Oberallgäuer "Eigenart 21"

Künstler sind auf verschlungenen Pfaden in Immenstadt unterwegs

"Von Wegen": Ein Werk von Elke Wieland, zu sehen in der Ausstrellung der Künstlergruppe "Eigenart 21" im Literaturhaus Immenstadt.

"Von Wegen": Ein Werk von Elke Wieland, zu sehen in der Ausstrellung der Künstlergruppe "Eigenart 21" im Literaturhaus Immenstadt.

Bild: Benjamin Liss

"Von Wegen": Ein Werk von Elke Wieland, zu sehen in der Ausstrellung der Künstlergruppe "Eigenart 21" im Literaturhaus Immenstadt.

Bild: Benjamin Liss

Die Allgäuer Gruppe „Eigenart 21“ hat sich vom Jahresthema des Literaturhauses Immenstadt inspirieren lassen: Was die Künstler „von Wegen“ erzählen.
02.11.2020 | Stand: 19:40 Uhr

Wer die Machenschaften skrupelloser Machthaber in und außerhalb Europas mit Besorgnis verfolgt, der möchte diesen Herrschaften am liebsten zurufen: „Von wegen“. Und anfügen: So geht´s nicht weiter. Doch die machen sich nichts draus. Das Motto „Von wegen“ bildet das Jahresthema im Immenstädter Literaturhaus Allgäu und liefert zugleich die Vorgabe für eine Ausstellung der Künstlergruppe „Eigenart 21“ in eben diesem Literaturhaus.

„Von wegen“ deuten die Künstler dabei vor allem in der Schreibweise „Von Wegen“. Um verschlungene Pfade, um bahnbrechende Schneisen in einer Landschaft geht es in einigen Arbeiten, um Begegnungen, um Berührungen, um einschneidende Begebenheiten auf dem Lebensweg in anderen Ausstellungsstücken.

aus Sonthofen erinnert in ihrer Skulptur „Sonnenrad“ an erste Hochkulturen: Vor einer verrosteten Sägescheibe steht eine Lehmskulptur auf einem Schienensockel, die Erinnerungen an antike Gottheiten weckt. Befördert werden sie durch eine menschenähnliche Figur mit Geweih und weiblichen Brüsten.

Die Freunden des Mutterseins spiegelt ein Bilderzyklus vonaus Weitnau wider, der an der Wand gegenüber hängt. Baby-Bilder wachsen aus Blütenkelchen empor, Kleinkinder nicken sanft inmitten üppiger Blumenpracht, Schmetterlinge symbolisieren die Gefühle, die das eng umschlungene Liebespaar offenbar beim Anblick des Nachwuchses empfindet.

Solches Glück kann aus Begegnungen am Wegesrand entstehen. Diese symbolisiertaus Immenstadt mit formvollendeten Skulpturen aus Cristallina-Marmor: Gefäßähnliche Gebilde wie geschlossene Vasen oder Samenkörner gehen dabei Verbindungen mit anderen ein – zum Teil fest gefügte, die nicht mehr zu trennen sind, und die in ihrer Struktur an eine eingeschweißte kleine Familie erinnern. Andere Teile suchen noch lose einen Bezug zu solch sicheren Bündnissen.

Weitere Ausstellungsstücke wie etwa Stäbe oder ein Ring vonaus Immenstadt zeigen ein fantasievolles und zum Teil verblüffendes Spiel mit der Form.aus Bad Hindelang präsentiert abstrahierte Landschaftsbilder und Sinnbilder eines Lebenszyklus’ von der Geburt bis zum Tod., ebenfalls aus Bad Hindelang, demonstriert die Entwicklung eines sich schlängelnden Flusses oder Lebensweges aus einer runden Keimzelle. Undaus Zürich dokumentiert die Entstehung ihrer Skulptur, einmal in Gips und einmal in Bronze, anhand von Fotos. Im Ausstellungshaus bäumt sich unter einem Glassturz ein schlangen- oder wurmähnliches Gebilde auf. Die Wege des Lebens sind eben unergründlich.

Öffnungszeiten: bis 23. Oktober, dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 15 bis 19 Uhr, freitags von 15 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.