Volleyball

„Jammerschade für die Mädels“: Burgberger Volleys reagieren auf Saisonaus

Coach Robin Wirth (Mitte) hat die Axa Eder Volleys Burgberg im Sommer 2020 als Trainer übernommen. Nach dem Druchmarsch von der Bezirksliga bis in die Bayernliga ist nun vorerst Schluss für die Oberallgäuerinnen.

Coach Robin Wirth (Mitte) hat die Axa Eder Volleys Burgberg im Sommer 2020 als Trainer übernommen. Nach dem Druchmarsch von der Bezirksliga bis in die Bayernliga ist nun vorerst Schluss für die Oberallgäuerinnen.

Bild: Günter Jansen

Coach Robin Wirth (Mitte) hat die Axa Eder Volleys Burgberg im Sommer 2020 als Trainer übernommen. Nach dem Druchmarsch von der Bezirksliga bis in die Bayernliga ist nun vorerst Schluss für die Oberallgäuerinnen.

Bild: Günter Jansen

Der Saisonabbruch trifft die Burgberger Volleys hart, wie Coach Wirth und der Sportliche Leiter Greising erklären. Warum das Duo sich nicht um die Zukunft sorgt.
31.01.2021 | Stand: 11:37 Uhr

Der märchenhafte Aufstieg der Volleys ist vorerst gestoppt. Die Axa Eder Volleys Burgberg werden in dieser Spielzeit nicht mehr in der Bayernliga aufschlagen. Am Dienstag hat der Bayerische Volleyball-Verband den Abbruch des Erwachsenen-Spielbetriebs ohne Wertung bekannt gegeben. Demnach werde es unter „der Ligenhoheit des BVV – ab der Bayernliga abwärts – keine Auf- und Absteiger“ geben, hieß es in der Pressemitteilung des Verbandes. „Ehrlich gesagt, ich habe nur darauf gewartet“, sagt Burgbergs Sportlicher Leiter Samuel Greising. „Uns war klar, dass es so kommt. Es wäre nach den Lockerungen auch kein fairer Wettbewerb möglich gewesen.“

Greising: "Saisonabbruch alternativlos"

Der 34-Jährige, der die Oberallgäuerinnen fünf Jahre lang trainiert und in den vergangenen drei Jahren mit dem Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die Bayernliga geführt hatte, sieht aber keine Alternative zum Abbruch. „Man müsste wieder eine reguläre Vorbereitung von sechs bis acht Wochen aufnehmen, damit die Teams wieder auf Wettkampfniveau kommen“, sagt Greising. „Außerdem ist nicht abzusehen, wann welches Team wo und wie trainieren kann.“

Von der Entscheidung des BVV ausgenommen bleiben zunächst die Jugend, die Senioren und das Mixed, da hier weiterführende Meisterschaften auf deutscher Ebene geplant sind. Für die Regionalliga und die 3. Liga, in der die AllgäuStrom Volleys Sonthofen aufschlagen, sollen gesonderte Regelungen durch den DVV getroffen werden.

Für die Burgbergerinnen von Trainer Robin Wirth jedenfalls ist der kometenhafte Aufstieg der vergangenen Jahre zunächst gestoppt. Dabei waren die Volleys mit der ausgeglichenen Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen achtbar in die erste Bayernliga-Saison der Vereinsgeschichte gestartet. „Auch wenn diese Entscheidung alternativlos war, tut es mir wahnsinnig leid für die Mädels“, sagt Wirth. „Sie brennen für die Bayernliga, haben sich gefreut, sich auch in der Liga zu beweisen. Für sie ist das jammerschade.“ Der 31-Jährige, der im vergangenen Frühsommer von Greising als Coach übernommen hatte, bot in der frühen Phase des Lockdowns wöchentlich zwei Cyber-Trainingseinheiten an, zusätzlich gab es Technik-Grundlagen mit einem Ball und individuelle Fitnesspläne für die Spielerinnen, um sich selbstständig fitzuhalten.

Projekt "Burgberger Volleys" nicht in Gefahr

Dass die Motivation des Teams inmitten dieser andauernden Durststrecke allmählich allerdings in die Knie geht, können Wirth und Greising ihren Schützlingen nicht übel nehmen. „Es haben zwar alle im Verein mit dem Saison-Aus gerechnet, aber trotzdem sind die Mädels unheimlich traurig“, sagt Greising. „Die Mannschaft lebt vom sozialen Zusammenhalt und wenn man das nicht mehr bieten kann, ist es schwer für alle.“

Lesen Sie auch
Die neuen Gesichter für das „Unternehmen Bayernliga“. Der TSV Burgberg geht mit (von links) neuem Trainer Robin Wirth, Abteilungsleiter Bernd Werder, dem neuen Teammanager Samuel Greising, Sponsor Jürgen Eder und Zuspielerin Franziska Eder als „Axa Eder Volleys Burgberg“ an den Start.
Volleyball-Bayernliga

Neuer Name, neuer Coach, neuer Manager: Burgberger Volleys wagen Neustart

Dauer und Ausgang dieser Misere für den Amateursport sind offen. Nach Verbandsangaben arbeitet der Spielausschuss „mit Hochdruck an alternativen Spielmodellen für eine Übergangszeit bis zur nächsten Saison. Diese Zwischenphase soll den Mannschaften die Rückkehr zum Normalbetrieb ermöglichen und den Verlust von Teams möglichst geringhalten.“

Doch genau hier plagen Samuel Greising die größten Sorgen. „Wir werden im gesamten Amateursport ein großes Problem bekommen. Die Vereinsstrukturen und die Spielzeiten werden ganz anders aussehen“, glaubt der 34-Jährige, sieht aber die Zukunft des Projekts „Burgberger Volleys“ nicht dauerhaft gefährdet: „Da mache ich mir wenig Sorgen – man sieht ja, dass auch bei der zweiten Mannschaft etwas nachkommt. Es wird sich verändern, wir werden neue Gesichter erleben. Aber das wird allen Vereinen so gehen.“