Betreuung

Immenstadt auf dem Weg zur großen Lösung in der Kindergarten-Frage

Starke Geburtenjahrgänge und Zuzug junger Familien: In Immenstadt müssen mehr Plätze in Kindergärten und Krippen geschaffen werden.

Starke Geburtenjahrgänge und Zuzug junger Familien: In Immenstadt müssen mehr Plätze in Kindergärten und Krippen geschaffen werden.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Starke Geburtenjahrgänge und Zuzug junger Familien: In Immenstadt müssen mehr Plätze in Kindergärten und Krippen geschaffen werden.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Immenstädter Stadträte sind für die Erweiterung des Kindergartens in Stein: Von derzeit zwei auf acht Gruppen. Aber auch nach dem Ausbau fehlen noch Plätze.
12.12.2020 | Stand: 14:31 Uhr

Die Zeit der Debatte ist vorbei, jetzt soll gehandelt werden: Weil es in Immenstadt viel zu wenig Plätze in Kindergärten und Krippen gibt, packen Stadtverwaltung und Stadträte das Problem an: Nächstes Frühjahr soll am städtischen Kindergarten im Ortsteil Stein angebaut werden. Und das im großen Stil – zumindest schlägt das der Sozialausschuss mehrheitlich dem Gesamt-Stadtrat vor. Der wird darüber nächsten Donnerstag entscheiden.

Bürgermeister Nico Sentner machte in der Sitzung klar, dass derzeit zwischen Bedarf und Angebot eine große Lücke klafft und es höchste Zeit sei, etwas zu unternehmen. Schließlich stünden weitere Neubaugebiete in Werdenstein und Akams vor der Tür, die in der Regel von jungen Familien mit Kindern besiedelt werden. Außerdem benötige Immenstadt integrative Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Deshalb sei – in die Zukunft gedacht – auch nicht Kleckern angesagt: „Es ist am besten, wir bauen gleich die Erweiterung“, schlug der Bürgermeister vor.

Denn zunächst war am bestehenden Kindergarten am Kirchbichl nur ein Anbau mit jeweils zwei Krippen- und Kindergartengruppen geplant. Gemeinsam mit den zwei Gruppen im bestehenden Gebäude der alten Dorfschule wären es dann vier Kiga- und zwei Krippengruppen gewesen. Jetzt sollen es fünf Kiga- und drei Krippengruppen werden.

Die neuesten Zahlen und Prognosen nach dem Hildesheimer Modell (wir berichteten) geben Sentner recht: Demnach besteht für die Kleinen im Kindergartenalter (drei bis sechs Jahre) ein Bedarf von 118 neuen Plätzen und für Krippenkinder (bis drei Jahre) sind es 58 zusätzliche Plätze, erläuterte Michael Peters, in der Stadtverwaltung für Kindergärten und Schulen zuständig. Im Bereich Kindergarten schafft der neue Naturkindergarten (20 Plätze) nahe dem Auwald etwas Entlastung. Drei zusätzliche Gruppen mit zusammen 68 Plätzen werden im Neubau Stein geschaffen: darunter zweimal 25 Kinder sowie eine Integrations-Gruppe mit 18 Plätzen. Unterm Strich fehlen dann aber immer noch 30 Plätze.

Die 54 fehlenden Plätze für die Krippenkinder würden in Stein mit drei neuen Gruppen reduziert. Pro Krippengruppe sind maximal zwölf Kinder erlaubt. Neben dem Bau des neuen Gebäudetrakts muss zudem der Altbau saniert werden. So sollen darin die Kiga-Räume erneuert und das Dach für eine Nutzung ausgebaut werden. Kann die finanziell klamme Stadt den Ausbau überhaupt stemmen?

Kosten zwischen 5,3 oder 6,3 Millionen Euro

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Dazu legten Sentner und Hochbauamtsleiter Herbert Jörg Zahlen vor: Für die Sanierung des Altbaus und die Erweiterung mit vier Gruppen werden die Gesamtkosten auf 5,3 Millionen Euro veranschlagt. Mit der Erweiterung um sechs Gruppen fallen 6,3 Millionen an.

Für die Investition will die Stadt eine Reihe von Fördertöpfen – auch ganz neue – anzapfen. Ob das in allen Fällen Erfolg hat, lasse sich nicht sicher sagen, meinte Jörg. So bewege sich der Anteil der Stadt bei vier Gruppen zwischen 1,75 und 3,3 Millionen Euro. Bei sechs Gruppen liegen bei der Stadt zwischen zwei und 3,8 Millionen Euro. Weil die Differenz (250 000 Euro bis eine halbe Million) nicht allzu hoch sei, sollte gleich der große Schritt gemacht werden, schlug Sentner vor.

Fast alle Stadträte folgten ihm. Nur Klaus Lindebar (JA) stimmte dagegen, weil ihm die Konzentration auf Stein zu hoch sei. Dazu erklärte Sentner, es gebe auch noch andere – wenn auch weit kleinere – Standorte im Stadtbereich, die derzeit diskutiert würden: So wolle die Stadt das frühere Tennisvereinsheim von Grün-Weiß als Ausweich-Kindergarten nutzen. Zudem verhandle ein privater Anbieter mit der Katholischen Jugendfürsorge über die Nutzung eines Hauses in Bühl.