Interview

Hot Club du Nax: Viel Lust auf Gypsy Swing

Hot Clubgroß

Das sind „Hot Club du Nax“, ein Gypsy-Swing-Quintett, das sich vor sechs Jahren zusammengefunden hat.

Bild: Hot Club du Nax

Das sind „Hot Club du Nax“, ein Gypsy-Swing-Quintett, das sich vor sechs Jahren zusammengefunden hat.

Bild: Hot Club du Nax

Die Gruppe „Hot Club du Nax“ bietet Beschwingendes und tiefgründige eigene Stücke. Was die Musiker verbindet.
12.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Gypsy Swing spielt das Ensemble „Hot Club du Nax“. Zu sehen und zu hören ist die Combo in Bad Hindelang und in Oberstaufen im Rahmen des „Kultursalons“. Einer der Musiker ist Lukas Bamesreiter. Mit ihm unterhielt sich Riccarda Gschwend.

Die Entstehung der Band ist das Ergebnis einiger langer Nächte in einer Bar. Wie ist die Geschichte dahinter?

Lukas Bamesreiter: Ich bin 2015 nach Innsbruck gezogen und ziemlich zur gleichen Zeit haben zwei Nachbarn von mir das „Nax“, also diese Bar, aufgesperrt. Und ich dachte mir: Hey super, dann sorg ich da für Live-Musik, ich bin neu hier und brauch einen Ort zum Livespielen und will sowieso die Musiker der Stadt kennenlernen. Also organisierte ich einfach gleich Jam-Sessions, weil da geht das am schnellsten. Und dann hab ich das zweieinhalb Jahre gemacht, recht regelmäßig, oft dann auch kleine Konzerte mit vielen verschiedenen Musikern.

Kannten Sie sich als Musiker schon vorher? Oder war es eher ein Zufallstreffer, dass Sie damals in der gleichen Bar gelandet sind?

Bamesreiter: Also ich hatte zu der Zeit ein sehr starkes Bedürfnis nach Gypsy-Swing und wollte unbedingt eine Partie in der Richtung aufstellen. Ich hab dann off- und online die Stadt nach Leuten durchsucht, die in dem Genre was machen und tatsächlich eine Handvoll gefunden. Relativ früh habe ich Dario kennengelernt und wir haben ein paar Mal zusammen gespielt. Und ein bisschen später Ari, und der kannte einen Geiger aus Linz, der dann auch tatsächlich ziemlich schnell auf der Matte stand. Es hat dann noch ein paar Jams gedauert, aber dann war klar, dass das eine Band ist. Irgendwann nach einem Gig stand Izzy da und meinte: Hey, ihr habt super gespielt, kann ich bei euch singen? Und dann haben wir uns getroffen und sie hat was gesungen und es war sofort klar, dass das super wird.

Lesen Sie auch
##alternative##
Jazz im Oberallgäu

Der Hot Club du Nax erhebt im Oberallgäu Jazz-Klassiker in eine eigene Klasse

Als Gypsy-Swing-Quintett bewegen Sie sich durch unterschiedliche Genres bis hin zum Schlager. Welche Kriterien muss ein Stück erfüllen, damit es ins Repertoire aufgenommen wird?

Bamesreiter: Oh, ins Repertoire aufgenommen zu werden ist nicht so schwierig, dazu muss sich eigentlich nur einer von uns in ein Stück verlieben und es im richtigen Moment, nämlich wenn es Platz dafür gibt, vorschlagen. Dann geben wir so einem Stück eigentlich immer eine faire Chance und jeder schaut, ob er sich vielleicht mitverlieben kann oder es zumindest ok ist, auf der Verliebtheit des anderen mit zu schwimmen. Sich im Repertoire zu halten ist da schon deutlich schwieriger für ein Stück, dazu muss es im Live-Einsatz seine Stärke beweisen und darf nur im seltenen Fall eine Diva sein – zu viele Diven rauben uns die Nerven, aber natürlich braucht‘s ein paar.

Ihr Programm beinhaltet neben Bearbeitungen ausgewählter Genre-Standards auch Eigenkompositionen. Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Bamesreiter: Die Stücke von Tomas Novak, unserem Geiger, erweitern die Genregrenzen unserer Ursprungsgenres manchmal fast kaleidoskopartig und nicht selten unverhofft tiefgründig. Arian Kindls Kompositionen sind tiefromantisch, im Vergleich schlicht, aber von wahrer Eleganz. Isobel Copes Stücke sind spannende Geschichten aus dem psychedelischen und traumhaften Musical ihres Lebens.

Was erwartet das Publikum in Bad Hindelang und Oberstaufen? Und was erwarten Sie sich?

Bamesreiter: Wir freuen uns, dass die Konzerte jetzt endlich stattfinden können! Wir freuen uns auf zwei super Konzerte, sind gut in Form und heiß drauf zu spielen.

Lesen Sie auch: Mittermeier mit "Paradies" in der Hofmühle in Immenstadt bei Kultur-Programm "Klick"