Oberallgäuer Handball-Nachwuchs obenauf

Jung, frech – erfolgreich! Der Höhenflug der Oberallgäuer Handball-Knirpse

Die hungrigen C-Junioren der JSG Alpsee-Grünten um (vom Torhüter in gelb im Uhrzeigersinn) Carlos Renner, Johannes Kleebaur, Max Seeholzer, Simon Bergelt, Daniel Freudenreich, Joshua Haye, Uli Kleebaur, Jonathan Ataman, Calvin Henkel, Coy Haye, Lenny Höppner und Joseph Gitau. Auf dem Teamfoto fehlen Lucas Borsutzky, Roman Bergmann, Akos Dravecz, Henning Mattheis.

Die hungrigen C-Junioren der JSG Alpsee-Grünten um (vom Torhüter in gelb im Uhrzeigersinn) Carlos Renner, Johannes Kleebaur, Max Seeholzer, Simon Bergelt, Daniel Freudenreich, Joshua Haye, Uli Kleebaur, Jonathan Ataman, Calvin Henkel, Coy Haye, Lenny Höppner und Joseph Gitau. Auf dem Teamfoto fehlen Lucas Borsutzky, Roman Bergmann, Akos Dravecz, Henning Mattheis.

Bild: Dietmar Blumrich

Die hungrigen C-Junioren der JSG Alpsee-Grünten um (vom Torhüter in gelb im Uhrzeigersinn) Carlos Renner, Johannes Kleebaur, Max Seeholzer, Simon Bergelt, Daniel Freudenreich, Joshua Haye, Uli Kleebaur, Jonathan Ataman, Calvin Henkel, Coy Haye, Lenny Höppner und Joseph Gitau. Auf dem Teamfoto fehlen Lucas Borsutzky, Roman Bergmann, Akos Dravecz, Henning Mattheis.

Bild: Dietmar Blumrich

Überraschend haben sich die C-Junioren der JSG Alpsee-Grünten den Aufstieg in die Landesliga gesichert. Für den Trainer ist dort noch mehr drin.
02.08.2022 | Stand: 19:03 Uhr

Als einziger Allgäuer Vertreter spielt die männliche C-Jugend der JSG Alpsee-Grünten in der kommenden Saison in der Landesliga. Und das, obwohl das Team von Trainer Dietmar Blumrich aus den Stammvereinen TSV Sonthofen und TV Immenstadt zur Hälfte sogar aus dem jüngeren Jahrgang besetzt und daher im Schnitt ein Jahr jünger als der Großteil der Gegenspieler war. Das war auch der Grund, warum sich der Coach vor Saisonbeginn entschieden hatte, sein Team in der zweitniedrigsten Klasse zu melden. „Die Jungs sollten in der Saison reifen“, sagt der 56-jährige Blumrich, der sich heute darüber freut, dass diese Entscheidung goldrichtig war.

Trainer Blumrich: Großes Lob für die junge Garde

Sein Team landete am Saisonende auf Rang zwei hinter dem TSV Landsberg, was den jungen Handballern ein dickes Lob vom Trainer einbrachte: „Die Jungs haben es klasse gemacht. Sogar gegen den Meister waren wir lange auf Augenhöhe, obwohl die Gegenspieler ein Jahr älter waren“, sagt Blumrich. Bis der Aufstieg ins Oberhaus unter Dach und Fach gebracht werden konnte, musste die JSG sich jedoch in sage und schreibe drei Quali-Turnieren mit sieben Spielen, allesamt auch noch auswärts, durchsetzen.

Beim VFL Günzburg belegte das Team von Dietmar Blumrich den dritten Platz. „Da haben wir uns durch fehlende Cleverness die Butter vom Brot nehmen lassen“, ärgert sich der Coach im Nachhinein. Beim TUS Fürstenfeldbruck landete die JSG am Ende auf Rang zwei. „Gegen die Hausherren haben wir bis zum Ende gut mitgehalten und waren sogar einmal in Führung“, erinnert sich Blumrich. In der dritten Runde traten die Oberallgäuer letztlich weitestgehend souverän auf und mussten sich dem Gastgeber aus Markt Indersdorf nur knapp mit einem Tor geschlagen geben.

Landesliga-Coach Mihaly More hilft aus

„Das war insgesamt eine sehr reife Leistung, in der ich auch einen positiven Trend sehe: meine Jungs haben dabei den Spaß am Gewinnen entdeckt. Das ist ein wichtiger Mosaikstein für den Erfolg“, bilanziert der Coach, der den Erfolg seiner Truppe urlaubsbedingt gar nicht selbst bis zum Ende miterleben konnte. Die Vertretung auf der Trainerbank übernahm neben Co-Trainer Marcus Kleebaur allerdings eine echte Größe: der Coach der Immenstädter Herrenmannschaft, Mihaly More. Der Ungar schaute im Saisonverlauf etliche Male im Training des Teams vorbei. „Das hat den Jungs natürlich gefallen, wenn ein solch Altinternationaler ihnen Tricks beibringt und mit ihnen individuell arbeitet“, erzählt sagt Trainer. Bei seinen Besuchen habe sich More auch begeistert von der Entwicklung der Spieler gezeigt. „Man spürt, dass hier etwas zusammenwächst“, sagte More.

Blumrich hat großen Anteil daran. Schließlich betreut er sieben der 17 Aufsteiger schon seit über acht Jahren. Damals kam der 56-Jährige nach Immenstadt und übernahm das Mini-Team des TVI. Getreu seiner Prämisse einer breiten Ausbildung baut er seither nicht nur in jedem Training auf Koordinationsblöcke mit und ohne Ball, sondern schaut auch „über den Tellerrand hinaus. Wir versuchen viel auszuprobieren, spielen Beachhandball, zwischendurch mal Rasenturniere und arbeiten im Trainingsbetrieb auch im Mentalbereich am positiven Denken, an Visualisierung und Verletzungsprävention“, sagt Blumrich.

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Und so erkennt Blumrich auch schnell die Erfolgsfaktoren den jüngsten Höhenflug: „Wir sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen mit einem unheimlich guten Mannschaftsgefüge und tollem Teamgeist. Die Jungs haben Leistungswillen und Ehrgeiz.“

Zwei Akteure stechen heraus

Mit Simon Bergelt und Johannes Kleebaur stechen für den Coach dabei zwei Akteure besonders hervor. Beide sind für den 56-Jährigen als verlängerter Arm auf dem Spielfeld. „Die Eltern staunen Bauklötze über die Entwicklung ihrer Kinder“, erzählt Blumrich. Um die positive Entwicklung zu forcieren, sind die C-Junioren aktiv. Stillstand gibt es im Team von Dietmar Blumrich nicht.

In der vermeintlich „toten Zeit“ zwischen der Qualifikation und der Vorbereitung auf die neue Saison stehen Spaßturniere an und in die Ferien hat Blumrich seine Jungs nicht entlassen, ohne jedem ein individuelles Programm mitzugeben. „Wir dürfen uns nicht auf die faule Haut legen“, sagt der Coach, der mit seinen Jungs Ende August in die Vorbereitung startet. Ende September geht der Spielbetrieb in der zweithöchsten bayerischen Spielklasse los.

Während die C-Junioren des TSV Sonthofen vor zehn Jahren schon in der Bayernliga waren, ist die Landesliga für den TV Immenstadt ein Novum. Ein Ausblick auf die bevorstehende Saison im Oberhaus fällt Dietmar Blumrich allerdings schwer, da die Stärke der Liga noch nicht feststeht. Bisher ist noch nicht geklärt, ob es zwei oder drei Landesligen geben wird. „Sicherlich sind wir aber eine der wenigen Mannschaften, die über keine Landesliga-Erfahrung verfügt. Wir sind unbedarft, unbelastet und wollen aber kein Kanonenfutter werden“, sagt der Trainer. „Daher peile ich trotzdem eine Platzierung im oberen Drittel an, alles darüber wäre ein Sahnehäubchen.“