Volleyball in der Corona-Krise

"Fangen bei null an": Managerin der Sonthofer Volleys schlägt Alarm

Franziska Dillinger leitet die sportlichen Geschicke der AllgäuStrom Volleys Sonthofen seit dem vergangenen Sommer als Teammanagerin.

Franziska Dillinger leitet die sportlichen Geschicke der AllgäuStrom Volleys Sonthofen seit dem vergangenen Sommer als Teammanagerin.

Bild: Daniel Kopatsch

Franziska Dillinger leitet die sportlichen Geschicke der AllgäuStrom Volleys Sonthofen seit dem vergangenen Sommer als Teammanagerin.

Bild: Daniel Kopatsch

Franziska Dillinger, Teammanagerin der AllgäuStrom Volleys Sonthofen, äußert Bedenken zum Neustart in der 3. Liga. Verband stellt neuen Spielplan vor.
05.12.2020 | Stand: 16:09 Uhr

Zweimal durften sie aufschlagen – dann war Schluss. Seit dem Heimsieg gegen den Dresdner SSV am 17. Oktober liegt die Drittliga-Saison für die AllgäuStrom Volleys Sonthofen auf Eis. Fest steht inzwischen: Die Volleys überwintern im Mittelfeld der Tabelle auf Rang fünf – auch wenn diese Bestandsaufnahme nur wenig Aussagekraft hat. 16 Saisonspiele stünden für das Team von Coach Veronika Majova nach regulärem Spielplan noch an. Nun veröffentlichte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) einen Alternativplan. Im Interview erklärt Volleys-Teammanagerin Franziska Dillinger das Modell und spricht über die aktuelle Stimmungslage im Team.

Frau Dillinger, wie sieht der modifizierte Spielplan des DVV aus?
Franziska Dillinger:
Wir haben Ende November erfahren, dass wir für den Rest der Saison nicht mehr Hin- und Rückspiele haben werden, sondern nur eine Einfachrunde spielen. Die Spiele, die wir schon absolviert hatten, Unterhaching und Dresden, bleiben so gewertet, wie sie gespielt wurden. Wir werden also noch sechs Partien haben – wenn alles läuft.

Was halten Sie von der Entscheidung?
Dillinger
: Es ist gut, dass es eine Entscheidung gab – es geht ja nicht anders. Von daher war es nötig, sich ein Konzept zu überlegen. Fraglich ist nur, ob es im Januar weitergeht.

Ist der alternative Spielplan für Sonthofen umsetzbar?
Dillinger: Also, er ist vernünftig, aber nicht in Stein gemeißelt. Es ging sich leider nicht aus, dass alle Spiele auf dieselben Daten fallen, an denen wir ursprünglich gespielt hätten. So haben wir ein Problem mit der Hallenbelegung, weil die Handballer des TSV auch noch vorgesehene Spiele haben. Aber sie haben auch noch keine Entscheidungen vom Verband – also ist alles nach wie vor noch immer in der Schwebe.

Wie unzufriedenstellend ist die gesamte Situation für Sie?
Dillinger: Bei uns geht es noch, die Münchner Vereine haben noch größere Probleme, weil sie sich zum Teil mit vier anderen Abteilungen kurzschließen. Aber es wird allmählich zäh. Wir haben viel investiert, viel geplant und haben letztlich doch erst zwei Spieltage hinbekommen.

Wie ist die Lage im Team?
Dillinger: Wir waren nach dem Dresden-Spiel noch zwei Wochen im Training und dann ging alles ganz schnell. Wir hatten ja coronabedingt auch eine angespannte Lage im Team und danach kam der allgemeine Trainingsstopp. Seitdem hat sich die Mannschaft nicht mehr gesehen.

Wie bereitet Majova das Team vor?
Dillinger: Die Spielerinnen haben von Athletikcoach Franca Blanz Trainingspläne mitbekommen, wie sie sich individuell fit halten können. Zusätzlich sollen sie joggen gehen. Aber die Mädels sind an sich recht sportlich, gehen viel in die Berge und bewegen sich draußen.

Wie schwer ist es, die Laune zu halten?
Dillinger: Das ist der heikle Punkt. Man spürt es allmählich, dass niemand so recht daran glaubt, dass wir im Januar spielen. Selbst wenn wir ab 15. Januar trainieren könnten, hängt viel mehr dran bis zum Spiel. Wir fangen wieder bei null an.

Welche Arbeit steht für Sie jetzt an?
Dillinger: Gar nichts, leider. Außer Plätzchen essen. Aber im Ernst: Die Mädels müssen sich irgendwie fit halten – wir können nur abwarten.