Knaller-Verbot

Jahreswechsel ohne Feuerwerk im Kleinwalsertal

Sprühendes Feuerwerk zum Jahreswechsel über das Kleinwalsertal
Raketen am sternenklaren Himmel
Neujahr 2011

So sah der Jahreswechsel im Kleinwalsertal früher aus. Jetzt soll ein Feuerwerksverbot an Silvester gelten.

Bild: Charly Höpfl

So sah der Jahreswechsel im Kleinwalsertal früher aus. Jetzt soll ein Feuerwerksverbot an Silvester gelten.

Bild: Charly Höpfl

Nach dem freiwilligen Verzicht beim vergangenen Silvesterfest kommt jetzt das Verbot. Das gefällt nicht allen im Tal

30.07.2020 | Stand: 16:31 Uhr

Ganz ohne Feuerwerk soll im Kleinwalsertal der Jahreswechsel künftig begangen werden. Nach dem zuletzt freiwilligen Verzicht soll zum kommenden Silvesterfest das Feuerwerksverbot – das das ganze Jahr über gilt – gar nicht mehr aufgehoben werden. Das gab Bürgermeister Andi Haid bei der jüngsten Sitzung der Walser Gemeindevertretung bekannt.

Eine Arbeitsgruppe soll für das Kleinwalsertal eine Silvester-Aktion erarbeiten. Denn die Feier eigentlich geplante Feier auf dem Gemeindeplatz wird abgesagt. Das hat Kleinwalsertal Tourismus in Abstimmung mit der Gemeinde Mittelberg wegen der Corona-Pandemie entschieden, erklärte Rathauschef Haid. „Die notwendigen Mindestabstände könnten nicht gewährleistet werden.“

Das geplante Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel stieß in der Gemeindevertretung auch auf Kritik. „Ich glaube, dass die Leute schon zwei, drei Jahre brauchen“, sagte Sandra Leitner (Initiative Pro Kleinwalsertal, PRO). „Wir sollten es die ersten Jahre noch nicht sanktionieren. Verbote sind nie gut.“

Hermann Haller (Walser Liste) widersprach. „Die Chance ist nie so groß wie in einem Corona-Jahr“, sagte der Hotelier. „Der freiwillige Verzicht war schon im Vorjahr sehr stark. Das ist ein deutliches Signal, dass die Bereitschaft da ist.“ Deshalb forderte Haller, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen: „Ich glaube, dass unserem Tourismus ein Feuerwerksverbot gut steht.“ Auch Vize-Bürgermeister Franz Türtscher sprach sich gegen Silvesterknaller aus. „Der freiwillige Verzicht war für uns viel zu wenig.“ Auch Joachim Müller (FWB) unterstützte das Verbot: „Es muss aber touristisch schlau kommuniziert werden.“

Die anderen Tourismusorte in der Region hatten sich beim vergangenen Jahreswechsel noch unterschiedlich zum Thema positioniert. Im benachbarten Oberstdorf wurde an Silvester ebenfalls zu einem Verzicht auf Feuerwerk aufgerufen. In der Tourismusgemeinde Oberstaufen waren ein Verzicht oder gar ein Verbot von Raketen zum Jahreswechsel vor einem halben Jahr noch kein Thema.