Nahverkehr

Grüne im Oberallgäu fordern spürbare Verbesserungen beim ÖPNV

OA Grüne ÖPNV

Christina Mader (links, Grünen-Fraktionsvorsitzende), Christine Rietzler (Pflegebeauftragte des Bezirks und Kreisrätin) sowie Alexander Klasen (RVA Oberstdorf) bei der Tour durchs Oberallgäu mit Bus und Bahn.

Bild: Mader

Christina Mader (links, Grünen-Fraktionsvorsitzende), Christine Rietzler (Pflegebeauftragte des Bezirks und Kreisrätin) sowie Alexander Klasen (RVA Oberstdorf) bei der Tour durchs Oberallgäu mit Bus und Bahn.

Bild: Mader

Die Mitglieder der Grünen-Kreistagsfraktion im Oberallgäu haben einen Selbstversuch mit Bus und Bahn gemacht. Warum es dabei ein Schlüsselerlebnis gab.
17.11.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Die Kreistagsfraktion der Oberallgäuer Grünen hat einen Selbstversuch mit Bus und Bahn durch den Landkreis unternommen. Der Hintergrund: Sie wollten laut einer Pressemitteilung mit Vertretern aus der Politik und von Unternehmen die drängenden Probleme in der Region zum Nahverkehr besprechen. Rollator sowie Kinderwagen durften dabei nicht fehlen und abschnittsweise begleiteten Alexander Klasen (RVA), Benjamin Bichler (Alpsee Grünten-Tourismus), Bruno Sauter (Bürgermeister Fischen), Rosi Oppold (Dritte Bürgermeisterin Immenstadt) und Bahnexperte Roman Ohmayer die Fraktion.

Grünen-Fraktionsvorsitzende: "Hier übernehmen gerade die Kommunen Aufgaben des Kreises, das kann nicht sein"

Christina Mader, Fraktionsvorsitzende im Kreistag, machte zu Beginn deutlich: „Es ist eine zentrale politische Aufgabe unseres Landkreises, das Angebot des ÖPNV zu verbessern. Hier übernehmen gerade die Kommunen Aufgaben des Kreises, das kann nicht sein.“ Ein entscheidender Schritt zur nachhaltigen Verbesserung des Busverkehrs sei die Gründung eines Tarifverbundes, der von den Landkreisen getragen werde. Dabei ist es laut Benjamin Bichler nach den Erfahrungen mit der Einführung der Ringbuslinie wichtig, ausreichend Geld für Marketing und Werbung einzuplanen, was die Grünen auch so sehen. „Wir sichern den Menschen eine hohe Lebensqualität, wenn wir es schaffen, dass Montag bis Sonntag ein auf die Bahn abgestimmter Taktverkehr eingeführt wird. Jeder Hauptort im Landkreis braucht mindestens einen Stundentakt“, sagte der Kreisrat und Organisator der Fahrt, Thomas Frey. Zu einer deutlichen Verbesserung komme es dann, wenn das bayerische Verkehrsministerium nach dem Kreistagsbeschluss die Reaktivierung der vier Bahnhaltestellen zwischen Sonthofen und Kempten umsetze. Die Fraktion hält ebenso am 100-Euro-Ticket oder einem vergünstigten Tagesticket fest, um mehr Menschen in den ÖPNV zu bekommen.

Das Lösen des Oberallgäuer Tagestickets war am Bahn-Automaten nicht selbsterklärend

Ein Schlüsselerlebnis für die Grünen-Kreisräte gab es bei der Tour auch: Das Lösen des Oberallgäuer Tagestickets war am Bahn-Automaten, anders als im Bus, nicht selbsterklärend und bedurfte sogar der Teamarbeit. Mader resümierte: „Barrierefreiheit fängt beim Automaten an und hört erst nach der Ankunft auf. Hier muss auf vielen Ebenen nachgebessert werden.“

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