entwickelte sich eine muntere Drittliga-Partie bei dem sich zunächst kein Team absetzen konnte. Dank einer Drei-Punkte-Serie von Harner spielte sich Sonthofen aber erstmals in Front (7:3). Die Gastgeberinnen agierten fortan variabler, neben Harner und Schöll punkteten auch Kettenbach und Strobl munter - die Oberallgäuerinnen führten über 10:5 und 14:7 komfortabel. Eine kleine Schwächephase der Volleys nutzten die Mittelfranken zum 12:16 und boten fortan ein Duell auf Augenhöhe. Die Ballwechsel wurden länger, die Partie besser, das Sonthofer Publikum emotionaler. Doch in der Schlussphase zog erneut Harner, die bis dahin beste Spielerin auf dem Feld, das Tempo an - die Volleys zogen erneut auf 21:14 davon und holten auch diesen Durchgang beim 25:16.

Die junge Mannschaft der Allgäu-Strom Volleys bezwang den TSV Ansbach im ersten Heimspiel der 3. Liga mit 3:1.
Die junge Mannschaft der Allgäu-Strom Volleys bezwang den TSV Ansbach im ersten Heimspiel der 3. Liga mit 3:1.
Bild: Dominik Berchtold

Gelöst, und mit dieser 2:0-Führung im Rücken eröffnete Caro Wycklicky Satz drei mit drei Punkten in Folge, ehe sich - wie schon in den ersten beiden Durchgängen - eine Partie auf Augenhöhe entwickelte (5:5, 10:10, 14:14). Sonthofen spielte nach wie vor sehr variabel, leistete sich aber zu viele Fehler bei freien Angriffsschlägen, um sich entscheidend abzusetzen. Diese Unsauberkeiten blieben - ab dem 18:18 ging Ansbach in Führung, zog auf 23:20 davon und gewann den Satz hauchdünn mit 26:24.

Doch von dieser Ohrfeige angestachelt, fast schon wütend, legten die Volleys in Durchgang vier los - und holten das Match. Wie entfesselt spielte Kapitänin Katharina Schöll Ansbach in dieser Phase an die Wand; Sonthofen führte früh 7:1. Die Gastgeberinnen spielten fortan wie aus einem Guss, überzeugten mit wuchtigen Angriffen und setzten sich über 11:2 und 15:6 entscheidend ab, ehe die Gäste eine 5:0-Serie hinlegten und Vanessa Müller dazu zwangen, die Auszeit zu nehmen. Einmal mehr übernahm die Kapitänin die Kontrolle - mit starken Aufschlägen und als emotionale Anführerin führte Schöll ihr Team in die Spur, auf 21:14 in Front und beim sechsten Matchball mit 25:19 zum Sieg. „Es ist schön zu sehen, dass die Mädels das umgesetzt haben, was wir uns fest vorgenommen haben“, sagte Vanessa Müller. „Wir sind als Einheit aufgetreten - und das ist eine große Stärke.“