Beratung

Hier können sich werdende Eltern Antworten auf ihre Fragen holen

Beraten werdende Eltern in Immenstadt: Michaela Rock (links) und Mirjam Schäffler.

Beraten werdende Eltern in Immenstadt: Michaela Rock (links) und Mirjam Schäffler.

Bild: Franz Summerer

Beraten werdende Eltern in Immenstadt: Michaela Rock (links) und Mirjam Schäffler.

Bild: Franz Summerer

Mirjam Schäffler und Michaela Rock sind in der Beratungsstelle von Donum Vitae in Immenstadt. Sie bieten Hilfe rund um Schwangerschaft, Geburt und Kinder an

21.08.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Seit einer Woche ist die Beratungsstelle „Donum Vitae“ in Immenstadt wieder geöffnet. Werdende Eltern sowie Mütter und Väter mit Babys erhalten kostenlos Antworten auf alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr. Durchgeführt werden die Beratungen von den Sozialpädagoginnen Mirjam Schäffler und Michaela Rock im Gartenweg 5.

Die Beratungsstelle gibt es zwar schon seit vergangenem Jahr, doch ihre Arbeit wurde jäh von der Corona-Pandemie gestoppt. So kamen die beiden Sozialpädagoginnen nur zu 13 Gesprächsterminen, bevor das Büro zwischen Grünten- und Kemptener Straße monatelang geschlossen werden musste. Immenstadt ist eine Außenstelle von Kaufbeuren und nur einen Tag in der Woche – am Mittwoch – besetzt. Wer sich beraten lassen will, muss sich einen Termin geben lassen.

Mirjam Schäffler (42) und Michaela Rock (25) beraten Eltern oder alleinerziehende Mütter zum Beispiel über gesetzliche Leistungen, wie Eltern- oder Kindergeld, das den Müttern und Vätern vom Staat zusteht. „Darüber hinaus geben wir Auskunft über weitere Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung, wenn die Eltern nur über ein geringes Einkommen verfügen“, sagen Schäffler und Rock. So gebe es beispielsweise Stiftungen, die den Eltern bei der Erstausstattung für ihre Neugeborenen helfen.

Die Sozialpädagoginnen vermitteln zudem Ansprechpartner, wenn die Eltern Hilfe bei der Betreuung des Kindes brauchen oder in Schwierigkeiten stecken – also Schulden haben oder gekündigt wurden. „Allerdings dürfen wir keine direkte Rechtsberatung anbieten“, erläutert Schäffler.

Auch Schwangerschaftskonfliktberatung

Daneben beraten und begleiten sie die Eltern bei allen Themen rund um Kinderwunsch und Pränataldiagnostik oder unterstützen sie nach einer Fehl- oder Totgeburt. Zudem führen sie eine Schwangerschaftskonfliktberatung durch, die vor einer möglichen Abtreibung gesetzlich vorgeschrieben ist.

Dies war auch der Anlass für die Gründung des bürgerlich-rechtlichen Vereins Donum Vitae (lateinisch für „Geschenk des Lebens“). Weil die katholischen Stellen eine Beratung ablehnten, die „zur Tötung von ungeborenem Leben“ führen könnten, wurde der Verein ins Leben gerufen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds setzt er sich zwar vor allem für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. „Aber wir informieren die Eltern auch ergebnisoffen über einen möglichen Abbruch der Schwangerschaft, ohne sie zu beeinflussen oder zu bewerten“, sagen die beiden Beraterinnen. Allerdings mache das nur einen geringen Teil ihrer Tätigkeit aus. In Immenstadt habe noch keine Mutter den Wunsch nach einer Abtreibung geäußert.

Zwar wurde der Verein aus dem katholischen Umfeld heraus gegründet, „aber wir sind nicht konfessionell gebunden“, sagen die Sozialpädagoginnen: „Zu uns kann jeder kommen.“ Die Außenstelle wurde in Immenstadt eingerichtet, um vor allem Eltern aus dem südlichen Oberallgäu anzusprechen. Aber auch Ratsuchende aus dem Landkreis Lindau oder aus Kempten sind willkommen.