Kommunalwahl

Klarer Wahlsieg im Kleinwalsertal: Andi Haid bleibt Bürgermeister

Andi Haid bleibt Bürgermeister und geht als Rathauschef in seine dritte Amtszeit.

Andi Haid bleibt Bürgermeister und geht als Rathauschef in seine dritte Amtszeit.

Bild: Dominik Berchtold

Andi Haid bleibt Bürgermeister und geht als Rathauschef in seine dritte Amtszeit.

Bild: Dominik Berchtold

Amtsinhaber setzt sich mit 76 Prozent der Stimmen klar gegen Herausforderer Bernhard Fritz durch. Haid hat auch im Gemeinderat künftig eine deutliche Mehrheit.
13.09.2020 | Stand: 20:13 Uhr

Mit einem Lächeln trat der alte und neue Bürgermeister aus dem Gemeindeamt in Riezlern. Andi Haid (Offene Bürgerliste Kleinwalsertal) geht in seine dritte Amtszeit als Kleinwalsertaler Bürgermeister. Lang wurde im Wahllokal in Riezlern ausgezählt, doch schon nachdem die Ergebnisse aus Hirschegg und Mittelberg eingetroffen waren, zeichnete sich ein klarer Wahlerfolg des Amtsinhabers ab. Mit 75,8 Prozent landete Haid deutlich vor Herausforderer Bernhard Fritz von der Walser Liste. In der neuen Gemeindevertretung kann sich Andi Haid auf eine deutliche Mehrheit stützen. Seine Offene Bürgerliste Kleinwalsertal holte mit 55,5 Prozent die Mehrheit. Die Walser Liste kam auf 29,4 Prozent, die Initiative Pro Kleinwalsertal auf 15,1 Prozent der Stimmen.

Kommunalwahl im Kleinwalsertal: Wahlbeteiligung niedriger

Die Wahlbeteiligung lag mit 61,5 Prozent niedriger als vor fünf Jahren, als 66,3 Prozent der Wahlberechtigten im Tal ihre Stimme abgaben. Die Wähler waren angehalten worden, bei der Stimmabgabe Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die an alle versandten Wahlunterlagen schon zuhause auszufüllen – oder einen eigenen Stift mitzubringen. Einen Wahlkampf im klassischen Sinne hatte es vor der Abstimmung im Kleinwalsertal nicht gegen. Die Gruppierungen warben fast ausschließlich mit Anzeigen, Flugblättern und im Internet um Stimmen, weil größere Versammlungen wegen nicht möglich waren.

„Ich freue mich über das deutliche Ergebnis, mit dem ich nicht gerechnet habe“, sagte Haid nach Auszählung der Stimmen. „Es ist eine Bestätigung für mich, meine Arbeit fortzusetzen.“ Es sei aber nicht allein sein Erfolg, erklärte der Rathauschef, sondern auch Verdienst der Gemeindemitarbeiter, die ihn seit 2010 unterstützen. „Es ist eine große Motivation, die angestoßenen Projekte zu Ende zu führen.“ Als Beispiele nannte er die Regionalentwicklung, das Ziel einer energieeffizienten Gemeinde, das Schaffen von Wohnraum und Gewerbeflächen sowie das Besucherlenkungsprojekt „Natur bewusst erleben“.

Unterlegener Kandidat Bernhard Fritz: „Wir haben unser Wahlziel nicht erreicht"

Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Bernhard Fritz von der Walser Liste fand vor dem Gemeindeamt deutliche Worte: „Wir haben unser Wahlziel nicht erreicht, eine Mehrheit der Offenen Bürgerliste Kleinwalsertal zu verhindern.“ Das Ergebnis sei ein klarer Erfolg für Haid. „Scheinbar ist kein Wechsel gewünscht“, sagte Fritz. „Dann werden wir das so akzeptieren.“ Auch in der Gemeindevertretung werde die Walserliste mit sieben Mandaten nicht so viel Einfluss ausüben können, wie man sich erhofft habe. „Aber wir werden die Informationen an die Bevölkerung weitergeben.“Auch Ule Peter Haak von der Walser Liste gratulierte dem Wahlsieger. „Unsere Hand ist gereicht, es liegt jetzt an Andi Haid mit uns zusammenzuarbeiten.“ Er kündigte Gespräche mit dem Bürgermeister an, auch um Geschehnisse im Wahlkampf aufzuarbeiten. Das Angebot zur Zusammenarbeit knüpfte Haak an eine Forderung: „Wenn Andi Haid ein Signal für eine künftig bessere Zusammenarbeit senden will, sollte er der Walser Liste als der zweitstärksten Fraktion den Posten des Vize-Bürgermeisters anbieten.“ Der Wahlsieger wollte sich zu dem Vorschlag noch nicht äußeren. „Es ist zu früh, um jetzt schon über die Vergabe von Ämtern zu diskutieren“, sagte Haid.

Initiative Pro Kleinwalsertal holt die 15,1 Prozent der Stimmen

Den Einzug in die Gemeindevertretung schaffte auch die Initiative Pro Kleinwalsertal (PRO), die 15,1 Prozent der Stimmen holte. Spitzenkandidatin Sandra Leitner zeigte sich am Wahlabend aber dennoch zufrieden. „Wir haben drei Prozent mehr geholt als vor fünf Jahren und haben unsere drei Sitze gehalten“, sagte Leitner. „Ich hatte auf ein bisschen mehr gehofft, ein vierter Sitz in der Gemeindevertretung wäre schön gewesen.“ Aber die Konstellation ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten sei nicht einfach gewesen, weil sich der Wahlkampf auf die zwei Rathausbewerber zugespitzt habe. Wichtig sei aber, dass die PRO ihre Arbeit für das Tal fortsetzen könne, erklärte Leitner. „Wir können mitgestalten und wollen mit den anderen beiden Fraktionen zusammenarbeiten.“