Immenstädter Sommer

Kabarett in Immenstadt: „Bewerbungsgespräche“ an der Himmelstür

Wolfgang Krebs mit Vergelts Gott in der Stadthalle Gersthofen

Finden auch bayerische Spitzenpolitiker Einlass bei der Himmelstür? Kabarettist Wolfgang Krebs klärt im Programm „Vergelt’s Gott“ in Immenstadt auf. Foto: Marcus Merk

Bild: Marcus Merk

Finden auch bayerische Spitzenpolitiker Einlass bei der Himmelstür? Kabarettist Wolfgang Krebs klärt im Programm „Vergelt’s Gott“ in Immenstadt auf. Foto: Marcus Merk

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Parodist Wolfgang Krebs liest im Immenstädter Programm „Vergelt’s Gott“ Politikern die Leviten. Dazu lässt er eine erhabene Figur auf der Bühne wiederaufleben.
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Von Markus Noichl
17.07.2021 | Stand: 18:38 Uhr

„Bewerbungsgespräche“ bayerischer Politiker an der Himmelspforte imitiert Wolfgang Krebs am Dienstag, 20. Juli, um 20 Uhr beim „Immenstädter Sommer“ im (überdachten) Klostergarten. Markus Noichl sprach mit dem Kabarettisten und Parodisten aus Kaufbeuren über sein Programm „Vergelt’s Gott“.

König Ludwig als geheimer Rat von Petrus bittet die Kandidaten zum Rapport. Wie covern Sie den Kini? Der sprach wohl keinen bayerischen Dialekt?

Wolfgang Krebs: (todernst) Ich bin der einzige Mensch, der heute genau Stimme und Statur des Kini verkörpert.

Also seine Reinkarnation?

Krebs: Sein Geist kommt über mich. Aber im Ernst: Ich hab noch ein Kini-Kostüm, weil ich mal den Söder als Ludwig parodiert habe. Und eine himmlisch-erhabene Figur verlangt das Programm, das kann ja nur jemand sein, der schon eine Weile tot ist.

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Und die Lebenden? Stoiber, Seehofer, Aiwanger, Söder – reicht die Palette fürs Programm?

Krebs: Beckstein blitzt kurz auf und auch Franz Josef Strauß – aber den lasse ich gern dem Kollegen Helmut Schleich, das ist sein Revier. Der hat dafür die Statur. Ich bin groß und habe Söder-Statur. Und Streibel oder Goppel sollen in Frieden ruhen. So viel geben die nicht her. An die Amigo-Zeiten erinnert sich niemand mehr.

Und Gestalten außerhalb Bayerns?

Krebs: Merkel und Kohl kamen schon mal dran. Aber eigentlich reicht mir Bayern, auch für meine Auftritte. Es ist so groß, vielfältig und besonders.

Was sagen Sie denn zu der Klage, dass die Charaktere aussterben, auch und besonders unter den Politikern?

Krebs: Die Bundestagsliste der CSU mit Scheuer, Dobrindt und Bär an der Spitze bestätigt das wohl. Kann man sich Söder im Bierzelt vorstellen? Der würde dort aktuell sein Waterloo erleben. Ich komme viel herum in der Gastronomie, spüre also die Stimmung im Land. Der Letzte bei der CSU, der die Menschen emotional packen konnte, war Stoiber. Heute verkörpert Aiwanger diesen menschlichen Typ. Natürlich entgleitet ihm darum auch mal was, das nicht ganz keimfrei ist. Aber ist das so schlimm?

Bei Goppel und Streibel waren wir ja schon. Wäre es nicht reizvoll, mal die bayerische Geschichte komplett aufzurollen? Angefangen beim renitenten Herzog Tassilo, der Karl dem Großen das Leben schwer machte?

Krebs: Eine gute Idee. Die werde ich wohl aufgreifen müssen, wenn die aktuellen Figuren noch blasser und lascher werden.

Kabarett: Wolfgang Krebs: „Vergelt’s Gott“, Dienstag, 20. Juli, 20 Uhr, Open-Air im überdachten Klostergarten. Karten: Medienshop des Allgäuer Anzeigeblattes, Immenstadt, Telefon 08323/802-150, Gasthof Drei König, Immenstadt, Telefon 08323/8628.

Der Immenstädter Sommer im Internet

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