Projekt in Oberstaufen

„Kohler-Haus“ in Oberstaufen wird wieder aufgebaut

Die Staufner Buind: Östlich der Alpe Vogelsberg (vorne links im Bild) will der Heimatdienst Oberstaufen das „Kohler-Haus“ wieder errichten.

Die Staufner Buind: Östlich der Alpe Vogelsberg (vorne links im Bild) will der Heimatdienst Oberstaufen das „Kohler-Haus“ wieder errichten.

Bild: Olaf Winkler

Die Staufner Buind: Östlich der Alpe Vogelsberg (vorne links im Bild) will der Heimatdienst Oberstaufen das „Kohler-Haus“ wieder errichten.

Bild: Olaf Winkler

Der Heimatdienst Oberstaufen und die Gemeinde teilen sich die Kosten von 250 000 Euro für das Projekt. Der Innenausbau soll weitere 350 000 Euro kosten.
21.12.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Die „Staufner Buind“ soll um ein weiteres Gebäude wachsen: Das seit 26 Jahren eingelagerte „Kohler-Haus“ soll östlich der bereits bestehenden Gebäude wie dem Strumpfarhaus und der Alpe Vögelsberg wieder errichtet werden. Einmal mehr ist Heimatdienst Oberstaufen mit seinem Vorsitzenden Georg Wagner der Motor des Projekts: Der Verein will auch die Hälfte der Kosten von insgesamt 250 000 Euro für den Wiederaufbau übernehmen. Die andere Hälfte bezahlt die Gemeinde. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Die 250 000 Euro decken die Kosten für eine Bodenplatte und den Wiederaufbau des Hauses. Der Innenausbau soll weitere 350 000 Euro kosten und später erfolgen. Der Heimatdienst plant ein Handwerker-Museum, das acht Original-Werkstätten aus der Staufner Vergangenheit beinhaltet. „Die haben wir alle eingelagert“, sagt Wagner.

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In jetziger Zeit „ein Luxus“

Obgleich der Gemeinderat am Ende einhellig für die finanzielle Beteiligung stimmte, war das Projekt nicht unumstritten. Björn Walser (UTL) sah in der „Staufner Buind“ in ihrer jetzigen Form ein „abgeschlossenes Ensemble“. Aus seiner Sicht ist es „in der jetzigen Zeit ein Luxus, noch etwas zu bauen“. Eine Bereicherung sei das geplante Museum aber zweifellos. Er sprach sich zunächst für eine Vertagung ins Frühjahr 2021 aus, „wenn wir Klarheit beim Haushalt haben“. Für Hansjörg Lingg (FWO) ist das Projekt „traumhaft schön“. Aber auch er zögerte, „Steuergelder auszugeben, weil wir nicht wissen, wie es 2021 läuft“.

"Respekt vor der Leb ensleistung von Georg Wagner"

Bürgermeister Martin Beckel lieferte ein Argument, das letztlich alle Ratsmitglieder überzeugte. 120 000 Euro hatte das Gremium für 2021 bereits eingeplant: Sie sollten in die Flurbereinigung fließen. Da nun aber das Amt für ländliche Entwicklung nicht genug Förderung zur Verfügung hat, ist auch die Co-Finanzierung durch die Kommune nicht gefragt. Dieses Geld ließe sich für das „Kohler-Haus“ verwenden, argumentierte Beckel. Markus Gorbach (FWO) sprach zudem vom „Respekt vor der Lebensleistung von Georg Wagner“. Er hat vor 26 Jahren mitgeholfen, das „Kohler-Haus“ abzubauen. „Sein Wissen geht sonst eines Tages verloren“, stellte Gorbach fest. (owi)