Schwimmen

Immenstädter Schwimmer deklassieren Konkurrenz in Rosenheim

TV Immenstadt in Rosenheim

Eine „runde Sache“ war der Auftritt der TVI-Schwimmer um (von unten Mitte im Uhrzeigersinn) Marcus Joas, Anton Käser, Armin Wetzel, Simon Joas, Isabella Bayer, Juliane Bos, Ella Seidl, Maximilian Schnalzger und Xaver Käser in Rosenheim.

Bild: Birgit Joas

Eine „runde Sache“ war der Auftritt der TVI-Schwimmer um (von unten Mitte im Uhrzeigersinn) Marcus Joas, Anton Käser, Armin Wetzel, Simon Joas, Isabella Bayer, Juliane Bos, Ella Seidl, Maximilian Schnalzger und Xaver Käser in Rosenheim.

Bild: Birgit Joas

Der TV Immenstadt dominiert auf der Langstrecke: Jeder TVI-Starter ergattert eine Medaille. Marcus Joas tanzt auf zwei Hochzeiten – und räumt ab.
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Von Redaktion Allgäuer Anzeigeblatt
15.09.2021 | Stand: 12:09 Uhr

Spät in der Saison, aber noch rechtzeitig fiel der Startschuss zum ersten „richtigen“ Wettkampf in einem Becken nach einem Jahr für die Schwimmer des TV Immenstadt. Und die Städtler haben sich für das lange Warten belohnt. Denn beim Langstreckenschwimmen in Rosenheim gab es für den TVI um Ausnahmeschwimmer Marcus Joas eine wahre Medaillenflut: Von den 53 Starts verwandelten die Oberallgäuer 37 in Podestplätze: Es gab 14 mal Gold, zwölfmal Silber und elfmal Bronze. Kein TVIler fuhr ohne Medaille nach Hause.

Ursprünglich hätte der Wettkampf in Rosenheim bereits im Juni ausgetragen werden sollen, wurde coronabedingt aber verschoben und fand nun kurzfristig am 11. und 12. September statt. Erstmals waren nicht nur Kaderathleten zugelassen – es handelte sich auch nicht nur um die Teilveranstaltung eines Corona-Cups.

363 Athleten aus 25 Vereinen in Rosenheim am Start

Zwar galten auch 3G-Regel und Hygienekonzept; doch nach der langen Corona-Pause und diversen Veranstaltungen in verschiedenen Seen, mit denen sich die Städtler „über Wasser“ gehalten hatten, freuten sich die TVIler nach dem durchgängigen Training in den Sommerferien über einen „fast normalen“ Wettkampf. In Rosenheim waren 363 Aktive aus 25 Vereinen am Start, die insgesamt 1136 Starts absolvierten.

Die „gelben“ TVI-Starter boten an beiden Wettkampftagen eine mannschaftliche Geschlossenheit, feuerten ihre Teamkameraden lautstark an und jubelten miteinander bei jeder Siegerehrung. Zur erwähnten „Medaillenflut“ kamen zwei Finalteilnahmen und drei Ehrenpreise für die eigens ausgeschriebene Mehrkampfwertung.

Das „Küken“ der TVI-Mannschaft, Ella Seidl, die noch nie über „lange Strecken“ bei einem Wettkampf gestartet war, absolvierte ihre sechs Einsätze so souverän wie ihre älteren Teamkameraden. Belohnt wurde Ella dafür mit zwei Medaillenrängen: Im Jahrgang 2010 gewann sie Bronze über 800 m Freistil und Silber über 400 m Lagen.

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Auch Isabella Bayer war erstmals bei einem Langstrecken-Wettkampf im Becken am Start. Sie hatte jedoch schon Erfahrung durch Wettkämpfe im See gesammelt und zeigte tolle Technikverbesserungen im Schmetterlingschwimmen. Nach vierten und fünften Plätzen wurde auch sie mit Bronze über 400 m Lagen im Jahrgang 2008 belohnt.

2008er Jahrgang des TV Immenstadt brilliert

Einen großen Sprung nach vorne machte Juliane Bos. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag schraubte sie ihre persönlichen Bestleistungen über 400 und 800 m Freistil deutlich nach oben und erkämpfte sich über beide Distanzen (2005) Silber. Zudem gewann Bos noch zweimal Bronze über die Bruststrecken.

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Spannend machte es der TVI im Jahrgang 2008 der Buben. Hier mischten die Städtler auf allen Strecken mit: Zweimal, über 1500 m Freistil und 400 m Lagen, wurde das Podest vom TVI „blockiert“. Siegte über 1500 m Xaver Käser vor Zwillingsbruder Anton und Maximilian Schnalzger, lauteten die Ränge über 400 m Lagen: 1. Anton, 2. Maximilian, 3. Xaver. Letzterer holte einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Bei allen sechs Einsätzen belohnt wurde Schnalzger: Er verbuchte je zweimal Gold, Silber und Bronze für sich. Anton Käser war mit zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze „einen Hauch“ erfolgreicher und sicherte sich im Jahrgang 2008 den Ehrenpokal als bester Mehrkämpfer.

Auch bei den Junioren der Jahrgänge 2002/2003 hatten die Städtler mit Simon Joas und Armin Wetzel gleich zwei Eisen im Feuer. Wetzel, der sehr spät mit dem Schwimmsport begonnen hatte, behauptete sich in Rosenheim und startete über 400 m Lagen mit den Joas-Brüdern im schnellsten Lauf. Er holte Silber über 200 m Schmetterling und 400 m Lagen und Bronze über 200 m Lagen. Bei den Lagenstrecken stand Wetzel zusammen mit Simon Joas auf dem Siegerpodest. Simon fischte insgesamt zwei Silber- und vier Goldmedaillen aus dem Rosenheimer Schwimmbecken. Damit war er erfolgreichster Starter bei den Junioren und gewann den zweiten Mehrkampfpokal für den TVI. Der 19-Jährige stand außerdem neben seinem Bruder Marcus im Finale über 400 m Freistil, das er als Fünfter beendete.

Marcus Joas weiter das Maß der Dinge

Gleich zwei Wettkämpfe absolvierte Marcus Joas. Er hatte sich bereits im Rahmen der Serie des „Alpen-Open-Water-Cups“ im Frühjahr zum Wettkampf im Simssee bei Rosenheim angemeldet. Als nun kurzfristig das Rosenheimer Langstreckenschwimmen auf den gleichen Termin gelegt wurde, beschloss der 22-Jährige beide Wettkämpfe „mitzunehmen“. So reiste Joas mit seiner Mannschaft im Rosenheimer Freibad an, nutzte die Gelegenheit zum Einschwimmen und fuhr dann allein weiter zum Simssee. Während seine Kollegen mit dem Wettkampf im Becken begannen, startete Marcus Joas im Simssee über 4 km. Er pflügte dort durch den See, gab sein Sieger-Interview, nahm dann gerne Pokal und Ehrenpreis entgegen und fuhr zurück zum Wettkampf im Freibad. Joas startet am kommenden Wochenende auch noch im Waginger See, dem letzten See-Wettbewerb der Serie, wo auch der Gesamtsieger geehrt wird.

In Rosenheim griff Joas seinen zweiten Wettkampf mit 200 m Lagen an und beendete seinen Tag mit dem 1500 m-Freistil-Rennen – beide Male mit Gold in der Herrenwertung. Dass ihm noch der Samstag in den Knochen steckte, war nach außen nicht zu sehen: Joas war Schnellster der Veranstaltung über 200 m Schmetterling und 400 m Lagen. Er kraulte sich außerdem als Vorlaufdritter ins 400-Meter-Freistilfinale, wo er hinter dem Ingolstädter Maximilian Hagl als Zweiter anschlug. Als bester Mehrkämpfer holte Marcus Joas den dritten Mehrkampfpokal nach Immenstadt.