Gesunde Ernährung

Großes Potenzial für bio-regionale Lebensmittel im Oberallgäu

Großen Stellenwert haben bio-regionale Lebensmittel im Hildegardis-Gymnasium in Kempten.

Großen Stellenwert haben bio-regionale Lebensmittel im Hildegardis-Gymnasium in Kempten.

Bild: Daniel Delang (Archivfoto)

Großen Stellenwert haben bio-regionale Lebensmittel im Hildegardis-Gymnasium in Kempten.

Bild: Daniel Delang (Archivfoto)

Öko-Modellregion Oberallgäu-Kempten setzt auf „Außer-Haus-Verpflegung“ an Schulen und Kindertagesstätten
05.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Um den Menschen mehr regionale Bio-Lebensmittel schmackhaft zu machen, setzt die Öko-Modellregion Oberallgäu-Kempten verstärkt auf die „Außer-Haus-Verpflegung“. Damit will die Organisation weitere Absatzmöglichkeiten für Erzeuger im Allgäu und in der Folge eine größere Wertschöpfung in der Region schaffen. Wie das funktionieren kann, wurde in der Veranstaltung „Bio Bitte“ in Kempten am Hildegardis-Gymnasium besprochen.

„Bio Bitte“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Zu dem Treffen hatten die Gesellschaft „Ökonsult“ und die Öko-Modellregion Vertreter von Gemeinden sowie Stadt- und Kreisräte geladen. Es fand am Hildegardis-Gymnasium statt, weil das Hilde bayernweit die erste Klimaschule ist. Dort hat die Ernährung mit bio-regionalen Lebensmitteln einen großen Stellenwert. Laut Küchenleiterin Gudrun Schöner betrage der Bio-Anteil in der Mensa 50 Prozent. Dafür seien die Speisepläne umgestaltet worden.

Noch Luft nach oben

Damit ist die Schule Beispiel für eine mögliche Zielgruppe der Öko-Modellregion. Denn laut Projektmanagerin Sarah Diem „steckt in der Außer-Haus-Verpflegung ein großes Potenzial für den Absatz von regional erzeugten Bio-Lebensmitteln“. Eine Umfrage bei Kindertageseinrichtungen und Schulen im Landkreis zum Status quo der Verpflegung habe ergeben, „dass beim Einsatz von Bio-Produkten noch Luft nach oben ist“.

Andreas Greiner und Stefan Flaig von Ökonsult zeigten anhand von Beispielen anderer Gemeinden, wie erfolgreich regionale (Bio-)Lebensmittel eingesetzt werden können. Von der Ausschreibung für Caterer bis hin zur Auslobung von bio-regionalen Speisekomponenten bekamen die Teilnehmer dazu Einblicke. Als Haupthindernis sei nicht – wie oft angenommen – der Preis ausschlaggebend. Vielmehr seien es die fehlende Bündelung von Angebot und Nachfrage, sagte Greiner: „Genau hier setzt die Arbeit der Öko-Modellregionen an.“

Boom in den privaten Haushalten

Einen Blick übers Allgäu hinaus gab Dr. Werner Ebert von der Bio-Stadt Nürnberg. Er stellte dar, welche Ziele die Stadt Nürnberg verfolgt, um mehr bio-regionale Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung unterzubringen. Oberbürgermeister Thomas Kiechle sprach von einer noch immer großen Lücke zwischen dem, was an Produkten im Allgäu produziert wird, und dem, was in Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung angeboten wird. Dagegen hätten die vergangenen Monate gezeigt, dass die Nachfrage nach regionalen (Bio-)Lebensmitteln in Privat-Haushalten immens gestiegen sei. Das Angebot in der Außer-Haus-Verpflegung hinke diesem Trend jedoch hinterher.

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