Ironman in der Corona-Zeit

"Ironman dahuim": Axel Reusch löst WM-Ticket

In seiner Wohnung strampelte das Ironman-Urgestein im virtuellen Wettkampf mit der internationalen Klasse um sein WM-Ticket in Neuseeland.

In seiner Wohnung strampelte das Ironman-Urgestein im virtuellen Wettkampf mit der internationalen Klasse um sein WM-Ticket in Neuseeland.

Bild: Simone Schmidt

In seiner Wohnung strampelte das Ironman-Urgestein im virtuellen Wettkampf mit der internationalen Klasse um sein WM-Ticket in Neuseeland.

Bild: Simone Schmidt

Der Burgberger Axel Reusch (52) quält sich im virtuellen Wettkampf mit der internationalen Elite für Titelkämpfe in Neuseeland.
11.07.2020 | Stand: 12:52 Uhr

Achtmal hat er das härteste Rennen der Welt gemeistert – den Mythos besiegt, wenn man so will. Mit acht Teilnahmen an der Ironman-WM auf Hawaii ist Axel Reusch Allgäuer Rekordhalter. Heuer allerdings ist auch für den 52-jährigen Burgberger alles anders. „Nachdem corona-bedingt mit Wettkämpfen nicht so viel los ist, habe ich mich an virtuellen Ironman-Rennen versucht“, sagt Reusch: „Ich bin zwar schon recht alt, aber noch offen für Neues.“ Und das Abenteuer sollte sich lohnen – denn über den „Ironman dahuim“ sicherte sich der 52-Jährige das WM-Ticket für die Titelkämpfe der „70.3“-Klasse in Neuseeland.

Das Unternehmen „World Triathlon Corporation“, das den Markennamen „Ironman“ trägt, hatte während der Corona-Krise ein Reglement eingeführt, das es Sportlern weltweit ermöglicht, in einen virtuellen Wettstreit zu treten.

Kurzlauf statt Schwimmen

Das Schwimmen als erste Disziplin wurde durch einen Auftaktlauf ersetzt, das Radeln musste virtuell auf einem geeichten Rollentrainer auf vorgeschriebener Strecke erfolgen. Der abschließende Lauf musste im Freien – wie der Auftaktlauf – ohne Höhenverlust absolviert werden. Für die drei Abschnitte hatten die Athleten zwölf Stunden Zeit – die Sportler nahmen die Zeiten anhand ihrer GPS-Daten auf, die Ergebnisse wurden mit realen Resultaten auf Abweichungen verglichen.

Bei einer Serie von insgesamt vier Rennen wurden 75 Startplätze für die Ironman 70.3-WM in Neuseeland ausgeschrieben. Drei Rennen, wobei ein Streichresultat dabei war, erfolgten über die Distanzen von 3 – 40 – 10 Kilometer, der letzte Wettkampf über 5 – 90 – 21 kam doppelt in die Wertung. Unter insgesamt 2500 Startern entbrannte in Reusch’ Altersklasse mit 200 Athleten ein heißer internationaler Kampf um das Podest.

Reusch wird Dritter beim Halb-Ironman

„Ich konnte in Sachen Tempohärte und Spritzigkeit nicht mit den Besten mithalten“, erzählt Reusch, der auf den kurzen Strecken immerhin 8., 11. und 9. wurde. Doch die Ausdauer kam dem Urgestein letztlich zugute: Beim Halb-Ironman, der doppelt gewertet wurde, erreichte der 52-Jährige Rang drei, wodurch er sich in der Endabrechnung auf Rang sechs steigerte und damit einen der WM-Plätze ergatterte.

Das Ticket hat Axel Reusch also gelöst – wann die für November in Neuseeland geplante 70.3-WM steigt, ist allerdings noch offen und hängt maßgeblich von der Entwicklung der Pandemie ab. Axel Reusch zumindest hat bewiesen, dass er sich auch im eigenen Wohnzimmer rechtzeitig in Form bringen kann.