Vermisster Vierbeiner

Vom Döner angelockt, geht „Alwin“ am Grünten in die Falle

Tiersuche Vermisster Hund

Nach neun Tagen intensiver Suche am Grünten wurde Hund „Alwin“ wieder eingefangen. „1a-Tiersuche Allgäu“ hatte dazu eine Lebendfalle aufgebaut.

Bild: Benjamin Liss

Nach neun Tagen intensiver Suche am Grünten wurde Hund „Alwin“ wieder eingefangen. „1a-Tiersuche Allgäu“ hatte dazu eine Lebendfalle aufgebaut.

Bild: Benjamin Liss

Erfolg für die „1a-Tiersuche Allgäu“: Der griechische Straßenhund "Alwin" wurde nach tagelangem Einsatz am Grünten wieder eingefangen. Wie ein Döner dabei half.
25.09.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Ein Happy-End gab es für den griechischen Straßenhund „Alwin“ und seinen Besitzern aus dem Oberallgäu. Nach über einer Woche intensiver Bemühungen schaffte es das Team von „1a-Tiersuche Allgäu“, den Kangal-Schäferhund-Mix am Grünten wieder einzufangen. Dabei kamen Suchtrupps, eine Wildkamera und eine Lebendfalle zum Einsatz.

Alwin war seinen Besitzern auf einem Wanderweg am Grünten unterhalb des Alpenblicks bei Burgberg entlaufen. „Der Hund lief einfach los und war dann sofort weg“, erzählt Melanie Guggemos. Nachdem die 36-jährige Trainerassistentin und ihre Kollegin Andrea Liss vom Team der Tiersuche davon erfahren hatten, sprachen sie mit den Besitzern aus dem nördlichen Oberallgäu das Vorgehen ab.

Hund ließ sich nicht so einfach wieder einfangen

So legten sie dort, wo der zweieinhalbjährige Rüde zuletzt gesehen wurde, zunächst eine „Heimwärtsschleppe“. Dabei wird mit Wurstwasser, Leckerlis und Kleidung der Besitzer eine Spur gelegt. Am Ende der Heimwärtsschleppe steht das Auto der Besitzer mit geöffnetem Kofferraum. Nächte vergingen, aber Alwin ließ sich nicht blicken. Deshalb gingen Liss und Guggemos zum nächsten Schritt über.

Am letzten Sichtungsort von Alwin wurden eine Futterstelle samt Wildkamera angebracht. Drei Tage später kam die erlösende Nachricht: Alwin lebt und war nachts in die „Fotofalle“ getappt. „Alwin wurde von der Wildkamera beim Fressen gefilmt“, freute sich Guggemos. Auch in der darauffolgenden Nacht kam er wieder an die Futterstelle. Weil es aber nachts nicht möglich war, den Rüden einzufangen, kam eine neue Anschaffung der Tiersuche zum Einsatz – die Lebendfalle.

Alwin wurde mit Futter zur Lebendfalle gelockt

Das Team baute an der Futterstelle die Lebendfalle auf und legte mit Futter einen Weg dorthin. Die Falle funktioniert so: Geht der Hund rein und durch eine Lichtschranke, schließt sich automatisch hinter ihm die Tür. Gleichzeitig werden die Verantwortlichen über das Auslösen der Falle informiert und eine Live-Kamera sendet sogar Bilder dazu.

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Allerdings ließ sich Alwin Zeit. Nächtelang fraß der Schäferhundmix nur das Futter vor der Falle. „Der Hund wurde in Griechenland schon so gefangen, wir mussten also erst sein Vertrauen gewinnen“, sagt Trainerin Liss. Schließlich lockte ein Döner den Hund in die Falle. Nach neun Tagen wurde Alwin nachts um 2.40 Uhr eingefangen. Am Ende sprang der er geschwächt aber zufrieden ins Auto seiner glücklichen Besitzer.

„1a-Tiersuche Allgäu“: Experten auf ihrem Gebiet

Darüber freute sich auch Bernhard Bader, Leiter des Teams, das sich auf Tiersuche spezialisiert hat. „Wir haben die 2700 Euro teure Falle gerade einmal seit zwei Wochen, und schon der erste Einsatz brachte den Erfolg“, sagt Bader. Generell rät Hundetrainerin Andrea Liss den Besitzern entlaufener Tiere „sofort die Behörden – also Polizei und Landratsamt – sowie Tierärzte und Jäger im Umkreis“ zu verständigen.

Nicht nur Hunde werden von der 1a-Tiersuche Allgäu ausfindig gemacht. „Nahezu alle Lebewesen haben einen einzigartigen Individualgeruch und können von Hundenasen gesucht werden“, erklärt Bader. Seine Organisation beschränke sich jedoch auf Haus- und Nutztiere. So konnten bereits Katzen, Schildkröten, Schafe oder Hasen gefunden werden. Dazu hielt das Team vergangenes Wochenende in der Audi-Arena in Oberstdorf eine Übung ab. Wegen der vielen Gerüche, die durch die Besucher im Skisprungstadion verteilt werden, sei das Objekt vergleichbar mit einem Bahnhof oder einer Fußgängerzone. „Das erfordert ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Hundeführer“, sagt Bader.

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