Finanzen

Jetzt gibt es mehr Geld fürs Tierheim Immenstadt

Das Tierheim Unterzollbrücke in Immenstadt unterhalb der Burgruine erhält jetzt eine bessere finanzielle Unterstützung von den Kommunen.

Das Tierheim Unterzollbrücke in Immenstadt unterhalb der Burgruine erhält jetzt eine bessere finanzielle Unterstützung von den Kommunen.

Bild: Benjamin Liss

Das Tierheim Unterzollbrücke in Immenstadt unterhalb der Burgruine erhält jetzt eine bessere finanzielle Unterstützung von den Kommunen.

Bild: Benjamin Liss

Gemeinden einigen sich auf die Änderung der Finanzierung, um die Betreuung der Tiere zu sichern. Aber das marode Gebäude bleibt ein Sorgenkind.

Das Tierheim Unterzollbrücke in Immenstadt unterhalb der Burgruine erhält jetzt eine bessere finanzielle Unterstützung von den Kommunen.
Von Franz Summerer
04.02.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Der Tierschutzverein Immenstadt-Oberstaufen hat sich mit den umliegenden Gemeinden und der Stadt Immenstadt auf eine bessere Regelung bei den Kosten für Fundtiere geeinigt. Statt die Kosten für Unterbringung, Verpflegung oder Arztrechnung für jedes Tier einzeln abzurechnen, erhält das Tierheim in Immenstadt künftig eine jährliche Pauschale von 1,50 Euro pro Einwohner. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Iris Thalhofer, Leiterin des Tierheims.

Immenstadt, Oberstaufen, Wertach, Blaichach, Burgberg, Rettenberg und Missen-Wilhams geben Tiere, die auf ihrem Gemeindegebiet gefunden werden, an das Tierheim Unterzollbrücke am nördlichen Ortseingang von Immenstadt ab. Im Schnitt werden pro Jahr 60 bis 70 Vierbeiner – in der Hauptsache Katzen – ins Tierheim gebracht. Dafür zahlen die Kommunen pro Tier einen festen Tagessatz, allerdings nur bis zu vier Wochen lang. Das sind für Hunde 16,10 Euro, Katzen 10 und Kleintiere 5,80 Euro.

Wie berichtet, reicht diese Unterstützung aber nicht aus, um die tatsächlichen Kosten abzudecken. „Denn die Tiere sind viel länger bei uns als 28 Tage“, sagt Thalhofer. Im Schnitt müssten die Vierbeiner 120 Tage versorgt werden, bis ein Pflegeplatz für sie gefunden sei. Jedes Tier werde zunächst ärztlich untersucht, entwurmt und geimpft, und bei kranken Tieren kämen weitere Behandlungskosten hinzu. Bisher finanzierte das der Tierschutzverein aus Spenden.

Weniger Spenden im Coronajahr 2020

Doch im Coronajahr 2020 gab es keine Osterbasare, Tage der offenen Tür oder Stände, auf denen Spenden gesammelt werden konnten. Außerdem wurden keine Pensionstiere abgegeben, die zu den Einnahmen betrugen. Die Folge: Dem Tierschutzverein als Träger ging das Geld aus. Deshalb kündigte der Verein die den Vertrag mit den Kommunen und Thalhofer sprach beim Immenstädter Bürgermeister vor, um eine andere Regelung zu erreichen.

„Auch in diesem Jahr werden wir kaum Einnahmen aus Spendenaktionen haben. Deshalb setzt sich die Misere fort“, sagt die Tierheimleiterin. Weil aber jeden Monat die Fixkosten für Gebäudeunterhalt, Personal und die Versorgung der Tiere anfallen, sei eine Änderung der Finanzierung notwendig.

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Die wurde jetzt gefunden. „Die jährliche Pauschale von 1,50 Euro pro Einwohner gibt uns eine solide Basis, um besser planen zu können“, freut sich Thalhofer. Außerdem erspare die Pauschale dem Verein viel Verwaltungsarbeit. Die erste Rate der Kommunen ist für Ende März geplant und nach einem Jahr wird dann Bilanz gezogen. „Wenn die gezahlten Pauschalbeträge die tatsächlichen Kosten für die Versorgung der Fundtiere übersteigen, werden diese Beträge, als Puffer für Investitionen, auf ein extra Konto des Tierschutzvereins eingezahlt“, erläutert Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner.

Heizung muss erneuert werden

Also, alles gut? Nicht ganz, denn da ist noch das marode Gebäude. „Im Frühjahr steht die Erneuerung der Heizung und der Einbau einer Rauchmeldeanlage an“, sagt Thalhofer. Außerdem fürchtet sie „Corona-Spätfolgen“: Viele Menschen, die überwiegend zu Hause sitzen, haben sich Katze oder Hund angeschafft. Fällt der Lockdown weg, und sind sie ihrer Vierbeiner überdrüssig, könnte eine Welle an „Fundtieren“ auf das Tierheim zurollen. Deshalb sei der Verein wohl weiter auf Spenden angewiesen.