Vorsorge fürs neue Schuljahr

Immenstadt schafft Luftreiniger an, um Schulschließungen zu verhindern

Coronavirus - Luftfilter in Schulen

So sehen Luftfilteranlagen aus, die in den Immenstädter Schulen und Kitas aufgestellt werden sollen.

Bild: dpa

So sehen Luftfilteranlagen aus, die in den Immenstädter Schulen und Kitas aufgestellt werden sollen.

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Die Stadt Immenstadt investiert rund 800.000 Euro in Geräte und Anlagen für Kitas und Schulen. Nach Abzug der Fördermittel bleibt ein Eigenanteil von 238 500 Euro.
29.07.2021 | Stand: 08:49 Uhr

Die Zeit drängt. Im Herbst sollen in jedem bayerischen Klassenzimmer und auch in den Kitas Luftfilter gegen Corona-Viren schützen. Deshalb stehen die Verwaltungen immens unter Druck. Viele Bürgermeister und Kämmerer fragen sich, was die richtige Entscheidung ist. Tausende Euro für Geräte ausgeben, die den Kindern vielleicht Kopfschmerzen bereiten oder zu laut sind? Der Stadtrat Immenstadt will nicht länger warten und hat einstimmig beschlossen, Luftfilteranlagen für 797 500 Euro zu beschaffen. An Fördermitteln fließen 559 000 Euro. Somit bleibt ein Eigenanteil der Stadt von 238 500 Euro.

Zwei Systeme kommen zum Einsatz

Doch vorerst sollen erst einmal die Lüftungsmöglichkeiten in den Schulen und Kitas überprüft werden, sagte Bürgermeister Nico Sentner. Stefan Geigenberger, der für die technischen Anlagen der Stadt zuständig ist, erläuterte den Unterschied zwischen mobilen Luftreinigern und stationären raumlufttechnischen Anlagen. In den meisten Fällen arbeiten mobile Luftreiniger nach dem Umluftprinzip, da sie lediglich die Raumluft ansaugen, reinigen und wieder ausstoßen. Aus diesem Grund können Luftreiniger das Zuführen von Frischluft nicht ersetzen. Im Gegensatz dazu transportiert eine raumlufttechnische Anlage bis zu 100 Prozent Frischluft von außen in den Raum. Die Stadt habe sich für den Einsatz von beiden Systemen entschieden, um die 160 Klassenzimmer, Fachräume und Kitaräume auszustatten, erläuterte Geigenberger. So sollen zum Beispiel in den fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen dezentralen Lüftungsanlagen in den Klassenräumen und mobile Luftreinigungsgeräte in den Fachräumen aufgestellt werden.

Vom Freistaat gefördert

Über die Kosten informierte Michael Peters, seit 1. Juli Zuschussmanager der Stadt. So fallen für die Kindertagesstätten für Raumluftreiniger und dezentrale Lüftungsanlagen 134 5000 (Förderung 100 850 Euro), Grundschulen 329 000 Euro (Förderung 260 200 Euro) und weiterführende Schulen 261 500 Euro (Förderung 197 950 Euro) an. Hinzu kommen zehn Prozent unvorhergesehene, nicht förderfähige Kosten, betonte Peters. Unterm Strich verbleiben somit 238 500 Euro für die Stadt. Hinzu kommen noch 41 500 Euro Wartungskosten jährlich, inklusive Filterwechsel durch einen externen Kundendienst. Ob die Geräte bis zum Schulbeginn im September geliefert werden können, steht jedoch noch nicht fest. „Aber wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, nichts getan zu haben, wenn die Sommerferien vorbei sind und die Infektionszahlen weiter steigen. Deshalb müssen wir eine Lösung finden“, meinte Bürgermeister Sentner.

Kritik an der bayerischen Regierung

Herbert Waibel (Aktive) kritisierte, dass die bayerische Regierung den Kommunen die Kosten für die Anschaffung der Lüftungsanlagen aufbürde. „Die Förderung müsste auf 100 Prozent aufgestockt werden“, forderte Waibel.

Lob gab es von zahlreichen Stadträten für das vorgestellte Konzept der Verwaltung. „Die Verantwortlichen haben sehr gut gearbeitet, werfen das Geld nicht raus und reagieren rechtzeitig, bevor im Herbst die Schulen aufgrund hoher Inzidenzzahlen vielleicht wieder geschlossen sind“, meinte Dr. Thorsten Nusser (CSU). „Die Verwaltung hat alles getan, was möglich ist, um Kindern und Jugendlichen den bestmöglichen Schutz zu bieten“, ergänzte Parteikollege Thomas Wurmbäck.

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