Sommerschule in Immenstadt und Sonthofen

Kinder und Jugendliche pauken in den Sommerferien

Sabrina Peteranderl (rechts) lernt mit den Schülerinnen der Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt an der frischen Luft.

Sabrina Peteranderl (rechts) lernt mit den Schülerinnen der Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt an der frischen Luft.

Bild: Luke Maguire

Sabrina Peteranderl (rechts) lernt mit den Schülerinnen der Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt an der frischen Luft.

Bild: Luke Maguire

Schulen in Immenstadt und Sonthofen haben heuer wieder Sommerprogramme für Kinder und Jugendliche angeboten, die wegen der Corona-Pandemie Lernlücken haben.
11.09.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Während viele Kinder noch im Urlaub waren oder an den letzten Ferientagen den Spätsommer am See genossen, hieß es für 32 Schülerinnen der Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt: pauken, pauken, pauken. In kleinen Gruppen wiederholten die Fünft- bis Siebtklässlerinnen den Lernstoff aus dem vergangenen Schuljahr und bereiteten sich bereits auf das kommende vor. Auch die Realschule Sonthofen bot eine Sommerschule an.

In der ersten und letzten Ferienwoche hatten die Mädchen in Immenstadt die Möglichkeit, die Lernlücken aus dem Schuljahr gezielt zu beheben. Dazu boten sechs Lehramtsstudierende der Universität Augsburg täglich von 8 bis 12 Uhr Unterricht in Kleingruppen an. Sabrina Peteranderl war Teil des Programms und freute sich über die Chance, intensiv mit den Kindern arbeiten zu dürfen: „Wir können dabei individuell auf jedes Mädchen und seine Schwächen eingehen.“ Das sei im alltäglichen Unterricht nicht möglich. „In größeren Klassen gehen normalerweise immer ein paar Kinder unter“, sagte Peteranderl.

Neuer Schulleiter Joachim Sailer begeistert von Sommerschule

Der neue Schulleiter Joachim Sailer zeigte sich ebenfalls begeistert von dem Programm und den Lehramtsstudierenden, die den Kindern täglich beim Lernen halfen. „Die Schülerinnen wiederholen die Lerninhalte intensiv und bereiten sich zugleich auf das neue Schuljahr vor“, sagte Sailer. Gezielt habe man auch die Wochen zu Beginn und am Ende der Ferien ausgewählt. „In der ersten Woche ist die Distanz zur Schule noch nicht da und zum Schluss gibt es dann einen nahtlosen Übergang in die erste Schulwoche“, erklärte Sailer. (Lesen Sie auch: Ende der Sommerferien in Bayern: Gilt in den Schulen wieder Maskenpflicht?)

Nicht nur die Pädagogen lobten das Sommerschulprogramm. Auch die Schülerinnen sahen Vorteile für sich. „Wir gehen mit einem besseren Gefühl in das nächste Schuljahr“, meinten Luisa und Anna. „In den kleinen Gruppen gibt es nicht so viel Chaos wie im normalen Unterricht und wir trauen uns dann auch, etwas zu sagen und zu fragen.“ Vor allem könne man sich aber besser konzentrieren, waren sich die Fünftklässlerinnen einig. Freizeit hätten die Mädchen genügend.

Für Peteranderl hingegen war der Arbeitsumfang groß: Die Allgäuerin ging intensiv auf die Bedürfnisse der Schülerinnen ein und half, wo sie konnte: „Jedes Mädchen hat seine Stärken und Schwächen woanders. Dementsprechend müssen wir überall woanders ansetzen.“ Hierfür erarbeitete sie in Kooperation mit dem Stark-Verlag einen individuellen Lehrplan für die Kinder.

Individuelle Lehrpläne und Test für Schülerinnen

Lesen Sie auch
##alternative##
Förderangebot

Unterricht statt Urlaub: So läuft die Sommerschule in Marktoberdorf

Außerdem gab es noch Tests: der erste im Juli, der zweite nach der ersten Woche der Sommerschule und der dritte ganz zum Schluss. „Und die Ergebnisse sprechen für sich“, sagte Peteranderl. Die Mädchen hätten sich verbessert und die Lerninhalte, die im Online-Unterricht während der Corona-Pandemie untergegangen sind, größtenteils aufgeholt.

An der Realschule Sonthofen lief die Sommerschule nach Angaben von Konrektorin Sonia Palermo fast reibungslos. Die Vorbereitung war intensiv mit unzähligen E-Mails und vielen Listen. Viele Schülertutoren fanden laut einer Mitteilung Gefallen am Erklären, Zeigen und Helfen. In der ersten und letzten Ferienwoche fand die Sommerschule von 7.50 bis 12 Uhr täglich statt.

Realschule Sonthofen: 36 Tutoren helfen 61 Schülern

Die insgesamt 61 angemeldeten Schüler wurden von 36 Schülertutoren und drei Unterstützungslehrkräften in Deutsch, Englisch und Mathematik gefördert – wobei meist ein Schülertutor für zwei bis drei Schüler im Schnitt zuständig war. Die Älteren (achte und neunte Jahrgangsstufe) sind von den Unterstützungslehrkräften betreut worden.

Stefan Timmermann gehörte zu denjenigen, die bei der Sommerschule an der Realschule Sonthofen unterstützten.
Stefan Timmermann gehörte zu denjenigen, die bei der Sommerschule an der Realschule Sonthofen unterstützten.
Bild: Sonia Palermo

Das Feedback zur Sommerschule fiel unterschiedlich aus. Ein paar wenige Schüler wurden wieder abgemeldet, da sie mit dem System der Schülertutoren nicht so klar kamen. Andere hingegen seien „total begeistert“ gewesen und hatten das Gefühl, doch einige Lücken geschlossen zu haben, um gut gewappnet in das nächste Schuljahr starten zu können, berichtet Palermo: „Für uns als Schule bedeutete die Sommerschule zwar ein enormer Organisationsaufwand, aber wir freuen uns, dass wir den Schülerinnen und Schülern dieses umfangreiche Angebot unterbreiten konnten.“

Lesen Sie auch: Corona-Spritzen an Allgäuer Schulen? Die Uneinigkeit ist groß