Sanierungsprojekt

Kirche St. Verena in Fischen für 490.000 Euro renoviert

Kirche Fischen Sanierung

Pater Joshy Palakunnel und Kirchenpfleger Bernhard Graf (rechts) freuen sich über die gelungene Renovierung der Pfarrkirche St. Verena.

Bild: Verspohl-Nitsche

Pater Joshy Palakunnel und Kirchenpfleger Bernhard Graf (rechts) freuen sich über die gelungene Renovierung der Pfarrkirche St. Verena.

Bild: Verspohl-Nitsche

Nach einer Standsicherheitsprüfung musste in das Gotteshaus in Fischen viel Geld investiert werden. Die Gemeinde hat jetzt gleich drei Gründe zu feiern.
28.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die Pfarrei St. Verena in Fischen hat am Sonntag, 3. Oktober, gleich dreifachen Grund zur Freude. Wenn Bischof Dr. Bertram Meier um 17 Uhr mit den Gläubigen einen Festgottesdienst feiert, dann finden die rund 490.000 Euro teuren Renovierungsarbeiten ihren offiziellen Abschluss, des 900-Jahr-Jubiläums des Prämonstratenserordens wird gedacht und der 350. Jahrestag der Frauenkapelle Fischen wird nachgeholt.

Der Auslöser für eine Renovierung der Pfarrkirche war die Standsicherheitsprüfung im Jahr 2016. „Dabei wurden Mängel in der Statik festgestellt“, schildert Kirchenpfleger Bernhard Graf. Das Problem sei die Gewölbedecke, die 1820 erst nachträglich eingebaut worden war. Durch die Konstruktion sei der Dachstuhl nach außen gedrückt worden und so mussten die Wände mit Pfeilern stabilisiert werden, erklärt er weiter. 2019 habe die Pfarrei die statische Baumaßnahme ausgeschrieben und sich dafür entschieden, das Gerüst gleichzeitig für eine Innenrenovierung zu nutzen.

Verbesserung der Statik

Von Juli 2019 bis Januar 2020 hätten die Fachleute an der Verbesserung der Statik gearbeitet: In die Außenmauern mussten Metallstäbe eingezogen werden, die Fußpunkte der Dachsparren waren teils morsch und mussten ausgetauscht werden, berichtet Graf. Anschließend erfolgte im Sommer 2020 die Innenrenovierung mit der Säuberung der kompletten Ausstattung.

Die Wände und Decken erhielten einen neuen Anstrich, der Kirchenmaler überholte die Gemälde. Der Einbau der neuen Heizung wurde im Mai 2021 in Angriff genommen und im Juli stand als letzte Aktion der Austausch der Pendelleuchten an, die nun dimmbar sind, sowie nach unten und seitlich leuchten. „Die Gesamtkosten von rund 490.000 Euro setzen sich aus 250.000 Euro für die Statik, 120.000 Euro für die Innenrenovierung und 125.000 Euro für den Austausch der Heizung sowie der Leuchten zusammen“, zählt der Kirchenpfleger auf.

Zuschüsse von Diözese und Gemeinden

Zuschüsse gab es von der Diözese (305.000 Euro), den Gemeinden Fischen und Bolsterlang (45.000 Euro), der Kaiser-Sigwart-, der Firmennetz- sowie der Sparkassenstiftung. Auch vom Bezirk Schwaben wurde ein Zuschuss in Aussicht gestellt. Die Pfarrei sammelte insgesamt 75.000 Euro Spenden, so der Kirchenpfleger.

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Das zweite große Ereignis, das an diesem Sonntag gefeiert wird, ist das 900-jährige Bestehen des Prämonstratenserordens. Pater Joshy Palakunnel „OPraem“ ist nicht nur der leitende Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Hörnerdörfer, sondern auch Vorsitzender des Vereins Stift-Tepl-Mananthavady mit Sitz in Fischen, der 17 indische Mitbrüder der Prämonstratenser zu seinen Mitgliedern zählt. Die Prämonstratenser sind der größte römisch-katholische Orden regulierter Chorherren – dies sind geweihte Priester, die nach den Ordensregeln des Heiligen Augustinus leben, aber keine Mönche sind. Vor 900 Jahren gründete der Wanderprediger Norbert von Xanten im französischen Premontre einen neuen Orden, in Anlehnung an den Gründungsort wurden sie Prämonstratenser genannt. Mittlerweile hat der Orden weltweit 100 Niederlassungen, die alle unabhängig voneinander sind, mit 1300 katholischen Priestern.

Pietà älter als im Petersdom

Das dritte Jubiläum, das begangen wird, ist das 350-jährige Bestehen der Frauenkapelle Fischen, der Kapelle unserer Lieben Frau von den sieben Schmerzen, die neben der Pfarrkirche steht. Von zentraler Bedeutung ist eine Pietà aus dem Jahr 1440/50 im Hochaltar der ungewöhnlich großen Wallfahrtskapelle. Damit ist diese Pietà noch älter als die von Michelangelo im Petersdom. Von der großen Bedeutung der Kapelle zeugen zahlreiche Votivtafeln.

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