Snowboard

Keine Ruhephase: Wie Selina Jörg Weihnachten verbringt

Selina Jörg freute sich im bisher so ungeliebten Carezza über den dritten Rang im Riesenslalom.

Selina Jörg freute sich im bisher so ungeliebten Carezza über den dritten Rang im Riesenslalom.

Bild: dpa

Selina Jörg freute sich im bisher so ungeliebten Carezza über den dritten Rang im Riesenslalom.

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Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg feiert Rang drei in Carezza, festigt Platz zwei im Gesamtweltcup und plant die Feiertage.
19.12.2020 | Stand: 15:15 Uhr

Von wegen „in Carezza geht nichts“. Mit dem dritten Rang beim zweiten Weltcup der Saison im italienischen Carezza hat Snowboarderin Selina Jörg ihre zweite Podiumsplatzierung innerhalb von einer Woche gefeiert und zudem Rang zwei in der Weltcup-Gesamtwertung gefestigt. Zum Auftakt war die 32-jährige Athletin vom SC Sonthofen in Cortina d’Ampezzo bereits auf Rang zwei gefahren. Im Interview spricht die Weltmeisterin von Park City 2019 über ihre starke Frühform und über ihre Pläne für die Weihnachtstage.

Frau Jörg, Carezza haben Sie bisher nie geliebt – haben Sie Ihren Frieden mit der Strecke geschlossen?
Selina Jörg: Allmählich auf jeden Fall. Dieser Weltcup jetzt war allemal eine Genugtuung. Es ist ein super Gefühl, weil ich mich im Vorfeld mit Rang sieben schon zufriedengegeben hätte. Aber das Podium zu erreichen, ist immer besonders.

Wie ist der Weltcup gelaufen?
Jörg: Sehr gut, auch die Quali war mit Rang zwei super. Wie in Cortina war die Piste in einem Top-Zustand. Ich habe mich Runde für Runde vorgekämpft – auch wenn ich mir im Steilen nach wie vor schwertue, habe ich in flacheren Passagen viel rausgeholt.

Was ist anders gelaufen als sonst in Carezza?
Jörg: Wir haben in der Vorbereitung etwas mehr im Steilen trainiert. Schon im vergangenen Jahr wäre es in Carezza gut gelaufen – da wurde das Rennen aber in der zweiten Finalrunde abgebrochen. Aber ich hatte schon damals ein gutes Gefühl, dass für mich etwas drin sein könnte. Von daher bin ich nun mit mehr Selbstvertrauen angetreten.

Zweimal Podium und Zweite im Gesamtweltcup – wie zufrieden sind Sie mit dem Saison-Start?
Jörg: Ich bin mega zufrieden. Wenn es mit den ersten beiden Rennen so gut losgeht, stimmt das zuversichtlich. Vor allem, dass wir als Team mit drei Leuten in den Top Fünf so geschlossen sind, zeigt das wir alles richtig gemacht haben. Und es bestätigt mich darin, dass mein individuelles Training in der Heimat mit Lisette Thöne absolut richtig war.

Nun steht eine Wettkampf-Pause bis zum 9. Januar an – legen Sie die Beine hoch oder trainieren Sie weiter?
Jörg: Ein paar Tage wird es nun ruhiger werden, aber ich habe keine Zeit, die Beine hochzulegen. Zu Beginn der Weihnachtswoche geht es mit dem Athletiktraining los. Die Zeit muss man nutzen – denn im Winter fällt dieser Bereich oft hinten runter. Das ist aber wichtig, um das Niveau zu halten. Ab dem 27. Dezember sind wir noch ein paar Tage zum Training auf Schnee in Italien.

Und wie verbringen Sie die Feiertage?
Jörg: Dieses Jahr wird es ganz anders. Nach meiner Corona-Infektion nehme ich alles sehr ernst – und wir haben als Team eine große Verantwortung. Deshalb wird es sehr ruhig.