Weg der Grenzgänger

Hobbywanderer wollten es wissen: Über 5.500 Höhenmeter in zwei Tagen

Auf dem Grenzgängerweg zwischen Deutschland und Österreich waren Björn Ahrndt und Florian Adolf aus Sonthofen-Berghofen unterwegs und schafften die Sechs-Tages-Tour in nur zwei Tagen.

Auf dem Grenzgängerweg zwischen Deutschland und Österreich waren Björn Ahrndt und Florian Adolf aus Sonthofen-Berghofen unterwegs und schafften die Sechs-Tages-Tour in nur zwei Tagen.

Bild: Thilo Kreier

Auf dem Grenzgängerweg zwischen Deutschland und Österreich waren Björn Ahrndt und Florian Adolf aus Sonthofen-Berghofen unterwegs und schafften die Sechs-Tages-Tour in nur zwei Tagen.

Bild: Thilo Kreier

Björn Ahrndt und Florian Adolf wanderten 80 Kilometer und 5.500 Höhenmeter in zwei Tagen: vom Tannheimer Tal über die Hindelanger Berge ins Lechtal.
12.08.2020 | Stand: 14:45 Uhr

Björn Ahrndt und Florian Adolf aus Sonthofen-Berghofen haben den „Grenzgänger“-Etappenwandersteig in zwei Tagen bewältigt. Wofür Bergwanderer normalerweise sechs Wandertage und fünf Übernachtungen brauchen, schafften die beiden Hobbywanderer mit nur einer Übernachtung in Hinterhornbach.

Der Etappenwandersteig liegt zwischen Bad Hindelang, dem Tannheimer Tal und dem Lechtal. Der „Grenzgänger“ erstreckt sich von Schattwald im Tannheimer Tal über Bschießer und Ponten zur Willersalpe, über den Schrecksee, das Prinz-Luitpold-Haus und den Himmelecksattel nach Hinterhornbach in Tirol/Österreich und wieder zurück. Der gesamte Weg ist auf sechs Tage ausgelegt. Dabei sind mehr als 5.500 Höhenmeter im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen zu erklimmen. Kann man diesen Panoramaweg als Wanderer in nur zwei Tagen meistern?

Nicht als Trailrunner, sondern im klassischen Wandersti

„Im Frühjahr war nicht abzusehen, ob der Grenzgänger 2020 mit Hüttenübernachtungen möglich sein würde“, erzählt Björn Ahrndt vom Ursprung der Idee, die sechs Etappen auf zwei zu verkürzen. „Damals blieben nur Übernachtungsmöglichkeiten im Tal, in Hinterhornbach oder in Hinterstein und im Tannheimer Tal. Fasziniert von der Vorstellung, den Steig als Wanderer zum Zweitageweg zu machen, ging es an die Planung. Mit Florian Adolf war schnell ein Gleichgesinnter gefunden. Beide wollten die Strecke nicht Trailrunner sondern im klassischen Wanderstil zurücklegen – und im Übrigen auch ohne größere Trainingsvorbereitung.

Der erste Tag führte von Schattwald aus nach Hinterhornbach. Ahrndt: „Wir sind um 3.15 Uhr in Schattwald gestartet und waren überrascht, wie gut wir vorankamen.“ Schon gegen 11.30 Uhr hatten sie das Prinz-Luitpold-Haus erreicht und wurden beim „Boxenstopp“ bestens versorgt.

Weiter ging es bei besten Wetterbedingungen über den Himmelecksattel auf das Hornbachjoch und hinunter nach Hinterhornbach, eine der zehn kleinsten Tiroler Gemeinden mit unter 100 Einwohnern. „Wir hatten die Tour als schnelle Wanderung geplant und wollten nicht nur die Herausforderung meistern, sondern auch die Natur und die tausenden Eindrücke auf der Tour genießen“, sagt Ahrndt. Im Nachhinein wurde der erste Tag mit 42 Kilometern „der erste Marathon meines Lebens“.

Aufstieg zum Hochvogel

Am nächsten Tag stand der Rückweg über Hinterstein und den Iseler nach Schattwald auf dem Plan, weitere 2390 Höhenmeter. Um 8.30 Uhr begann der Aufstieg in Richtung Hochvogel und weiter über die Balkenscharte und das Prinz-Luitpold-Haus nach Hinterstein. Gut neun Stunden später war mit dem Iseler der höchste Gipfel des Nachmittags erreicht. Das Abenteuer endete gegen 19 Uhr in Schattwald. Nach insgesamt 80 Kilometern und 5540 Höhenmetern.

Für Schlechtwetter-Tage, an denen man nicht selbst auf den Berg kann: Das sind die besten Bergdokumentationen. Wo man sie streamen kann.