Glücksbringer

Kleine Tierbabys in Immenstadt: Die Eichelschweine haben Junge

Schweine gelten als Glücksbringer für das neue Jahr. Im Eichenwald in Immenstadt haben die Schweine Sonja und Black Mama insgesamt 18 Ferkel bekommen und können sich also besonders glücklich schätzen.

Schweine gelten als Glücksbringer für das neue Jahr. Im Eichenwald in Immenstadt haben die Schweine Sonja und Black Mama insgesamt 18 Ferkel bekommen und können sich also besonders glücklich schätzen.

Bild: Sophia Ungerland

Schweine gelten als Glücksbringer für das neue Jahr. Im Eichenwald in Immenstadt haben die Schweine Sonja und Black Mama insgesamt 18 Ferkel bekommen und können sich also besonders glücklich schätzen.

Bild: Sophia Ungerland

Schweine bringen an Silvester Glück fürs neue Jahr. Wie es den Allgäuer Eichelschweinen geht und warum „Schnitzel“ kein Schnitzel werden wird
01.01.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Ganz viele kleine Glücksbringer zum Jahreswechsel haben Sonja und Black Mama. 18 Ferkel erblickten im November im Immenstädter Eichenwald das Licht der Welt. Mittlerweile springen sie auch schon fidel umher und grunzen fröhlich, wenn ihr Halter, Reinhard Adelgoß, morgens zum Füttern kommt.

In Immenstadt werden "Allgäuer Eichelschweine" gezüchtet

Sonja und Black Mama, die beiden Glücksmütter, gehören zu den Eichelschweinen, die sich seit 2017 dank der Initiative von Adelgoß, "Allgäuer Eichelschwein", in dem Wald zwischen Stadtalpe und Stadt tummeln. Sie gehören zu den Rassen Duroc und Iberico-Mangaliza, ernähren sich zu einem Großteil von Eicheln und schaffen die nötigen Bodenverhältnisse für die Eichen.

Ab Oktober sind die Baumfrüchte reif und werden von den Tieren gefressen. „1,5 Tonnen wurden dieses Jahr eingelagert“, sagt Adelgoß. Diese reichten noch bis circa Mitte Januar. Mit Schwung entleert er den großen Sack Eicheln in das Gehege. Sofort stürzen sich Sonja und ihre Jungen auf das Futter. Jetzt im Winter, wenn der Boden gefroren ist, finden die Tiere nicht mehr viel Nahrung im Wald. Daher kommt Adelgoß regelmäßig zum Füttern kommen.

Black Mama ist bei den restlichen Schweinen in einem Gehege etwas weiter oben am Hang. „Die wollte zum Ferkeln einfach nicht in das untere Gehege“, sagt der 61-Jährige, der von Beruf eigentlich Zahntechniker ist. Er musste dann für die Ferkel im oberen Gehege noch einen extra Zaun anlegen.

Mit großen Schritten stapft er durch den Schnee den Wald hinauf. Die Tiere warten bereits am Zaun. Hier geht es bei der Fütterung im Gegensatz zu den Ferkeln schon etwas derber zu. So manches Schwein schreit laut und boxt das andere in die Seite. Es hat wohl Angst, nicht genug abzubekommen. Aber Adelgoß hat noch mehr Futter dabei.

Abgesehen von den Eicheln fressen die insgesamt 16 Tiere vor allem Getreideschrot. Zusätzlich bekommen sie noch alte Backwaren. Alles in Bio-Qualität. „Diese fünf Tiere dort“, sagt Adelgoß und zeigt auf ein kleines Rudel Einjähriger, „die fressen aber lieber Heu.“ Er kennt seine Tiere und sie kennen ihn. Neugierig kommen sie her und er streichelt ihnen über den Kopf.

(Mehr zu dem Projekt lesen Sie hier: Eichelschweine kümmern sich um uralte Eichen in Immenstadt)

"Schnitzel" ist dem Metzger entwischt

Die größte Sau heißt „Schnitzel“, wird aber ihrem Namen keine Ehre machen. Der Zahntechniker hat beschlossen, dass sie nicht geschlachtet wird. „Zwei, drei Mal ist sie dem Metzger entwischt und eigentlich war ich im Nachhinein froh drum“, gibt der Hobby-Tierhalter zu. „Jetzt ist sie die Galionsfigur der Allgäuer Eichelschweine“, sagt er.

Adelgoß legt viel Wert auf Qualität und hat ein Faible für gutes Schweinefleisch. Die Tiere werden mit circa 1,5 Jahren geschlachtet. Ihr Fleisch ist durch die Fetteinlagerung in den Muskeln besonders schmackhaft. Adelgoß hat auch bereits einen luftgetrockneten Schinken hergestellt. Vorbild war der „Jamón Iberico de Bellota“, ein spanischer Edelschinken vom Eichelschwein. Mit seinem eigenen Produkt, das 17 Monate lang gereift ist, sei er bereits ganz zufrieden.

Viel Zeit investieren er und einige freiwillige Helfer in das Hobby. „Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit das ist, dann hätte ich’s nicht gemacht“, gibt Adelgoß zu. „Zum Glück hab’ ich’s aber nicht gewusst“, sagt er und lacht.

(Lesen Sie auch: Fischen im Allgäu: Spaziert ne Kuh durch den Drive-In...)