Projekt

Gasthof „Hirsch“ in Bolsterlang hat als Asylbewerber-Unterkunft bald ausgedient

Der Gasthof „Hirsch“ soll abgerissen werden. Noch dient das Gebäude als Asylbewerber-Unterkunft.

Der Gasthof „Hirsch“ soll abgerissen werden. Noch dient das Gebäude als Asylbewerber-Unterkunft.

Bild: Elke Wiartalla

Der Gasthof „Hirsch“ soll abgerissen werden. Noch dient das Gebäude als Asylbewerber-Unterkunft.

Bild: Elke Wiartalla

Der alte Gasthof soll einem Neubau mit bezahlbarem Wohnraum für einkommensschwache Mitbürger weichen. Gemeinderat stimmt dem Projekt zu. Pachtvertrag mit dem Landratsamt gekündigt
Der Gasthof „Hirsch“ soll abgerissen werden. Noch dient das Gebäude als Asylbewerber-Unterkunft.
Von Elke Wiartalla
07.02.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Der Gasthof „Hirsch“ in Bolsterlang hat als Asylbewerberunterkunft bald ausgedient. Nach fünf Jahren wird zum 1. März der Pachtvertrag mit dem Landratsamt Oberallgäu gekündigt. Wenn die jetzigen Bewohner ausgezogen sind, soll der „Hirsch“ abgerissen und an seiner Stelle ein Neun-Parteien-Haus für einkommensschwächere Menschen gebaut werden. Dafür möchte die Gemeinde Mittel aus dem kommunalen Wohnbau-Förderungsprogramm in Anspruch nehmen.

Beschwerden aus der Nachbarschaft

Den „Hirsch“ mitten im Dorf hatte die Gemeinde 2015 erworben, um die Auflagen der Flüchtlingspolitik zu erfüllen. Danach musste jede Kommune, ihrer Einwohnerzahl entsprechend, eine bestimmte Anzahl Geflüchteter unterbringen. In Bolsterlang lag der Schlüssel bei 21 Personen, aber zeitweise gab es deutlich mehr Bewohner, nicht immer zur Freude aller Bolsterlanger. Wie Bürgermeister Rolf Walter in der jüngsten Gemeinderatssitzung schilderte, hatte man zunächst noch über eine zweijährige Verlängerung des Pachtvertrags mit dem Landratsamt nachgedacht. Nachdem es aber in der letzten Zeit immer wieder Beschwerden aus der Nachbarschaft über die Bewohner gegeben hatte, soll nun Schluss sein. Zwar räume die Gemeinde dem Landratsamt noch eine gewisse Übergangszeit ein, in der neue Unterkünfte für die Geflüchteten gefunden werden sollten. Mit dem „Hirsch“ haben die Bolsterlanger aber inzwischen andere Pläne.

Vorhaben kostet 2,5 Millionen Euro

Bezahlbarer Wohnraum für geringer verdienende Mitbürger soll entstehen in einem Neubau mit neun Wohneinheiten. Rund 2,5 Millionen Euro würde dieses Vorhaben kosten. Umsetzen kann die Gemeinde ihre Pläne aber nur, wenn sie in den Genuss der staatlichen Fördermittel käme. 30 Prozent Zuschuss, ein mit 0,2 Prozent absolut günstiger Kredit, die Einbringung des Grundstücks in Höhe von 450 000 Euro und eine Amortisierung der Investition nach 30 Jahren, all das schien dem Gemeinderat überzeugend genug, dem Projekt zuzustimmen.

Dem Vorschlag von Albert Bietsch, bei einem potenziellen Bedarf von 15 Stellplätzen über den Bau einer Tiefgarage nachzudenken, wurde abgelehnt. „Technisch nur schwer umsetzbar und mit 25 000 Euro pro Stellplatz sehr teuer“, meinte Ratsmitglied und Architekt, André Lingg. Das Parkplatzproblem würde ohnehin nur vorübergehend bestehen, so lang die Bauplanung rund ums benachbarte Feuerwehrhaus noch nicht umgesetzt sei. Sein Büro wird sich nun um die Bauplanung und den Antrag auf Fördermittel für den Ersatzbau des „Hirsch“ kümmern. Erst danach wird im Gemeinderat wieder entschieden über Details wie Fassadengestaltung, Kücheninstallationen, die ebenfalls förderfähig sind, Anschlüsse für Elektroautos und Grünflächen für Kinder.

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