Nach der Verschärferung der Maskenpflicht

FFP2-Schutz ist da, nur nicht überall

Viele Oberallgäuer decken sich derzeit mit FFP2-Masken ein. Ab Montag darf man ohne sie nicht mehr einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Silke Ackermann-Clar (links) verkauft solche Masken im Gesundheitszentrum in Immenstadt. Die Apotheken können laut einem Sprecher ausreichend Masken besorgen.

Viele Oberallgäuer decken sich derzeit mit FFP2-Masken ein. Ab Montag darf man ohne sie nicht mehr einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Silke Ackermann-Clar (links) verkauft solche Masken im Gesundheitszentrum in Immenstadt. Die Apotheken können laut einem Sprecher ausreichend Masken besorgen.

Bild: Benjamin Liss

Viele Oberallgäuer decken sich derzeit mit FFP2-Masken ein. Ab Montag darf man ohne sie nicht mehr einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Silke Ackermann-Clar (links) verkauft solche Masken im Gesundheitszentrum in Immenstadt. Die Apotheken können laut einem Sprecher ausreichend Masken besorgen.

Bild: Benjamin Liss

In vielen Drogerien im Oberallgäu sind die Regale leer. Apotheken haben noch zertifizierten Mund-Nasen-Schutz auf Lager. Nachschub ist laut den Händlern gesichert. Die Preisspanne reicht von unter einem bis fünf Euro
13.01.2021 | Stand: 18:29 Uhr

Erinnerungen an Klopapier werden wach: An leere Regale, weil wir Deutschen uns während des ersten Lockdowns mehr davon kauften als der Handel liefern konnte. Jetzt geht es um FFP2-Masken, die jeder Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren in Bayern ab Montag zum Schutz vor Corona in den Geschäften tragen muss. Sie waren in den meisten Drogeriemärkten im Oberallgäu am Mittwoch ausverkauft. Doch Apotheken hatten laut einem Sprecher genügend auf Lager. Und auch in den Drogeriemärkten sollen sie in den nächsten Tagen wieder erhältlich sein, teilt zum Beispiel die Firmenleitung von „dm“ mit.

„Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet“, hatte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag verkündet. Am gleichen Abend standen die Kunden in einer Immenstädter Drogerie vor leeren Regalen. Doch anderswo sind die zertifizierten Masken in beliebiger Menge erhältlich.

„Ich schätze die Versorgungslage als gut ein“, sagt der Sprecher der Oberallgäuer Apotheken, Arndt Botzenhardt. In den Apotheken gebe es ausreichend FFP2-Masken zu kaufen. Und falls sie zur Neige gehen, könne man sie nachbestellen. Sie würden zwar nicht von heute auf morgen geliefert, der Nachschub funktioniere aber zuverlässig. Seine Apotheke bekomme pro Tag 20 bis 30 Angebote von Firmen, die zertifizierte Masken liefern können, berichtet Botzenhardt.

Während der ersten Covid-19-Welle im vergangenen Frühjahr hatten sogar Krankenhäuser Mühe, ihre Mitarbeiter ausreichend mit schützenden Masken auszustatten. Damals wurde kritisiert, dass Deutschland völlig von den Herstellern in China abhängig sei. Daraufhin versuchten auch Oberallgäuer Firmen, FFP2-Masken herzustellen. Doch auch jetzt stammten die meisten Masken auf dem Markt aus Fernost, berichtet Botzenhardt. Es gebe aber Hersteller, die in Deutschland produzieren.

Unterschiedlich hoch sind die Preise: Wer im Internet lange genug sucht, findet Angebote asiatischer Händler für unter einem Euro pro Stück. In Drogeriemärkten kosten sie ab 2,50 Euro und in den Oberallgäuer Apotheken werden sie zwischen drei und fünf Euro gehandelt.

Wichtig ist laut dem Apothekensprecher, dass die FFP2-Masken als Schutzausstattung zertifiziert sind. Dazu müssen sie laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte von einer zulassenden Stelle geprüft werden. Bestehen sie den Test, erhalten sie eine CE-Kennung mit einer vierstelligen Nummer, die auf der Maske aufgedruckt wird. Apotheker Botzenhardt verweist darauf, dass die Europäische Union im Internet eine Liste der zertifizierenden Stellen veröffentlicht hat.

Senioren über 60 Jahren und Risikopatienten haben sich im vergangenen Jahr in den Apotheken bereits drei FFP2-Masken abholen können. Nach dem Willen des Bundes sollen sie in diesem Jahr weitere zwölf solche Mund-Nasen-Bedeckungen erhalten. Dazu benötigen sie Gutscheine, die ihnen von den Krankenkassen zugeschickt werden. „Das ist sehr ins Stocken geraten“, berichtet der Apothekensprecher. Alle Gutscheine würden nämlich von der Bundesdruckerei erstellt.

Unabhängig vom Alter sollen Bedürftige laut Minipräsident Söder 2,5 Millionen Gratis-Schutzmasken erhalten. Wie genau das ablaufen soll, sei noch unklar, teilte das Landratsamt Oberallgäu am Mittwoch mit. Das Jobcenter habe bereits eine entsprechende Anfrage an das Sozialministerium gestellt.