Badesaison beginnt

Diese Freibäder im Oberallgäu öffnen - Welche Änderungen es gibt

In den nächsten Wochen öffnen die Oberallgäuer Freibäder. Am 24. Mai geht die Saison im Starzlachauenbad in Wertach los. In den vergangenen Tagen waren Manuel Stammel (links) und Basel Mkhibar damit beschäftigt, die Becken auf Vordermann zu bringen.

In den nächsten Wochen öffnen die Oberallgäuer Freibäder. Am 24. Mai geht die Saison im Starzlachauenbad in Wertach los. In den vergangenen Tagen waren Manuel Stammel (links) und Basel Mkhibar damit beschäftigt, die Becken auf Vordermann zu bringen.

Bild: Werner Kempf

In den nächsten Wochen öffnen die Oberallgäuer Freibäder. Am 24. Mai geht die Saison im Starzlachauenbad in Wertach los. In den vergangenen Tagen waren Manuel Stammel (links) und Basel Mkhibar damit beschäftigt, die Becken auf Vordermann zu bringen.

Bild: Werner Kempf

Die Oberallgäuer Freibäder öffnen in den nächsten Wochen: Warum die steigenden Energiekosten den Städten und Gemeinden keine Probleme bereiten.
15.05.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Viele Hobbyschwimmer stehen in den Startlöchern. Wenn die Oberallgäuer Freibäder in den nächsten Wochen öffnen, sind zur Freude der Betreiber viele Corona-Regeln passé. Doch was ist mit den Energiekosten, die seit dem Ukraine-Krieg stark gestiegen sind? Während die meisten Kommunen schon auf erneuerbare Energien zurückgreifen, heizen andere noch mit fossilen Brennstoffen, wie eine Umfrage unserer Redaktion ergab.

Wenn die Saison im Immenstädter Freibad am Kleinen Alpsee am 4. Juni beginnt, wird die Temperatur bei längeren Schönwetterperioden in den beiden Warmwasserbecken auf 20 Grad abgesenkt. Doch die Eintrittspreise werden trotz steigender Kosten nicht erhöht. Laut Bürgermeister Nico Sentner bezahlen die Stadtwerke als Badbetreiber heuer nicht mehr für die Gasheizung, da noch bis Jahresende ein Fixpreis gilt. Dennoch gebe es Gründe die Wassertemperatur abzusenken. Unter anderem schlagen die höheren Unterhaltskosten zu Buche.

Freibad in Immenstadt macht jährlich 142.000 Euro minus

Im Schnitt entsteht laut Sentner beim Freibad ein jährliches Minus von 142.000 Euro. Deshalb ist in den nächsten Jahren im Rahmen einer energetischen Badsanierung unter anderem geplant, „eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, um die Becken mit Solarenergie zu beheizen“, sagt Sentner. Derzeit werde eine Machbarkeitsstudie vorbereitet, um zu klären, in welcher Form das Freibad „sanierbar ist oder ob teilweise Neubauten sinnvoller sind“, sagt der Rathauschef.

Bereits seit Jahren wird im Familienbad Fischen die Sonnenenergie zum Heizen des Wassers durch eine sogenannte „Absorberanlage“ genutzt, berichtet Bürgermeister Bruno Sauter. Dabei wird auftreffende Sonnenstrahlung mithilfe von Sonnenkollektoren in thermische Energie umgewandelt. „Wir sind gerade dabei, die komplette Anlage energetisch zu sanieren und zu ergänzen“, sagt Sauter. Dennoch wird weiter zusätzlich Erdgas zum Heizen der Becken verwendet. Die Energiekosten betrugen 6264 Euro im vergangenen Jahr. Erhöht werden die Eintrittspreise. „Dies ist jedoch nicht nur den höheren Energiekosten geschuldet“, erläutert der Bürgermeister.

Wertacher Freibad: Mit Gas das Wasser zur Eröffnung auf Temperatur bringen

Nicht ganz ohne Gas geht es auch in Wertach. „Wir heizen unser Bad primär mit der Solaranlage auf dem Betriebsgebäude und verwenden Gas nur dazu, das Wasser zur Freibaderöffnung auf Temperatur zu bringen“, erläutert Jörg Meyer von der Hauptverwaltung. Mit Gas werde nachgeholfen, wenn aus der Solaranlage zu wenig Energie kommt. Der Gasanteil an den Gesamtenergiekosten, die jährlich rund 22.000 Euro betragen, mache rund 15 Prozent aus.

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Im Freibad von Immenstadt wird heuer kühler geschwommen

Einen Schritt weiter ist man in der Gemeinde Missen-Wilhams. Das Freibad wird nicht mehr mit fossilen Brennstoffen beheizt. „Bereits 2003 wurde auf eine Solaranlage umgerüstet, die im Jahr 2012 erweitert wurde, um die Temperatur des Wassers zu regulieren“, teilt Bürgermeisterin Martina Wilhelm mit.

Auch in Rettenberg braucht man kein Öl oder Gas, um die Temperatur zu regulieren. „Unser komplettes Freibad wird mit Solarstrom geheizt. Es würde zwar noch die Möglichkeit bestehen, die Gasheizung zu benutzen, diese ist aber derzeit nicht in Betrieb und müsste zuerst gewartet werden“, sagt Amelie Goll von der Gemeindeverwaltung.

Im Naturbad Altstädten setzt man auf eine biologische Wasseraufbereitung. „Die Schwimmbecken werden ausschließlich über eine Solaranlage geheizt“, lässt Birgit Gabriel von der Stadt Sonthofen wissen. In diesem Sommer übernimmt die Stadt Sonthofen in Altstädten die Badeaufsicht in Eigenregie, nachdem das Wonnemar aus dem Dienstleistungsvertrag ausgeschieden ist, weil keine Fachkräfte gefunden werden konnten.

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Das war die Woche im Oberallgäu in Bildern

Deshalb bleibt der Badebereich der Freizeitanlage in Altstädten montags und dienstags geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Keine Abhängigkeit von russischem Gas gibt es auch in Bad Hindelang. Das Naturbad wird von einer Holzhackschnitzel-Heizung versorgt, was rund 2900 Euro im Jahr kostet. Damit werden die Becken auf rund 20 Grad aufgeheizt. „Zudem nutzen wir Solarmatten, um zum Beispiel die Wassertemperatur im Kinderbereich zu erhöhen“, berichtet Edgar Reitzner, Leiter der Finanzverwaltung.

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