Unterkunft für Asylbewerber

Landratsamt droht Burgbergern „Zwangsbelegung“ für Flüchtlings-Unterkunft an

Flüchtlingsunterkunft

In Containerbauweise wurde die Asylbewerber-Unterkunft am Ortsrand von Burgberg platziert. Sie soll noch bis Ende 2022 genutzt werden.

Bild: Benjamin Liss

In Containerbauweise wurde die Asylbewerber-Unterkunft am Ortsrand von Burgberg platziert. Sie soll noch bis Ende 2022 genutzt werden.

Bild: Benjamin Liss

Der Landkreis Oberallgäu braucht wieder mehr Unterkünfte für Flüchtlinge. Das bekommen die Burgberger jetzt zu spüren: Der Gemeinderat verlängerte den Vertrag.
09.09.2021 | Stand: 19:22 Uhr

Der Landkreis Oberallgäu braucht wieder mehr Flüchtlingsunterkünfte. Das bekommen die Burgberger jetzt zu spüren. Der Gemeinderat stimmte zwar schon vor Monaten dafür, den Vertrag mit dem Landkreis Oberallgäu Ende des Jahres aufzulösen und die Containerunterkunft am Ortsrand abzubauen. Dort soll bald ein kleines Gewerbegebiet entstehen. Nun aber entschied sich der Rat um und stimmte mit 7:3 dafür, den Vertrag erst bis Ende 2022 aufzulösen. Das Landratsamt hat großen Anteil am Beschluss. Das Gewerbegebiet muss noch warten.

Im Brief steht: "Der Kreis kann nicht auf diese Unterkunft verzichten"

Burgbergs Rathauschef André Eckardt zitierte aus einem Brief der Behörde. Die Flüchtlingssituation habe sich zugespitzt und das Landratsamt brauche wieder Unterkünfte, lautet die Kurzform. Im Detail aber ärgerte eine Bemerkung viele Gemeinderäte: „Der Kreis kann nicht auf diese Unterkunft verzichten, müsste ansonsten eine Zwangsbelegung prüfen.“ So zitierte Eckardt aus dem Brief. „Diese Drohung vom Landratsamt gefällt mir gar nicht“, sagte dazu Arnim Herz (FW). „Solch ein Problem sollte man klüger lösen.“ Bereits zweimal sei der Vertrag auf Bitten des Landratsamts verlängert worden. Herz wünscht sich insgesamt mehr professionelle Unterstützung von der Behörde „anstatt nur auf ehrenamtliche Helfer zu setzen“. Die seien in Burgberg sehr engagiert. Es laufe gut. Dennoch hätten die Geflüchteten kaum eine Chance auf dem Miet-Wohnungsmarkt, kurzum: Sie können nicht ausziehen, weil sie keine Bleibe finden.

"200 Personen könnten ausziehen, finden aber keine Wohnung"

Das bestätigte Heinz Pesch, Leiter des Amts für Migration am Landratsamt Oberallgäu. Er stellte sich den Fragen der Gemeinderäte und sprach von „200 Personen, die im Oberallgäu ausziehen könnten, aber nichts finden“. Burgberg sei derzeit die einzige Gemeinde, die kurzfristig Plätze für Schutzsuchende erhalten kann. Die Containersiedlung sei auch in einem vernünftigen Zustand, nur neue Sanitäranlagen und Kochgelegenheiten müssten eingebaut werden. Das sei an den Standorten mit Containern in Obermaiselstein und Ofterschwang anders gewesen. In Ofterschwang gab es darüber hinaus konkrete Planungen für das Containerareal: Es sollte wieder ein Bolzplatz werden, so wie früher. In Burgberg jedoch wurde mit einem Bauleitverfahren noch nicht begonnen. „2022 wollen wir das tun und damit unseren Gewerbetreibenden gerecht werden“, sagte dazu der Rathauschef.

„Es ist wichtig, sich an das Versprechen an die Gewerbetreibenden zu halten“, bekräftigte auch Kathrin Waldmann von den Grünen. Sie sieht es auch als „soziale Aufgabe, befristet für ein weiteres Jahr zuzustimmen“. Herbert Köberle (CSU) konnte diese Entscheidung nicht mittragen: „Die Glaubwürdigkeit des Gemeinderats schwindet. Es heißt, die nicken doch nur alles ab.“

Vettrag bis Ende 2022 befristet

Pesch sagte, der Vertrag werde befristet bis Ende 2022. Er wolle keinesfalls ein weiteres Mal kommen. Der Landkreis suche Unterkünfte, am liebsten leer stehende Ferienanlagen. Die seien gut aufzuteilen. Zu einer Zwangsbelegung sagte er: „Wenn wir, wie 2015 und 2016, wieder Turnhallen blockieren, werden wir auch nicht gelobt.“ Der Kreis sei in einer schwierigen Situation. Derzeit würden in Sonthofen 40 Plätze gebaut, in Dietmannsried sind es 20. Im Oberallgäu gebe es bereits jetzt wöchentlich 20 bis 35 Zuweisungen. Der Wohnungsmarkt sei gesättigt, es gebe keine freien Gebäude. „Ende 2021 sind alle Unterkünfte voll belegt. Davon gehen wir aus.“ Deshalb brauche die Behörde kurzfristige Lösungen. Die biete Burgberg. Im Landkreis gibt es laut Pesch 30 Unterkünfte, „die sind schon ziemlich am

Lesen Sie auch
##alternative##
Immobilien

Der Landkreis Oberallgäu sucht wieder Unterkünfte für Geflüchtete

Lesen Sie dazu auch: