Burgberg

Flüchtlinge sollen bessere Bleibe bekommen

Diese Container-Wohnanlage für Flüchtlinge in Burgberg hat bald ausgedient. Ende des Jahres sollen alle Bewohner eine neue Bleibe haben.

Diese Container-Wohnanlage für Flüchtlinge in Burgberg hat bald ausgedient. Ende des Jahres sollen alle Bewohner eine neue Bleibe haben.

Bild: Benjamin Liss

Diese Container-Wohnanlage für Flüchtlinge in Burgberg hat bald ausgedient. Ende des Jahres sollen alle Bewohner eine neue Bleibe haben.

Bild: Benjamin Liss

Noch immer wohnen 26 Geflüchtete in einer Containeranlage in Burgberg. Die wurde 2015 errichtet. Warum der Gemeidnerat den Vertrag nicht verlängert
28.01.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Nach der Flüchtlingswelle 2015 wurden Unterkünfte auf Zeit händeringend gesucht. Alle Gemeinden waren aufgefordert, sich bei der Unterbringung zu beteiligen. Weil die Gemeinde Burgberg kein dafür passendes Gebäude hatte, ließ das Landratsamt in Burgberg (Häuserer Allee) eine Containeranlage errichten. Dort wohnen noch immer Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind. 26 sind es derzeit, inklusive Kinder. Ende des Jahres aber läuft der Mietvertrag aus. Er wird nicht verlängert, entschied der Gemeinderat vor Kurzem mit elf zu sechs Stimmen.

Mehrere Gründe nennt Burgbergs Rathauschef André Eckardt: Die Containeranlage sei als Übergangsunterkunft geplant worden – nicht als Dauerlösung. „Dafür sind die Container grundsätzlich nicht geeignet und müssten über kurz oder lang renoviert und ertüchtigt werden.“ Die Anlage liege im Erweiterungsbereich des Gewerbegebietes „Im Moos“ und die Gemeinde beabsichtige, die Fläche dort für Gewerbetreibende in Burgberg zur Verfügung zu stellen. Eckardt sagt auch, dass die Flüchtlingsunterkunft an sich kein Problem in der Gemeinde darstelle. Er spricht von einem „engagierten Helferkreis, dem Dank gebührt“.

Niemanden auf die Straße setzen

Gemeinderat Albert Gilb (ULB) erinnert daran, dass der Mietvertrag bereits Ende 2020 um ein Jahr verlängert wurde. Er glaubt, dass der Druck auf den Landkreis nun nicht mehr so stark ist wie nach der Flüchtlingswelle und die Bewohner der Containerunterkunft gute Chancen haben, woanders eine bessere Bleibe zu finden. „Es ist im Moment sicher nicht so schlimm, wenn wir den Vertrag auflösen. Aber eins ist klar: Wir wollen und werden niemanden auf die Straße setzen.“

„Für Auflösung des Vertrags“

Wie Gilb war auch Max Uhlemayr (FW) bereits 2015 Gemeinderat in Burgberg. „Damals hieß es seitens des Landratsamts, dass die Unterkunft für fünf Jahre gebraucht wird.“ Bis Ende 2021 sei der Vertrag auf Ersuchen des Landratsamts 2020 verlängert worden. Uhlemayr fühlt sich nun aber auch den Anliegern verpflichtet und den Gewerbetreibenden im Ort, die diesen Baugrund brauchten. „Es war immer klar, dass diese Unterkunft eine Übergangslösung ist.“ Bei einem „akuten Bedarf“ würde er natürlich für eine weitere Verlängerung sein. In der jetzigen Situation ist er aber für eine Auflösung des Vertrags.

Daten und Fakten

Zur Zeit befinden sich 297 Asylbewerber im Landkreis Oberallgäu, die sich auf 35 Unterkünfte verteilen, teilt das Landratsamt Oberallgäu auf eine Anfrage mit. Dazu kommen 260 Geduldete (die bald ausreisen müssen). Weitere 240 Bewohner haben bereits einen Schutzstatus, wohnen aber immer noch in einer Unterkunft. Das Landratsamt gibt als Grund die „angespannte Wohnungssituation“ an. 85 Personen mit Schutzstatus sei es 2020 gelungen, eine Wohnung zu bekommen und auszuziehen.Die meisten im Asylverfahren befindlichen Personen im Oberallgäu stammen aus Nigeria (74) und der Türkei (59). Bei den anerkannten Flüchtlingen sind die Syrer weiterhin die größte Gruppe.